Volleyball

Merle Weidt zurück in Offenburg

Autor: 
Heiko Rudolf
Lesezeit 4 Minuten
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12. Dezember 2015

Nicht nur spielerisch, auch emotional nimmt die 16-jährige Offenburgerin Merle Weidt in der deutschen U18-Nationalmannschaft eine wichtige Rolle ein. ©FIVB

Für Merle Weidt ist das Volleyball-Länderspiel der deutschen U18 gegen die gleichaltrigen Gäste aus Frankreich am Dienstag (19 Uhr) keine Begegnung wie jede andere. Anderthalb Jahre nach ihrem Umzug nach Berlin ist das Freundschaftsspiel in der Offenburger Nordwest-Halle eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte.

Merle Weidt ist den Kinderschuhen entwachsen. Das mag bei einem erst 16-jährigen Mädchen komisch klingen, im Fall der gebürtigen Offenburgerin trifft das aber nicht nur aufgrund ihrer 1,85 Meter Körperlänge und Schuhgröße 44 zu. Denn keine zwei Jahre nach ihrem Zweitliga-Debüt im Trikot des VC Offenburg im März 2014 gehört die blonde Mittelblockerin längst zum festen Stamm beim Volleyball-Bundesligisten VC Olympia Berlin und in der deutschen U18-Nationalmannschaft. Am kommenden Dienstag betritt sie nun im Nationaltrikot beim Freundschaftsspiel gegen Frankreich im Rahmen des deutsch-französischen Jugendwerks erstmals wieder das Spielfeld in der Nordwesthalle.

Nahezu konkurrenzlos
»Die Vorfreude auf das Spiel und auf die Atmosphäre in der Halle ist riesig. Ich denke, dass viele ehemalige Mitspielerinnen vom VC Offenburg, ehemalige Mitschüler vom Schiller-Gymnasium und jede Menge Freunde unter den Zuschauern sein werden«, kann Merle Weidt das Wiedersehen mit Freunden, Bekannten und Verwandten kaum erwarten. »Ich verfolge das Geschehen beim VCO natürlich aus der Ferne gespannt und freue mich über den Erfolg. Zudem stehe ich mit Spielerinnen und Trainern immer noch in Kontakt«, erklärt Weidt, die bei U18-Jugendmeisterschaften weiterhin für ihren Heimatverein aus der Ortenau spielt.

Klar werden die Augen der Zuschauer, ähnlich wie das vor zwei Jahren beim Länderspiel der damaligen VCO-Spielerin Nadia Jäckle der Fall war, auf das Offenburger Eigengewächs gerichtet sein. Und so hofft die Elftklässlerin des Schul- und Leistungssportzentrums Berlin – einst unter dem Namen Coubertin-Gymnasium bekannt – den Besuchern »ein gutes Spiel mit einem deutschen Sieg« bieten zu können. Die Chancen gegen den Nachbarn von der anderen Rheinseite stehen jedenfalls nicht schlecht. »In diesem Jahrgang ist Frankreich nicht so stark. Bisher haben wir sie immer geschlagen«, so Weidt, die fest mit einem Einsatz an alter Wirkungsstätte rechnet: »Wir hatten in dieser Saison bereits zwei verletzte Mittelblockerinnen, sodass ich phasenweise konkurrenzlos auf meiner Position war.«

Ohnehin hat Weidt beim, seit Sommer diesen Jahres, neuen Bundestrainer und Trainer des VCO Berlin in Personalunion, Jan Lindenmair, einen Stein im Brett. Nachdem Merle Weidt bereits in ihrem ersten Jahr in Berlin mehrfach aus der Drittligamannschaft in den Erstligakader berufen wurde, hat die Schnellangreiferin in dieser Spielzeit nur wegen einer Rückenblockade zwei Bundesligaspiele verpasst und gehörte bei der U18-WM im Sommer in Peru, als die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbands (DVV) Platz sechs erreichte, zu den besten Spielerinnen.

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In der Bundesliga spielt der größtenteils aus U18-Nationalspielerinnen bestehende VCO Berlin außer Konkurrenz, Satzgewinne gegen die häufig deutlich erfahrenere, mit Ausländerinnen und Nationalspielerinnen gespickte Konkurrenz werden als Erfolg gewertet. Der Fokus liegt in der Entwicklung der jungen Spielerinnen – und auf der Nationalmannschaft.

EM 2016 im Blick
»Das nächste Highlight ist die EM im September 2016 in Ungarn und der Slowakai, da wollen wir eine Medaille holen«, so Weidt. Doch zunächst steht im April die Qualifikation an. Die drei Testspiele gegen Frankreich morgen in Pforzheim, am Dienstag in der Offenburger Nordwest-Halle und am Mittwoch in Speyer dienen der Vorbereitung und schließen den Lehrgang ab.

Und dann freut sich Merle Weidt auf neun freie Tage über Weihnachten im Kreise ihrer Familie. Denn Mutter Ulrike und Vater Sönke sieht sie allenfalls, wenn ihre Eltern zu Auswärtsspielen des VCO Berlin nach Wiesbaden oder Stuttgart fahren. »Ich habe so gut wie nie Freizeit, komme nach Training, Schule und nochmal Training selten vor 21 Uhr nach Hause. Gerade in den Klausurphasen fällt es einem dann oft schwer, abends noch hinzusitzen, um zu lernen«, gesteht Weidt, dass der Alltag – obwohl sie keinerlei schulische Probleme hat – pickepackevoll ist. »Für Familie und Freunde außerhalb der Schule oder des Sports bleibt da kaum Zeit.«

Nur gut, dass Freund Johannes, selbst Zweitliga-Volleyballer beim VC Olympia Berlin, zur gleichen Schule geht und glücklicherweise noch auf der gleichen Ebene im Wohnheim lebt. »Anders wäre es kaum möglich, sich zu sehen«, strahlt Merle Weidt, die ihre Entscheidung für den Leistungssport und den Schritt in die Hauptstadt aber trotz der zeitlichen Belastung nicht bereut: »Das ist eben der Preis, den man bezahlt.«

Und wie sieht die sportliche Zukunft aus? Bis zum Abitur 2018 ist Merle Weidt an Berlin gebunden. »Danach wäre ich einfach froh, wenn ich einen tollen Verein finden würde. Aber das ist noch weit weg.«

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