Unter der Lupe: SV Haslach (Fußball-Bezirksliga)

Mit neuem Trainer Leukel diesmal ohne fremde Hilfe drin bleiben

Autor: 
Marc Faltin
Lesezeit 4 Minuten
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09. August 2020

Beim Testspiel gegen den SV Oberwolfach (0:2) zeigte der SV Haslach einiges von dem, was der langjährige Erfolgstrainer Martin Leukel sich erhofft. Der Hausacher ist wie seine Spieler mit vollem Engagement im Einsatz. ©Marc Faltin

Zuletzt ersparten der SC Offenburg und das Corona-Virus dem SV Haslach den Abstieg. Mit dem neuen Trainer Martin Leukel und einem deutlich größeren Kader soll die Klasse aus eigener Kraft gehalten werden.

Zu den wenigen Gewinnern in einer kurzen wie historischen Saison zählte der SV Haslach. Die Hansjakobstädter unterlagen nach der Winterpause Spitzenreiter SV Niederschopfheim mit 1:5, das kurze Zwischenhoch Ende 2019 schien beendet und der Abstieg 2020 fast besiegelt. Dann jedoch kam die Corona-Pandemie und der Abbruch dieser Spielzeit ohne Absteiger. Ein Jahr zuvor blieb der SVH drin, da der SC Offenburg via Relegation aufstieg und einen Platz frei machte. Diesmal „wollen wir nicht auf andere angewiesen sein“, betont Martin Leukel. Der neue Trainer ist bestens bekannt im Kinzigtal, in der Ortenau und darüber hinaus. „Wir sind realistisch genug und emotional so eingestellt, den Klassenerhalt als Ziel zu haben“, sagt der 56-jährige Hausacher und erklärt damit die Vorgabe des Vereins. 

Insider Dominik Schmidt als Co-Trainer

Dominik Schmidt nickt. Der 31-Jährige ist neuer Co-Trainer der ersten Mannschaft, nachdem er die Reserve betreut hat. Sein etwas älterer Bruder Patrick, viele Jahre ein Leistungsträger beim SVH, hat „leider“ seine Karriere beendet, sein Vater Hans-Joachim Schmidt steht an der Spitze des Vereins. „Es ist optimal, einen Insider an meiner Seite zu haben“, dankt Leukel. Dies sei ein weiterer Grund, warum er schon so gut angekommen sei beim SVH mit den Vereinsfarben Schwarz-Weiß. Für den anderen SVH im Kinzigtal, jenen mit Rot-Weiß und nur sechs Kilometer entfernt, war Leukel lange im defensiven Mittelfeld aktiv, ein Stratege einst auch in der Verbandsliga.

Bei seinem Heimatverein schloss sich eine lange erfolgreiche Trainerzeit an. Zunächst war der Polizist mit Revier in Haslach zwei Jahre Trainer des SV Hausach II (mit Aufstieg), dann je drei Jahre des VfR Hornberg (mit Aufstieg) und des SV Oberharmersbach (mit Aufstieg), fast fünf Jahre des SV Hausach (mit Aufstieg) in der Landes- und Bezirksliga, ein Jahr bei der neu fusionierten SG Prechtal/Oberprechtal, drei Jahre des FC Kirnbach (mit historischem Aufstieg am 26. Mai 2012 in die Bezirksliga) und fünf Jahre des SC Hofstetten (inklusive Aufstiege in Landes- und Verbandsliga). Der „tollen Zeit“ in Hofstetten folgten eine einjährige Auszeit und im Juli ein Start in Haslach, „der mir leicht gemacht wurde – auch weil Michael Rauer und Ceyhun Sür eine intakte Mannschaft hinterlassen haben.“

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Bedeutende Rückkehrer

Im Gegensatz zu seinen Vorgängern verfügt Leukel, dessen Söhne Raphael und Timo beim FC Fischerbach und Tochter Selina in Hofstetten kicken, über einen deutlich größeren Kader. Was nicht nur an 14 Neuzugängen, darunter elf Nachwuchskräften und Fischerbachs Torjäger Martin Fester (18 Tore), bei nur vier Abgängen plus Lennart Lehmann (Kreuzband-Operationen) liegt. Etliche Rückkehrer, in der Vorsaison schmerzlich vermisst, sind wieder am Ball. Torhüter Philipp Walter und der vorjährige Neuzugang Nico Haas (FC Wolfach) fehlten wegen Kreuzbandrissen komplett, Marco Baier und Jonathan Benz hatten lange gesundheitliche Probleme, Max Armbruster und Luka Schmieder waren länger im Ausland.

Zwischen 30 und 35 Spieler – inklusive der Reserve, die nun von Argtim Sabanaj (früher Hof­stetten II) gecoacht wird – stehen auf der Corona-Nachweisliste pro Training und sind „top motiviert“. Zudem freut sich Leukel über drei Torhüter und deren gesunden Konkurrenzkampf, dazu über Talente, von denen „zwei bis drei beim Saisonauftakt in der Start-Elf“ sein könnten. „Alle bringen viel mit, dazu sollte noch nötige Geduld kommen“, sagt Leukel, der in Testspielen (6:0 in Fischerbach und 0:2 gegen SV Oberwolfach) „insgesamt einige gute Dinge“ gesehen habe, „wie Tempo und Pressing“.

Erneut schwieriges Startprogramm

Einziger Makel sei verlorene Vorbereitungszeit. „Wir sind lange davon ausgegangen, dass es am ersten September-Wochenende losgeht“, so Leukel. Nun aber geht es bereits am 23. August zum FSV Seelbach, zuletzt als Tabellenzweiter Verlierer des Saisonabbruchs. Dann gastiert die U23 des Verbandsliga-Spitzenteams SC Lahr, dann folgt das Derby in Unterharmersbach. Das Startprogramm hat es traditionell in sich für den SVH. Leukel lächelt und strahlt Gelassenheit aus: „Diese 17er-Liga dürfte sehr ausgeglichen und intensiv werden, wir haben aber einen Kader, der das aushalten kann.“

Stichwort

Der Kader

Tor: Tom Mantel, Daniel Schmieder, Philipp Walter

Abwehr: Rocco Antoniak, Max Armbruster, Jonathan Benz, Nico Haas, Louis Hättich, Marco Müller

Mittelfeld: David Architravo, Noah Giesler, Markus Hansmann, Fabian Hauer, Simon Lehmann, Luka Schmieder, Nico Schwendemann, Leonard Seitz, Giulio Negrini

Angriff: Marco Baier, Mario Braig, Martin Fester, Ralf Kammerer, Skyngyl Pllavci, Joel Silzer

Trainer: Martin Leukel (1. Saison)
Co-Trainer: Dominik Schmidt (1. Saison)

Zugänge: Martin Fester (FC Fischerbach), David Architravo (FC Kirnbach), Lukas Bächle (SV Hausach), Rocco Antoniak, Martin Beil, Mark Bork, Noah Giesler, Leith Keshi, Simon Lehmann, Tim Leitermann, Tom Mantel, Anton Prinzbach, Leonard Seitz, Maximilian Wußler (alle eigene Jugend)

Abgänge: Patrick Schmidt (Karriereende), Marco Grönert (FC Fischerbach), Jan Bilharz (FC Kirnbach), Dominik Bruckner (Ankara Gengenbach)

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