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MTB-Weltcup gestrichen – aber Scheiderbauer will nicht aufgeben

Autor: 
Thomas Kastler
Lesezeit 3 Minuten
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21. Juni 2011
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Am Freitag regierte bei Jörg Scheiderbauer der Frust: »Aus, Ende, kein Ersatz-Event, keine neue Bewerbung!« Inzwischen aber hat der Organisator des für 2012 aus dem Wettkampfkalender gestrichenen Mountainbike-Weltcups in Offenburg seinen Kampfgeist wiederentdeckt und sagt: »Ich will die Gründe herausfinden und versuchen, 2013 noch mal anzugreifen.«
Offenburg. Als am Freitag die E-Mail vom Radsport-Weltverband UCI kam, musste sich Jörg Scheiderbauer erst einmal setzen. Offenburg-Rammersweier, am 29. Mai erneut mit Höchstnoten und Lob überschüttet, stand im Wettkampfkalender für den Mountainbike-Weltcup 2012 nicht mehr drin. Die Mittelbadische Presse hatte das gestern berichtet. »Ohne Vorwarnung und ohne jede Begründung«, wie Organisator Jörg Scheiderbauer sagt. Danach sei die Post abgegangen. Fachjournalisten riefen an und fragten: »Wo ist das Problem?« Aber Scheiderbauer konnte nur rätseln. »Sicher gab und gibt es immer mal Diskrepanzen mit dem Verband, wie das halt so ist. Aber ein K.o.-Kriterium, das war aus meiner Sicht nie dabei«, sagt der umtriebige Mountainbike-Promoter. Gerade bei der letzten Veranstaltung Ende Mai habe man zumindest vor Ort ausgesprochen gut mit der UCI zusammengearbeitet. Das Einzige, was sich Scheiderbauer als Grund für die Streichung vorstellen kann, ist sein Deal mit »Milka«. Der Schokoladen-Hersteller stieg auf Betreiben von Scheiderbauer für Offenburg als Sponsor ein und stellte auch Skisprung-Ass Martin Schmitt als Werbefigur zur Verfügung. Scheiderbauer, der das alles kurzfristig eingefädelt hatte, war, wie er selbst einräumt, »nicht so bewusst, dass sich die UCI vertraglich das Vorrecht für den Zugriff auf gewisse Sponsoren, so etwa Auto- und Süßwarenhersteller, hatte zusichern lassen.« So kam es in diesem Fall zu einem Konflikt. »Ob das aber letztendlich das Ausschlusskriterium für 2012 war, weiß ich nicht«, sagt Scheiderbauer. Denn gleichzeitig gibt er zu bedenken, dass auch andere prominente Weltcup-Austragungsorte wie etwa das englische Dalby Forrest gestrichen worden seien. Und klar sei auch, dass die UCI künftig mit der Vergabe eines Weltcup-Rennens auch eine Liveberichterstattung im Fernsehen verknüpft haben wolle. Offenburg sei jetzt 2011 immerhin im tschechischen TV live über die Bildschirme geflimmert. Ursachenforschung Während Jörg Scheiderbauer am Freitag voller Enttäuschung vor allem für die nicht mehr belohnte Mühe der vielen Ehrenamtlichen an dem Punkt war zu sagen: »Nie wieder!«, hat er sich jetzt entschlossen, Ursachenforschung zu betreiben. »Wir werden telefonieren und versuchen, die Gründe herauszufinden, warum Offenburg gestrichen wurde. Und für 2013 werden wir wieder offen für alles sein.« »Denn für die Region«, so Scheiderbauer, habe die Veranstaltung eine große Bedeutung erlangt. Auch Offenburgs Sport-Bürgermeister Christoph Jopen meint: »Das wäre eine große Enttäuschung, wenn das Event im nächsten Jahr nicht stattfinden kann.« Und Scheiderbauer ergänzt: »Wir hatten 600 Profis am Start, die Hotels waren rammelvoll.« Immerhin: Unberührt von dieser Streichung durch den Weltverband UCI ist die ebenfalls von Scheiderbauer veranstaltete Marathon-Challenge mit angegliedertem Jedermann-Rennen. Außerdem hat der Promoter noch den Hans-Grohe-Triathlon am Start. Dabei wird am 9. Juli sogar der spanische Superstar Javier Gomez ins Rennen gehen. »Beides sind unsere Eigenveranstaltungen und damit nicht in Gefahr«, betont Jörg Scheiderbauer.

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