Fußball-Bundesliga

Niederlechner der Partycrasher beim SC Freiburg

Autor: 
Daniela Frahm
Lesezeit 3 Minuten
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23. September 2019

Christian Streich l.), Lucas Höler ©dpa

Mit dem 1:1 gegen den FC Augsburg hat der SC Freiburg zwar einen neuen Vereinsrekord aufgestellt, den besten Saisonstart in der Bundesliga, trotzdem überwog die Enttäuschung, weil die Breisgauer in der Schlussphase den Sieg vergaben.

»Dafür ist der Pfosten ja da, dass ab und zu mal ein Ball dagegen geht«, versuchte SC-Trainer Christian Streich das doppelte Aluminiumpech seiner Mannschaft gelassen zu nehmen. Erst prallte der Schuss von Nicolas Höfler (86.) vom Pfosten zurück ins Feld, dann der Kopfball von Nils Petersen (88.) vom Innenpfosten in die Arme von Augsburgs Torwart Tomas Koubek. Auch wenn die Freiburger, die mit der gleichen Startelf und wieder im 3-4-3 wie in Hoffenheim begannen und erst in der zweiten Hälfte auf 4-4-2 umstellten, über weite Strecken keine Torchancen hatten, wäre der Sieg verdient gewesen. »Wir haben nicht unser bestes Spiel gemacht, aber wenn du am Ende zweimal gegen den Pfosten schießt oder köpfst, tut das weh«, sagte Petersen.

Feuerwerk am Anfang
Nach dem Führungstor von Lucas Höler (23.), der mit einem satten Nachschuss Christian Günters Energieleistung veredelte, hatte der Sport-Club bis zur Schlussoffensive über eine Stunde lang keine Torchancen. »Wir haben am Anfang ein Feuerwerk abgebrannt, und dann war es bei mir so, dass mir ein bisschen die Luft gefehlt hat«, lieferte Höler eine Erklärung für die Phase, in der die Freiburger auch den Ausgleich durch ihren ehemaligen Stürmer Florian Niederlechner (39.) kassierten. »Persönlich gönne ich es ihm, aber es hätte nicht gegen uns sein müssen«, sagte Höler, »und das müssen wir besser verteidigen.«

In seinem ehemaligen Stadion, in dem er dreieinhalb Jahre eine »unfassbar schöne Zeit« hatte, besaß Niederlechner auch die erste Chance für den FCA, schoss da aber noch deutlich übers Tor (8.). Gefährlicher waren die Angriffe der Freiburger, die Torwart Koubek entschärfte, einmal gegen Petersen (3.) und dann nach einer Ecke erst gegen den Kopfball von Robin Koch und dann gegen den Nachschuss von Mike Frantz (15.).

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»Spitzenreiter«-Gesänge«
Als die Fans nach Hölers 1:0 »Spitzenreiter«-Gesänge anstimmten, da der SC in der Blitztabelle die Führung übernommen hatte, und die Euphorie durch die Einwechslung von Vincenzo Grifo angeheizt wurde, gab Niederlechner den Partycrasher, auch wenn er aus Respekt vor seinem Ex-Club nur dezent jubelte.

Der 28-Jährige wurde vor dem Spiel von den SC-Fans freundlich empfangen und bekam danach vom scheidenden Präsidenten Fritz Keller und Sportvorstand Jochen Saier eine Collage als verspätetes Abschiedsgeschenk. Zwischendurch hatte er bei seinem neuen Team noch den »Expeditionsleiter« gegeben, wie sein Trainer Martin Schmidt berichtete. Er habe alles erklärt und gezeigt, jeden begrüßt und war »aufgezogen wie ein Kind an Weihnachten« – bis Schmidt ihn aufforderte, sich aufs Spiel zu konzentrieren. 

Grifo nicht richtig drin
Das gelang Niederlechner bis zur Auswechslung in der 80. Minute besser als Freiburg-Rückkehrer Grifo, der nach einer halben Stunde für Kapitän Mike Frantz (Adduktorenprobleme) kam, ungewohnte Passfehler machte und keine Offensivaktionen hatte. »Bei ihm ist viel passiert in den letzten Wochen«, nahm Streich den Italiener in Schutz, der in der Rückrunde entscheidend zum Klassenerhalt beitrug. Und der bleibt trotz des guten Starts das Ziel auch für diese Saison.

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