Lokalsport

OFG: Erst im Finale war Endstation

Autor: 
Michaela Quarti
Lesezeit 3 Minuten
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08. Juli 2001
Als krasser Außenseiter reiste das Faustball-Team der Offenburger FG am Freitag zur DM-Endrunde nach Hamm. Doch nach sensationellen Siegen über Gastgeber TV Westfalia Hamm und Nord-Meister TS 52 Hannover kehrt die OFG als Vizemeister zurück. Nur Titelverteidiger TSV Hagen 1860 war im Finale eine Nummer zu groß.
Hamm/Offenburg. »Das ist ein Riesenerfolg für uns. Damit haben wir alle überrascht, auch uns selbst«, freute sich Schlagmann Bernd Konprecht. Auch die deutliche Niederlage im Endspiel (8:20, 12:20) dämpfte den Jubel im Offenburger Lager nur gering. Schon ins erste Spiel am Samstag gegen den TV Westfalia Hamm gingen die Offenburger als krasser Außenseiter, schließlich sicherten sich die Gastgeber erst kürzlich den Europapokal. Doch die Belastung vor eigenem Publikum schien den Favoriten zu lähmen. Die Fehlerquote auf Seiten der Gastgeber war extrem hoch, doch dies lag nicht zuletzt an der starken Leistung der Offenburger, die vor allem in der Defensive sicher standen und in Konprecht einen wirkungsvollen Angreifer hatten, der seine Chancen konsequent nutzte. So ging der erste Satz deutlich mit 20:8 an den Außenseiter. Der zweite Durchgang verlief wesentlich ausgeglichener. Angeführt von Mittelspieler Stefan Birth, der über das gesamte Turnier hinweg Weltklasseleistungen zeigte, sicherten sich die Offenburger jedoch auch diesen Satz mit 21:19 und zogen verdient ins Halbfinale ein. Dort wartete mit dem Meis-ter der Bundesliga Nord, dem TS 52 Hannover, ein vermeindlich übermächtiger Gegner. »Wenn wir gegen Hamm gewinnen, ist alles möglich«, hatte jedoch OFG-Abwehrspieler Axel Rottenecker schon vor Beginn der Endrunde prophezeit. Und er sollte recht behalten. Die Offenburger knüpften an die starke Leistung des ers-ten Spiels an und ließen den dreifachen Deutschen Meister nicht ins Spiel kommen. Insbesondere Nationalmannschafts-Schlagmann Martin Becker biss sich an der Offenburger Abwehr um Birth und Spielertrainer Ralf Herp die Zähne aus. So konnte die OFG das Spiel in allen Sätzen ausgeglichen gestalten. Während sich der Außenseiter im ersten Durchgang mit 20:18 durchsetzte, konnte Hannover durch ein 20:17 im zweiten Satz den Ausgleich herbeiführen. Auch davon ließen sich die Offenburger jedoch nicht beeindrucken. Im entscheidenden Durchgang hatten Konprecht und Co. dann die besseren Nerven und machten durch ein 20:18 die Sensation perfekt. »Heute lief einfach alles traumhaft. Die Abwehr, allen voran Stefan Birth, spielte überragend und auch mir gelang fast alles. Das war das beste Faustball, was wir jemals gespielt haben«, resümierte Konprecht nach dem Finaleinzug. Dort traf man auf Titelverteidiger TSV Hagen 1860, der Süd-Meister TuS RW Koblenz in der Vorschlussrunde keine Chance ließ. Und auch im Endspiel bestätigten die Hagener ihre Favoritenrolle. Bis zum 3:5 im ersten Satz hielt die OFG noch einigermaßen mit, doch dann zog das Team um den überragenden Schlagmann Dirk Schachtsiek gnadenlos davon. Elf Punkte in Folge zum 3:16 führten zur Entscheidung im ersten Durchgang. Auch im zweiten Satz legte der Titelverteidiger einen Blitzstart hin und führte schnell mit 10:1. Damit war die Entscheidung gefallen und die Offenburger betrieben bis zum 12:20 nur noch Ergebniskosmetik. »Hagen hat Faustball von einem anderen Stern gespielt. Wir hatten nicht den Hauch einer Chance«, lautete das Fazit von Konprecht, der jedoch mit dem Erreichten hochzufrieden war: »Jetzt haben wir allen Grund zu feiern.« Und ob der nur für den Fall des DM-Titels geplante freie Tag heute dennoch in Anspruch genommen wird, ließ der Schlagmann ges-tern noch offen…

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