Olympische Winterspiele

Pita Taufatofua: Er hat es wieder getan

Autor: 
Jonas Nohe
Lesezeit 3 Minuten
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10. Februar 2018
In Flipflops und Baströckchen bei der Eröffnungszeremonie: Pita Taufatofua von der Pazifik-Insel Tonga.

In Flipflops und Baströckchen bei der Eröffnungszeremonie: Pita Taufatofua von der Pazifik-Insel Tonga. ©dpa

Er hat es wieder getan –und diesmal auch noch bei Minusgraden. Nur mit einem traditionellen Rock und Flipflops bekleidet und mit eingeöltem Körper war Langläufer Pita Taufatofua aus Tonga bei der olympischen Eröffnungsfeier in Pyeongchang wieder einer der Hingucker.

Erinnerungen an Olympia 2016 in Rio de Janeiro wurden wach, wo er als Taekwondo-Kämpfer genauso aufgetreten war. Damals allerdings bei rund 25 Grad mehr.

Im Flugzeug nach Südkorea hatte Taufatofua mit Blick auf die Eröffnungsfeier noch gemeint: »Es ist zu kalt. Minus 18, minus 20 Grad? Ich spüre schon alles unter 15 Grad plus.« Von wegen!

Im Vergleich zu den Strapazen, die der 34-Jährige von der Pazifikinsel für seinen Traum von Olympischen Winterspielen in Kauf nahm, war das bisschen Kälte aber ohnehin ein Klacks.

Deutscher Trainer
Erst im Januar 2017 stand Taufatofua erstmals auf Langlauf-Ski, sein deutscher Trainer Thomas Jacob musste ihn binnen eines Jahres vom absoluten Anfänger zum Olympia-Teilnehmer machen.

Aber der Tongaer hatte sich bewusst für genau diesen Weg entschieden.

»Ich wollte den schwierigsten Sport für mich finden. Etwas, das überhaupt nichts damit zu tun hatte, was ich vorher gemacht hatte«, erklärt er, »auch um anderen Leuten zu zeigen, dass sie sich Herausforderungen stellen können.«

Vom Kraftsportler zum Ausdauersportler in nur einem Jahr – seine Herausforderung war eine Mammutaufgabe.

»Genau das war das Ziel: in einem Jahr zu Olympia«, sagt er, »und es war wirklich schwierig!«

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Um sein letztes notwendiges Qualifikationsrennen erfolgreich zu bestreiten, nahm der Mann aus Tonga im Dezember und Januar eine Odyssee durch halb Europa auf sich.

Steiniger Weg nach Pyeongchang
In der Türkei stürzte er neben der Strecke in steiniges Gelände. In Armenien scheiterte er am zu anspruchsvollen Streckenprofil. Kurzfristig versuchte er, zu einem Ersatzrennen nach Kroatien zu reisen. Nach sechs Stunden Fahrt durch Armenien über die georgische Grenze machte ihm letztlich ein verspäteter Flug einen Strich durch die Rechnung. So bekam er Ende Januar in Island eine allerletzte Chance – und auch dort schien es das Schicksal zunächst nicht gut mit ihm zu meinen.

Ein Schneesturm und mehrere Lawinen auf dem Weg zum Wettkampfort hielten ihn zwei Tage lang von der Anreise ab. Erst als er am Tag vor dem Rennen schon bereit war, die letzten 20 Kilometer zu Fuß zu gehen, hatte der Wettergott ein Einsehen. »Es war einfach ein Wunder, dass ich mich qualifiziert habe«, sagt Taufatofua rückblickend.

Start über 15 Kilometer
In Pyeongchang geht der 34-Jährige über die 15 Kilometer Skating an den Start. »Ich hatte noch nie ein gutes Rennen über 15 Kilometer«, erklärt er lachend: »Ich bin etwas schwerer, obwohl ich schon 15 Kilogramm verloren habe. Bei den 15 Kilometern spüre ich jeden einzelnen Meter.«
Sein Rennen findet am 16. Februar statt. »Vielleicht auch am 16. und 17.«, witzelt er, »wenn ich richtig langsam bin«. 

Die Platzierung ist ihm aber ohnehin egal, der Tongaer lebt das olympische Motto »Dabeisein ist alles«.

»Wenn ich Erster werde, bin ich glücklich. Wenn ich Letzter werde, es aber schaffe, nicht in die Zuschauer zu rasen und am selben Tag wie die anderen ins Ziel zu kommen, bin ich auch glücklich«, meint er – und lächelt.

Sein Traum ist es, mit seiner Geschichte die Türen für Wintersportler aus dem Pazifikraum zu öffnen. 

»Vielleicht gewinnt in ein paar Jahren ein Kind, das zugeschaut hat, eine Goldmedaille. Vielleicht gewinnt es irgendeine Medaille. Vielleicht hat es auch einfach nur eine gute Zeit«, sagt Taufatofua: »Das ist es, was ich erreichen wollte.«

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