Volleyball

Richarda Zorn: »Die Chance ist realistischer«

Autor: 
Heiko Rudolf
Lesezeit 4 Minuten
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25. Oktober 2016
Den Ball im Blick: Mannschaftsführerin Richarda Zorn peilt mit dem VC Printus Offenburg am Mittwochabend den nächsten Coup an.

Den Ball im Blick: Mannschaftsführerin Richarda Zorn peilt mit dem VC Printus Offenburg am Mittwochabend den nächsten Coup an. ©Peter Heck

Nach der Premiere im Vorjahr gegen den Dresdner SC empfängt der VC Printus Offenburg am Mittwoch (19 Uhr) zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte einen Bundesligisten im Achtelfinale des deutschen Volleyball-Pokals. Doch anders als am 4. November 2015, als die VCO-Frauen vor 1017 Zuschauern erwartungsgemäß mit 0:3 gegen den deutschen Meister verloren, ist die Favoritenrolle vor dem Duell mit dem Köpenicker SC nicht ganz so eindeutig verteilt. Als amtierender Zweitliga-Meister träumen die Ortenauerinnen vor dem Duell mit dem Vorjahresachten aus Berlin, der 2015 dem Abstieg – sowohl sportlich als auch finanziell – im letzten Moment von der Schippe sprang, von der Sensation. Mit der Mittelbadischen Presse sprach Mannschaftsführerin Richarda Zorn, vor der Meistersaison aus Lohhof nach Offenburg zurückgekehrt, unter anderem über das neue VCO-Team, Außenseiterchancen, den Heimvorteil und die Bedeutung der Erfahrung aus dem Vorjahr. 

Die für Mittwoch angestrebte sportliche Überraschung blieb im Vorjahr beim Highlight gegen Dresden erwartungsgemäß aus. Wie präsent sind die Erinnerungen bei Ihnen noch an den 4. November 2015?
Richarda Zorn: Das war ein bleibendes Erlebnis. Ich bekomme heute noch eine Gänsehaut, wenn ich an die Atmosphäre und die 1017 Zuschauer in unserer Halle denke. Es war damals schon Tage vorher spürbar, dass etwas Besonderes passiert. Es war fantastisch, dass uns der Verein mit seinen unzähligen Helfern das ermöglicht hat.

Entsprechend groß dürfte die Vorfreude innerhalb der Mannschaft auf Mittwoch sein, oder?
Zorn: Der Fokus lag bis Samstagabend voll auf dem Ligaspiel gegen Neuwied. Doch spätestens seit Sonntag ist das Kribbeln wieder da.

Der VC Offenburg hat das Pokalspiel unter das Motto »Gemeinsam zur Sensation« gestellt. Dürfen die Fans von einer solchen träumen?
Zorn: Ich glaube schon. Wir träumen definitiv davon, auch wenn ich nicht weiß, ob es schon mal ein Zweitligist bis ins Viertelfinale geschafft hat. Wenn wir es schaffen können, dann nur mit unseren Zuschauern und dem Verein im Rücken. Daher das Motto »Gemeinsam zur Sensation«. 

Was ist – bezogen auf den Gegner – anders als vor einem Jahr?
Zorn: Es gibt auch in der 1. Liga ein enormes Leistungsgefälle. Dresden war als Meister und Champions-League-Teilnehmer mit seinen vielen Nationalspielerinnen und seinen hochprofessionellen Strukturen ein ganz anderes Kaliber, als es Köpenick sein wird. Trotzdem wird uns Köpenick in den Bereichen Körpergröße, Athletik und Ballkontrolle überlegen sein. Aber wird sind in allen Bereichen nicht so weit weg vom Gegner, die Chance ist realistischer.

Und beim VCO? Warum ist die aktuelle Mannschaft noch stärker als im Vorjahr?
Zorn: Wichtige Größen unserer Meistermannschaft sind dabeigeblieben. Zudem hatten wir wahnsinnig Glück, dass auch die Abstimmung mit unseren Neuzugängen Pia Leweling und Molly Karagyaurov schon so gut klappt. Wir sind noch variabler als im Vorjahr und verstehen uns untereinander bestens.

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Inwieweit kann die Erfahrung aus dem Dresden-Spiel nützlich sein?
Zorn: Das ist ein riesengroßer Vorteil. Wir wissen jetzt, dass es trotz großer Kulisse kein anderes Spiel ist als sonst. Wir haben Respekt, aber keine Angst. Es ist eher eine positive Anspannung und Motivation als eine Belastung.

Die Neuzugänge haben dieses Highlight nicht miterlebt. Wie können Trainerin Tanja Scheuer, Sie als Mannschaftsführerin und die übrigen, erfahrenen VCO-Spielerinnen denen die Nervosität nehmen?
Zorn: Genau, indem wir keinen zu großen Hype darum machen. Wir dürfen nicht verkrampft auftreten und müssen versuchen, dieses Spiel einfach zu genießen.

Welchen Faktor spielt der Heimvorteil?
Zorn: Das kann ein entscheidender Faktor werden. Es ist Wahnsinn, welche Stimmung und Lautstärke trotz Trommelverbot immer wieder in der Nordwest-Halle herrscht. Ich weiß nicht, ob Köpenick das in solch kleineren Hallen gewohnt ist. Das ist schon beeindruckend.

Mit Ihrer Rückkehr kam der sportliche Aufschwung, der VCO wurde Meister und Sie zur zweitwertvollsten Spielerin der Liga gewählt. Ist die 1. Bundesliga in Offenburg mittelfristig realistisch?
Zorn: Für mich als berufstätige Spielerin nicht. Für den Verein aber auf jeden Fall, weil der Standort sportlich sehr gut ist und die Stadt Offenburg dahintersteht. Auf Sponsoren­ebene ist in Industrie und Wirtschaft noch viel Potenzial da.

Wenn Sie wählen müssten, würden Sie sich für die Titelverteidigung in der 2. Bundesliga entscheiden oder für den Einzug ins Pokal-Viertelfinale?
Zorn: Die Titelverteidigung, weil das unsere Arbeit über einen längeren Zeitraum nochmals unterstreichen würde.

Zur Person

Richarda Zorn

Geboren: 24. März 1987 in Waldkirch

Wohnort: Offenburg

Beruf: Trainee Einkauf bei der Firma Printus in Offenburg-Elgersweier, ausgebildete Diplom-Betriebswirtin (FH)

Größe: 1,69 m

Position: Zuspiel

Vereine: VfR Umkirch 1996–2007, USC Freiburg (2007–2008), SV Lohhof (2012–2015), VC Offenburg (2008–2012, seit 2015)

Erfolge: Aufstieg 2. Bundesliga 2009, Meister 2. Bundesliga 2016, baden-württembergische Beach­volleyball-Meisterin 2010/2014, bayrische Beachvolleyball-Meisterin 2014

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