Fußball

Sander Trio macht Österreichs Fußballerinnen stark

01. August 2017
&copy Stephan Hund

Enttäuschung und Freude zugleich spürte der sportliche Leiter des Frauenfußball-Bundesligisten SC Sand, Dieter Wendling, nach den Viertelfinalspielen am Sonntag bei der Fußball-Europameisterschaft der Frauen in den Niederlanden. 
Die Enttäuschung: Der achtmalige Europameister Deutschland ist nach dem 1:2 gegen Dänemark raus. 
Erfreulich: EM-Neuling Österreich steht nach dem Erfolg gegen Spanien im Halbfinale. Und drei Sander »Mädels« – Nina Burger, Laura Feiersinger und Verena Aschauer – rocken im Ösi-Team die EM mit.

Lockerheit fehlt

»Die Deutschen hatten Probleme mit tief stehenden Mannschaften. Es wurden selten Lösungen gefunden, und im Abschluss waren sie sehr schwach. Die Mannschaft ist noch sehr jung, es herrschte eine große Erwartungshaltung. Damit waren die Mädels überlastet«, glaubt der A-Schein-Inhaber. Dieter Wendling, der die Sander Fußballerinnen als Coach in die Bundesliga führte, fehlte auch die nötige Lockerheit bei den Spielerinnen von Bundestrainerin Steffi Jones und ein frühes Erfolgserlebnis. 
Allerdings verweist der Diplom-Sportlehrer auch auf den »gewaltigen Umbruch« der nach dem Olympiasieg vollzogen worden ist. »Ein wenig Zeit sollte man dem Team schon lassen«, ist er überzeugt, schließlich hätten die anderen Nationen auch gewaltig aufgeholt, was nach seiner Meinung dem Frauenfußball insgesamt sehr gut tut. Die Zeit mit Kantersiegen von 6:0 oder 7:0 sei jedenfalls vorbei.   

Gratulation aus der Ortenau

Neben der Enttäuschung über das Aus des DFB-Teams freut sich der gebürtige Sander und langjährige Trainer über den Erfolg von Österreich mit drei Spielerinnen des SC Sand in der Startformation: »Die machen ihre Sache großartig. Das freut mich natürlich für unsere drei Mädels. Ich komme mit dem Gratulieren kaum noch nach. Aber als Außenseiter tut man sich oftmals leichter, man kann nur gewinnen, während die Favoriten immer etwas zu verlieren haben.« 

Dass Nina Burger, Verena Aschauer und Laura Feiersinger von österreichischen Medien übrigens als »Popstar der Kickerszene« gefeiert, nach ihren starken Vorstellungen im Nationalteam bei den sogenannten »großen Clubs« Begehrlichkeiten wecken und nach der EM den SC Sand kurzfristig verlassen könnten, bereitet dem sportlichen Leiter kein Kopfzerbrechen. Alle drei haben nach seiner Aussage gültige Verträge beim Dorfverein. »Ich gehe davon aus, dass die auch erfüllt werden.« Und glücklicherweise gebe es im Frauenfußball noch keine Scheichs, die mit den Geldscheinen wedeln. 

Volksheldinnen

Polizei-Kommissarin Nina Burger wird in der Alpenrepublik inzwischen als kleine Volksheldin gefeiert, und bei Laura Feiersinger ließen sich die renommierten Salzburger Nachrichten gar zur wagemutigen Aussage hinreißen: Von einer Million TV-Zuschauern, die derzeit Frauenfußball schauen, wollen 999990 eigentlich nur Laura Feiersinger sehen. Das wiederum löste im weltweiten Netz einen Shitstorm aus.

Fürs Halbfinale drückt Dieter Wendling Team Austria und dem Sander Trio die Daumen und ist gespannt, was »Frontfrau« Nina Burger nach »Zwickt’s mi, i man i tram« (»Zwickt mich, ich glaube ich träume«) nach dem Erfolg gegen Spanien dann auf Facebook postet, wenn man auch Dänemark im Halbfinale geschlagen hat.

Autor:
Fritz Bierer

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