Sands Trainer Fischinger sauer über Strafstoß

Heiko Borscheidt
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05. Oktober 2022
Sands Büsra Kuru (l.) im Zweikampf mit Nürnbergs Jessica May (r.). Im Hintergrund beobachtet Sands Emely Evels die Szene.

Sands Büsra Kuru (l.) im Zweikampf mit Nürnbergs Jessica May (r.). Im Hintergrund beobachtet Sands Emely Evels die Szene. ©Peter Heck

Alexander Fischinger eilte nach dem Schlusspfiff des Frauenfußball-Zweitligaspiels zwischen dem SC Sand und dem 1. FC Nürnberg und den ersten Worten nach dem 1:1 (0:0) an seine Mannschaft umgehend in sein Arbeitszimmer.

Dort wollte sich der Sander Trainer eine Szene nochmals anschauen, um in der anschließenden Pressekonferenz fundiert Auskunft über das Geschehene machen zu können. Was sich Fischinger am Bildschirm in seinem Büro dann mehrmals ansehen musste, verschlug dem ansonsten so wortgewandten SC-Coach die Sprache: Denn in Spielminute 73 hatte die Unparteiische Sonja Reßler zur Überraschung aller Beteiligten – sowohl aufseiten des SC Sand als auch auf der des 1. FC Nürnberg – auf den Elfmeterpunkt gezeigt.

Was Reßler, die die Partie bis dahin souverän geleitet hatte, in dieser Situation geritten hat, wird ihr Geheimnis bleiben. Jedenfalls verhängte die Schiedsrichterin einen Strafstoß gegen die Gastgeberinnen, obwohl in der Szene zuvor Sands Abwehrspielerin Katharina Reisch ihre Gegenspieler weder berührt noch behindert hatte und diese sogar noch zum Torabschluss gekommen war. Niemand bei den Gästen wäre auf die Idee gekommen, einen Elfmeter zu fordern. Kerstin Bogenschütz nahm das Geschenk allerdings dankend an und verwandelte sicher zum 1:1-Endstand.

Kein Vorwurf an die Mannschaft

Dieser Gegentreffer warf den SC Sand dermaßen aus der Bahn, dass die Ortenauerinnen die Begegnung am Ende noch hätten verlieren können, doch Nürnberg ließ hochkarätigen Torchancen in den Schlussminuten fahrlässig liegen.

Bis zur Schlussviertelstunde hatte der SC Sand mit seiner bisher besten Saisonleistung überzeugt, hatte deutlich mehr Ballbesitz als die Gäste aus Franken und mehr als ein halbes Dutzend an Torchancen. „Ich kann der Mannschaft überhaupt nichts vorwerfen. Sie hat mit Emotion und Leidenschaft gespielt. Viel mehr als heute kann man nicht in ein Spiel investieren. Ich habe an dieser Mannschaft überhaupt keinen Zweifel, sie wird uns noch viel Freude bereiten“, so Sands Trainer.

1:0 durch McGovern

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Lediglich den fahrlässigen Umgang mit ihren Torchancen müssen sich die Gastgeberinnen ankreiden lassen. Bei einer Führung mit zwei oder mehr Toren, hätte der Strafstoß vermutlich keinerlei Einfluss auf die Punkteverteilung genommen.

Belohnt hatte sich der SC Sand für seinen Aufwand zunächst in der 60. Minute, als Fischinger Kathleen McGovern aufs Feld schickte und diese 15 Sekunden nach ihrer Hereinnahme mit ihrem ersten Ballkontakt per Kopf das 1:0 erzielte. Mustergültig bedient wurde sie dabei von Michelle Klostermann, die den Ball von links hereinbrachte. Ansonsten war es immer wieder Cindy König, die auf das Nürnberger Tor ballerte, an diesem Nachmittag allerdings kein Glück mit ihren Abschlüssen hatte.

Kritik an der Schiedsrichterin

So stand es am Ende 1:1 nach einer Partie, die Alexander Fischinger noch lange beschäftigen wird. „Schiedsrichterin zu sein ist sicherlich kein leichter Job. Wenn ich mich aber dafür entscheide, dann muss ich meine Arbeit auch gewissenhaft machen.“ Genau das vermisste der Schwarzwälder. „Heute bin ich total enttäuscht“, so der Sander Coach – allerdings meinte er damit nicht seine Mannschaft.

SC Sand – 1. FC Nürnberg 1:1 (0:0)
Sand: Schuldt – Reisch, Griß, Perl, Walaschewski – Evels, Stulin (79. Braun), Kuru (60. McGovern), Klostermann (90. Bissey) – König, Roque.
Nürnberg: Paulick – Thöle, Schneider, May, Führlein (66. Hein) – Bogenschütz, Kusch (70. Fournier), Mühlemann, Salfelder, Mai – Lein.
Schiedsrichterin: Sonja Reßler (Neckarau) – Zuschauer: 326.
Tore: 1:0 McGovern (60.), 1:1 Bogenschütz (73./Foulelfmeter).

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