Fußball-Bundesliga Männer

SC Freiburg 2:2 gegen FC Bayern: Würdiger Abschied aus altem Stadion

Autor: 
Daniela Frahm
Lesezeit 3 Minuten
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17. Mai 2021
Die Spieler des FC Bayern gratulieren Robert Lewandowski (Nr. 9) zum 1:0 gegen Freiburg und zum Müller-Rekord.

Die Spieler des FC Bayern gratulieren Robert Lewandowski (Nr. 9) zum 1:0 gegen Freiburg und zum Müller-Rekord. ©Tom Weller

Das 40. Tor von Robert Lewandowski in dieser Bundesligasaison, mit dem er Gerd Müllers fast 50-jährigen Rekord einstellte, war das große Thema nach dem 2:2 (1:1) des SC Freiburg gegen den FC Bayern München.

Der Treffer an sich war glanzlos. Den Foulelfmeter nach Videobeweis verwandelte der Ausnahmestürmer in seiner gewohnten Art, indem er Torwart Mark Flekken beim Anlaufen ausguckte. Und für die Freiburger war er nur eine Randnotiz im möglicherweise letzten Heimspiel im Schwarzwald-Stadion, bei dem es viele Gründe für einen hochemotionalen Abschied gegeben hätte: Ein Punktgewinn gegen den Meister, dazu nach zweimaligem Rückstand.

Letztes Spiel im leeren Stadion

„Stellen Sie sich vor, dieses Spiel wäre mit Fans gewesen, das Niveau dieses Spiels und auch diese Torfolge und die vielen Chancen auf beiden Seiten – da hätte die Hütte gebrannt“, weiß Christian Streich. Den SC-Trainer verbindet mit dem Stadion an der Dreisam eine lange gemeinsame Geschichte. Er war traurig über das letzte Spiel im leeren Stadion, aber hochzufrieden mit dem sportlichen Abschluss. „Es war uns extrem wichtig, dass wir ein leidenschaftliches Spiel machen, unabhängig vom Ergebnis, dass wir den SC Freiburg so präsentieren, wie die Leute uns kennen über die vielen Jahre“, erklärte Streich, „das ist dieser Mannschaft bravourös gelungen.“

40. Tor von Lewandowski

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Nach einem mutigen Beginn der Freiburger, die wie in Köln im 4-4-2 und mit nur einem Wechsel in der Start­elf (Baptiste Santamaria für Yannik Keitel) spielten, durfte dennoch Bayern als Erster jubeln. Ein Tritt von Lukas Kübler auf Thomas Müllers Fuß wurde vom Videoassistenten entlarvt und führte zum Elfmeter, der Lewandowski (26.) den Eintrag in die Fußballgeschichtsbücher sicherte. Aber schon kurz nachdem er sein T-Shirt mit der Aufschrift „4ever Gerd“ enthüllt und vor der Gästebank durch ein Spalier von Mannschaft, Trainern und Betreuern gelaufen war, glich der Sport-Club schon aus. Nach einer Ecke von Vincenzo Grifo sprang Manuel Gulde (29.) am höchsten und köpfte das 1:1.

Streich lobt sein Team

„Wir sind zweimal zurückgekommen gegen Bayern, wir hatten viele Torchancen, haben gut nach vorne gespielt, es war viel Spielfreude da“, lobte Streich sein Team, das auch in der Defensive sehr gut zusammengearbeitet und den Offensivspielern der Bayern nicht viel Platz gegeben habe. Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte bekam ihn allerdings der glänzend aufgelegte Leroy Sané. Die Freiburger hatten zunächst Glück, dass Serge Gnabry (51.) nach Sanés Solo und einem Querpass vor seinem Treffer ganz knapp im Abseits stand. Dann schoss Sané (53.) nach einer Vorlage von Müller aber selbst das 2:1 für die Münchner.

Günter gelingt das 2:2

Es folgten Großchancen, wie sie der Sport-Club wohl nur sehr selten gegen die Bayern hat. Nach glänzender Vorarbeit von Grifo und Christian Günter vergab Ermedin Demirovic (54.) aus kurzer Distanz den schnellen Ausgleich. Die eingewechselten Lucas Höler (71.) und Janik Haberer (73.) verzweifelten an Torhüter Alexander Nübel, der sein Bayern-Bundesligadebüt gab. Es passte aus Freiburger Sicht zur Geschichte des Spiels, dass Lewandowski (77./78./84.) trotz hochkarätiger Möglichkeiten der alleinige Rekord (noch) verwehrt blieb, und SC-Kapitän Günter (81.) das 2:2 gelang.
Nach Doppelpass mit Grifo und einer für ihn typischen Energieleistung schloss er mit einem Schuss in die lange Ecke ab. Dass Bundestrainer Joachim Löw auf der Tribüne kurz vor der Bekanntgabe des EM-Kaders eine weitere Glanzleistung des 28-Jährigen gesehen hat, wird ihm in diesem Moment weniger bedeutet haben als der würdige Abschluss in dem Stadion, in dem er zu einem der beständigsten Bundesligaprofis wurde.

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