Fußball-Bundesliga

SC Freiburg muss sich wehren

Autor: 
Daniela Frahm
Lesezeit 3 Minuten
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23. Oktober 2020

Freiburgs Trainer Christian Streich ©dpa-pipeline

Bei Familie Schlotterbeck war das kommende Wochenende seit Längerem für ein Familientreffen reserviert. Jetzt dürfen die Eltern von SC-Profi Keven Schlotterbeck und seinem an Union Berlin ausgeliehenen Bruder Nico zwar ins Stadion, wenn die Freiburger am Samstag (15.30 Uhr) An der Alten Försterei antreten, aber ihre Söhne werden sie wohl nicht auf dem Spielfeld sehen. 

Der erfolgreich gestartete Nico hat einen Muskelfaserriss im Oberschenkel und ist noch im Aufbautraining, Keven hingegen war in der Vorbereitung verletzt, „und braucht jetzt noch Läufe und Fitness“, wie Trainer Christian Streich erklärte. Für mehr als einen Bankplatz dürfte es für den älteren der Schlotterbeck-Brüder deshalb nicht reichen.

4500 Zuschauer im Stadion
„Wenn sie es gut machen in der Innenverteidigung, wird normalerweise nicht getauscht“, weiß Schlotterbeck, „das heißt für mich erst mal hinten anstellen.“ Trotzdem freut sich der 23-Jährige, „dass ich so schnell wieder in Köpenick bin, meinen Bruder und ehemalige Kollegen wiedersehe“. Denn bei Union hatte er während seiner Ausleihe letzte Saison nicht nur sportlich eine gute Zeit, sondern es gefiel ihm auch beim Club und in der Stadt. „Die Kulisse dort ist super“, sagt Schlotterbeck. Und auch wenn es ein Vorteil für Union sei, dass Zuschauer ins Stadion dürfen, freue er sich darüber – „es macht einfach den Fußball aus“.

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Obwohl die Corona-Infektionszahlen in der Hauptstadt weit über denen in Freiburg liegen, und der Sport-Club am letzten Wochenende kurzfristig komplett auf Zuschauer verzichten musste, darf Union am Samstag erneut vor 4500 Zuschauern spielen. Zum Verbot von Sprechchören und Fangesängen, das theoretisch schon letztes Mal galt, kam noch die Auflage hinzu, dass auch während des Spiels Masken getragen werden müssen.

Harte Gangart
Streich wird die Ungleichbehandlung wohl nicht gefallen, er hält sich bei der Bewertung aber zurück. „Es hat keine Relevanz, ob ich das sinnvoll finde“, sagte der SC-Coach, „ich gehe davon aus, dass Verantwortliche ihre Entscheidungen so treffen, dass keine Menschen gefährdet sind.“ Für seine Mannschaft sieht er darin jedoch eine zusätzliche Herausforderung: „5000 machen auch richtig Lärm, das sind wir gar nicht mehr so gewöhnt.“

Vor fast genau einem Jahr hat der Sport-Club das Auswärtsspiel An der Alten Försterei verloren, kurz danach auch noch das Pokalspiel im eigenen Stadion, in der Rückrunde gewann der SC allerdings im letzten Spiel vor der Corona-Pause gegen Union. Grundsätzlich liegt die Mannschaft von Urs Fischer mit dem „sehr aggressiven und harten Fußball“ den Freiburgern aber nicht so gut, erklärte Streich. „Wir sind nicht so ausgerichtet auf diese Härte, aber damit müssen wir umgehen, wenn wir nicht verlieren wollen.“ Seine Spieler müssten „sich wehren und Emotionalität entwickeln“, denn es könne „körperlich richtig weh tun, und auch läuferisch, dass dir die Lunge brennt“. Andererseits hätten sich die Berliner auch spielerisch verbessert, „nicht zuletzt durch Neuzugang Max Kruse, sie versuchen noch mehr fußballerisch zu lösen“.

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