Fußball

Streich am Ende maximal enttäuscht

Marc Faltin
Lesezeit 4 Minuten
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18. Mai 2024
Christian Streich verabschiedete sich mit einer Niederlage aus der 1. Fußball-Bundesliga.

Christian Streich verabschiedete sich mit einer Niederlage aus der 1. Fußball-Bundesliga. ©dpa/Andreas Gora

Die Ära des Freiburger Trainers endete am Samstag mit der 1:2-Niederlage bei Union Berlin, das damit den direkten Klassenerhalt feierte.

Die zwölfeinhalb Jahre lange Ära von Christian Streich als Cheftrainer des SC Freiburg endete am Samstagabend ohne Happy End. "Ich bin maximal enttäuscht", sagte Streich nach dem 1:2 (0:0) im bebenden Tollhaus der Alten Försterei in Köpenick, wo dem 1. FC Union Berlin vor 22.012 Zuschauern auch dank der Bochumer Niederlage in Bremen in der Nachspielzeit doch noch der direkte Klassenerhalt glückte.

Streich, der vor dem Anpfiff reichlich Applaus auch von den Union-Fans erhalten hatte und nach dem Abpfiff einmal mehr von 2500 mitgereisten SCF-Fans gefeiert wurde, kämpfte nach seinem Statement in seiner letzten Pressekonferenz nach seinem letzten Bundesliga-Spiel gegen Tränen an. Seine Enttäuschung habe vor allem mit ihm selbst zu tun, "ich konnte wohl nicht mehr die nötigen Impulse für die Mannschaft bringen", so der 58-Jährige und schüttelte seinen gesenkten Kopf: "Dass wir keines der letzten Spiele gewinnen konnten, ist unglaublich."

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Besonders schmerzte Streich nochmals der Verlauf der letzten beiden lange dominanten Heimspiele, das 1:2 gegen Wolfsburg und das 1:1 gegen den 1. FC Heidenheim, der wiederum die Gunst der Stunde nutzte. Durch das 4:1 gegen den absteigenden 1. FC Köln sprang der Neuling in seiner ersten Bundesliga-Saison auf Rang 8. Sollte der ungeschlagene deutsche Meister Bayer 04 Leverkusen am kommenden Samstag seiner riesigen Favoritenrolle im DFB-Pokalfinale gegen den Zweitligisten 1.FC Kaiserslautern gerecht werden, sind die Heidenheimer in der Conference League am Ball. Der Sport-Club schließt diese denkwürdige Spielzeit auf Rang 10 ab, mit der schlechtesten Platzierung des Baden-Württemberg-Quartetts. Der VfB Stuttgart feierte die Vizemeisterschaft, weil die TSG Hoffenheim den FC Bayern München mit 4:2 besiegte und ihren 6. Rang, ihr Ticket für die Europa League, ins Ziel brachte.

Noch mehr gejubelt wurde natürlich an der Kultstätte des deutschen Profifußballs. Erneut erwies sich der 1.FC Union Berlin als Spielverderber für die Breisgauer. Vor fast genau einem Jahr schnappten sich die Eisernen knapp vor dem Sport-Club das Ticket für die Champions League, nicht zuletzt durch das ebenfalls dramatische 4:2 am drittletzten Spieltag gegen die Freiburger. Nun drückte mit Janik Haberer ausgerechnet ein Ex-Freiburger in Minute 2 der siebenminütigen Nachspielzeit den Ball zum 2:1 ins Netz, nachdem SCF-Keeper Noah Atubolu einen Foulelfmeter von Kevin Volland an den Pfosten gelenkt hatte. Bereits in der 38. Minute parierte Atubolu einen Handelfmeter von Josip Juranovic und hätte zum großen Helden werden können in seiner ersten Saison als Freiburger Nummer 1 mit einigen Patzern, aber bedingungsloser Unterstützung durch Streich. Atubolu war indes chancenlos, als Benedict Hollerbach in der 68. Minute aus 16 Metern genau in den oberen Torwinkel traf. Doch als der kleine Ritsu Doan (85.) das Kopfballduell gegen den deutlich größeren Robin Gosens gewann und ausglich, deutete alles auf einen glücklichen Ausgang dieses 34. Liga-Spiels und damit dieser gesamten Spielzeit für die Freiburger hin. Dieses 1:1 bescherte den so bedeutenden 8. Tabellenplatz. Bis Maximilian Eggestein, insgesamt einer der besten SCF-Akteure in dieser Saison, sich eine Ringkampfeinlage mit Danilho Doekhi nahe des Elfmeterpunktes leistete, auf die Schiedsrichter Christian Dingert freie Sicht hatte.

"Ick freu mich so doll für dich", drückte Union-Präsident Dirk Zingerle mit Gonsens einen jener Neuzugänge, die nicht die Erwartungen erfüllen konnte, ganz eng. Einen Meter weiter vertröstete Freiburgs Kapitän Christian Günter, längere Zeit der Konkurrent von Gosens auf der linken Außenbahn der Nationalmannschaft, auf den Dienstag oder Mittwoch: "Mit etwas Abstand legt sich die Enttäuschung über diese bittere Niederlage, wir sind in Europa zwei Runden weitergekommen und konnten bis zum letzten Tag wieder um Europa kämpfen, trotz der vielen Verletzungen in dieser Saison." Und er drückte nochmals "pure Dankbarkeit" für seinen großen Förderer aus, "der etwas in mir gesehen hat, was andere nicht gesehen haben." Bei Christian Streich könnte es länger dauern, sein 387. Bundesliga-Spiel als Chefcoach zu verdauen. Die "Legende des SC Freiburg", so Günter, hat aber nun ohnehin genügend Zeit.

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