Achern

SV Kehl steht bei Hallenbad-Schließung vor dem Aus

Autor: 
Udo Künster
Lesezeit 3 Minuten
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15. April 2017

(Bild 1/2) Die Verantwortlichen des SV Kehl, von links: Annette Eidel (Pressewart), Sven Pieber (Vorsitzender), Pascal und Sandra Mnich (Trainer), Peter Mahrholz (stellvertretender Vorsitzender) und Gerd Baumer (Aktiver und Ex-Stadtrat) fürchten um die Zukunft des Schwimmvereins. ©Udo Künster

Die drohende Schließung des Kehler Hallenbades bedroht die Existenz eines Vereins und einer privaten Schwimmschule. Innerhalb von drei Wochen wurden inzwischen über 8000 Unterschriften zum Erhalt des Hallenbades gesammelt.

Die Statik des Hallenbad-Daches und die mögliche Schließung auf Dauer erregen die Gemüter beim Schwimmverein Kehl und der Öffentlichkeit im gesamten Hanauerland. Auch ein Kamerateam des SWR war vor Ort und die Sendung wird am Freitag, 21. April, um 18.45 Uhr in der »Landesschau« ausgestrahlt. 
Am Dienstagabend hatten Vorsitzender Sven Pieber, Stellvertreter Peter Mahrholz, Trainer Pascal Mnich und Ex-Stadtrat Gerd Baumer, zugleich in der Seniorengruppe aktiv, ein Gespräch mit dem städtischen Beigeordneten Harald Krapp und Michael Heitzmann, Leiter Gebäudemanagement. »Unsere Situation wird anscheinend wahrgenommen, aber eine Lösung ist nicht in Sicht«, berichtete Sven Pieber, auf Anfrage unserer Zeitung.
Im Mai soll dem Gemeinderat eine allgemeine Übersicht für ein Bäderkonzept vorgelegt werden, jetzt ergänzt durch die Problematik Hallenbad-Dach. Sollte es zu einer langfristigen Schließung kommen, rechnet Sven Pieber im Nachwuchsbereich mit dem Wegbrechen von mindestens 50 Prozent: »Vielleicht könnten wir einige Aktive im Offenburger Verein unterbringen, aber das wären vielleicht fünf bis zehn Sportler. Zusätzliche Kapazitäten sind in den Hallenbädern Offenburg und Freistett genauso wenig vorhanden wie in Honau, dessen Bahn zudem viel zu klein ist.«
Sven Pieber und Peter Mahrholz sind sich einig, dass der Verein bei einer Schließung für länger als einen Winter vom Aus bedroht ist. 
Annette Eidel, Schwimmmutter und für die Pressearbeit zuständig, verneint auch das Ausweichen nach Straßburg: »Alternativen gibt es für uns keine. Wir können erst nach Schulende gegen Abend mit den Kindern zum Training. Da wären wir aufgrund der Verkehrssituation mit den Staus viel zu lange unterwegs.«
10000 Unterschriften?
Ein anderer Trainingsort wäre auch logistisch eine unlösbare Aufgabe, die mehr als 120 Schwimmer zu transportieren.  Betroffen wären auch die Schulen in Kehl und in den umliegenden Gemeinden, die regelmäßig im Hallenbad den Sportunterricht durchführen und Kinder ans Wasser sowie zum Schwimmen heranführen. »Es gab im vergangenen Jahr in Deutschland 57 tödliche Badeunfälle von Kindern und daran sieht man, wie wichtig es ist, dass Schwimmen beigebracht wird«, erklärte Ex-Stadtrat Gerd Baumer, der sich als Aktiver und Mitglied für den Erhalt des Hallenbades einsetzt und sich über die Unterstützung aus der Bevölkerung freut: »Am Anfang haben wir mit 5000 Unterschriften gerechnet, aber nach drei Wochen können wir nicht ausschließend, dass wir bald die
10 000 überschreiten.«
Betroffen wäre aber nicht nur der Verein selbst, sondern auch die private Schwimmschule von Sandra Mnich, die gemeinsam mit ihrem Mann Pascal die derzeit 40 Wettkampfschwimmer trainiert und gleichzeitig für den Schwimmverein Nachwuchs aus den Reihen der Kinder akquiriert, die sich als besonders talentiert zeigen: »Wir sind sieben Monate im Hallenbad und zugleich wetterunabhängig, um aufbauendes Training zur Weiterentwicklung der Anfänger zu leisten.« Sie betreut zudem die Schwimm-AG des Einstein-Gymnasiums, die Schülern der fünften Klasse die Möglichkeit bietet, schwimmen zu lernen. 
Harter Einschnitt
Wirtschaftlich wäre es für Sandra Mnich ebenfalls ein harter Einschnitt, da sie für ihre Firma gar keine Möglichkeit erhalten würde, in einem anderen Bad ihren Beruf fortzuführen: »Dort sind entweder andere Schwimmlehrer oder städtische Angestellte tätig und ich käme dort gar nicht rein.« Die Zeit brennt also nicht nur dem Schwimmverein unter den Nägeln.

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