Lokalsport

TV Bühl: Mit »Hubschrauberto« ins Abenteuer Bundesliga

Autor: 
Winfried Heck
Lesezeit 3 Minuten
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01. Oktober 2009
Foto: Sreten Konstantinovic - Bühls Trainer Eichinger wei?: es wird hart.

Foto: Sreten Konstantinovic - Bühls Trainer Eichinger wei?: es wird hart.

Als Nobody und mit vielen Greenhörnern startet der TV Bühl und sein routinierter Trainer Matthias Eichinger am Sonntag ins Abenteuer Volleyball-Bundesliga.
Bühl. Vergleichsweise spät beginnt die 1. Volleyball Bundesliga der Männer in diesem Jahr, die EM in der Türkei ließ einen früheren Start nicht zu. Für Aufsteiger TV Bühl kommt dieser späte Auftakt aber noch immer einige Wochen zu früh. »Wir brauchen noch Zeit«, warnt Trainer Mathias Eichinger schon jetzt vor zu großen Erwartungen. So kommt das knüppelharte Auftaktprogramm, mit dem Auftritt beim Vizemeister und selbst ernannten Meisterschaftskandidaten Generali Haching gerade recht. »Dort haben wir absolut nichts zu verlieren und müssen nur schauen, wie wir uns einigermaßen anständig aus der Affäre ziehen«, sagt der Trainer. Was wie Zweckpessimismus klingt, hat handfeste Gründe. Während Bühl schauen muss, Boden unter die Füße zu bekommen, kann Haching aus dem Vollen schöpfen. Fünf aktuelle deutsche Nationalspieler hat Trainer Mihai Paduretu zur Verfügung, darunter auch den Ex-Offenburger Patrick Steuerwald. Dagegen lastet auf den jungen Bühler Spielern ein enormer Druck. Nicht etwa, weil Eichinger zu hohe Erwartungen in seine Youngsters setzt, sondern weil sie vom Gegner vermutlich als Schwachstellen ausgemacht werden. Volleyball ist in dieser Beziehung gnadenlos. Mit allen Mann hinten rein stehen und verteidigen – wie beim Fußball gerne praktiziert – geht nun mal nicht. Stattdessen wird mit chirurgischer Genauigkeit der Schwachpunkt beim Gegner bloßgelegt und konsequent mit Bällen eingedeckt. Erschwert wird die Situation dadurch, dass Eichinger in der Vorbereitung nur selten alle Spieler zur Verfügung hatte. Einige Neuzugänge kamen kurzfristig oder sind, wie »Rohdiamant« Herman Engala (Afrikameisterschaft), noch gar nicht in Bühl eingetroffen. Hinzu kam, dass sich Neuzugang Robert Klein einen komplizierten Fingerbuch zuzog und für Wochen ausfällt. Auch Charles Engohe, der zweite Kameruner, ist nach seiner Rückkehr vom Nationalteam noch längst nicht in Bestform. Eine große Baustelle wurde hingegen erledigt. Im Ungarn David Molnar wurde ein erstklassiger Libero verpflichtet, der bestens ins Mannschaftsgefüge passt. »David ist ein sehr positiver, offener Mensch, der zudem einen Uni-Abschluss in Psychologie hat. So einer tut uns gut«, freut sich der Coach. Molnar zeigte auch beim Test in Friedrichshafen, wie wertvoll er werden kann, doch er alleine wird es in der Annahme nicht richten können. Und die Annahme, daran lässt Eichinger keinen Zweifel, ist das entscheidende Element. So werden bei der Aufstellung auch die Annahmequalitäten eine große Rolle spielen. Deshalb spricht vieles dafür, dass der erst 18-jährige Benjamin Dollhofer in Haching von Beginn an als Außenangreifer auf dem Feld steht. Die Alternative wäre der gerade mal zwei Jahre ältere Valters Lagzdins, für den seine Urgewalt beim Aufschlag spricht. Die Diagonale ist fest für Neuzugang Heriberto Quero reserviert. Der »nur« 1,89 Meter große Venezuelaner, der zuvor sechs Jahre beim vielfachen Vize-Meister und Champions-League-Teilnehmer spielte, gilt als einer der sprunggewaltigsten Spieler der gesamten Liga, was ihm den Ehrentitel »Hubschrauberto« einbrachte. Ebenfalls gesetzt sind der neue Kapitän Alex Ondelj auf der Zuspielposition, sowie Ex-Kapitän Goran Iliev in der Mitte. »Wir müssen locker bleiben und einigermaßen stabil unser Spiel aufziehen. Damit wäre ich zufrieden«, sagt Eichinger. Spränge dann auch noch ein Satzgewinn heraus, wäre das in Haching fast schon Gold wert.

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