Volleyball

VC Offenburg bringt Favorit ins Wanken

Autor: 
Heiko Rudolf
Lesezeit 3 Minuten
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26. Oktober 2016
Zwei Sätze lang auf Augenhöhe mit Erstligist Köpenicker SC agierten die Offenburger Zweitliga-Volleyballerinnen um Richarda Zorn (Mitte) und Tanya Paulin (r.).

(Bild 1/2) Zwei Sätze lang auf Augenhöhe mit Erstligist Köpenicker SC agierten die Offenburger Zweitliga-Volleyballerinnen um Richarda Zorn (Mitte) und Tanya Paulin (r.). ©Ulrich Marx

Die Volleyballerinnen des VC Printus Offenburg haben die erhoffte Sensation verpasst. Die Mannschaft von Trainerin Tanja Scheuer brachte den Berliner Erstligisten Köpenicker SC am Mittwochabend im Achtelfinale des DVV-Pokals vor 530 Zuschauern kräftig ins Schwitzen, unterlag am Ende nach großem Kampf aber mit 0:3 (17:25, 25:27, 24:26).

»Der VCO braucht einen optimalen Tag«, hatte Volker Schebesta, Landtagsabgeordneter der CDU, kurz vor Spielbeginn prophezeit. Und 84 Spielminuten später stand fest: Der amtierende Zweitliga-Meister aus der Ortenau hatte zumindest zwei Sätze lang genau so einen. Dennoch mischte sich bei VCO-Trainern Tanja Scheuer nach Spielende der Stolz über die Leistung ihres Teams mit der Enttäuschung über die nur auf dem Papier deutliche 0:3-Niederlage: »Wir haben alles gegeben und gegen einen Erstligisten zwei Sätze sehr knapp verloren. Ich kann meine Emotionen noch nicht richtig einordnen.«

Schellenberger erfolgreichste Punktesammlerin

Scheuer startete im Vergleich zum jüngsten 3:0-Ligasieg gegen den VC Neuwied wieder mit Sophie Bähr auf der Diagonalposition. Die ersten Punkte für die Ortenauerinnen erzielte Juniorinnen-Nationalspielerin Pia Leweling, die von Beginn an vom Gegner wenig beeindruckt schien. Doch bereits beim 3:8 zur ersten Technischen Auszeit zeigte sich der Klassenunterschied vor allem in den Elementen Aufschlag und Annahme. Mit einem Blockpunkt und zwei Schnellangriffen der besten Offenburger Punktesammlerin (10) an diesem Abend, Sophie Schellenberger, den VCO wieder heran. Doch die 1,89 Meter große Köpenicker Außenangreiferin Nicole Walch bekam der Block-/Abwehrverbund des VCO einfach nicht in den Griff, sodass Durchgang eins relativ klar mit 17:25 an den Bundesligisten ging.

Um mehr Druck auf der Diagonalen zu erzeugen, brachte Scheuer in Satz zwei Molly Karagyaurov ins Spiel. Der VCO hatte seine Nervosität abgelegt, lag beim 7:5 zwischenzeitlich vorne und schürte die Hoffnungen der Fans auf eine Überraschung. Svenja Engelhardt stabilisierte mit ihrer Erstligaerfahrung die weiterhin stark unter Druck stehende VCO-Annahme, doch Köpenick ließ nicht locker (11:16). Nach einigen taktischen Wechseln konnte der Gastgeber trotz 14:21-Rückstand in einer hochdramatischen Satzendphase zwar nochmal zum 23:23 ausgleichen und die Halle zum kochen bringen, der mögliche Satzgewinn blieb dem in der Abwehr unermüdlich kämpfenden VCO nach zwei abgewehrten Satzbällen beim 25:27 aber verwehrt.

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Überraschung greifbar

Scheuer brachte in Durchgang drei Leweling auf der Diagonalen, Engelhardt und Karagyaurov besetzten die Außenpositionen. Die VCO-Annahme blieb unter Dauerbeschuss – und obwohl die Offenburger Zuspielerin Richarda Zorn zunächst nur selten alle Möglichkeiten im Angriffsaufbau hatte, versäumt es Köpenick sich frühzeitig abzusetzen (7:8). Diese Chance nutzten das vom Publikum angepeitschte Heimteam, spielte auf Augenhöhe mit dem Favoriten und lag – angetrieben von Engelhardt und Karagyaurov – plötzlich mit 17:14 in Führung, der Satzgewinn schien greifbar. Doch die eingewechselte Dominice Steffen brachte Köpenick wieder heran (20:20). Den ersten Matchball vergab Köpenick noch, sicherte sich beim 26:24 dann am Ende aber doch noch den 3:0-Zittersieg. 

Standing Ovations

Die Zuschauer dankten den Spielerinnen dennoch mit Standing Ovations für einen tollen Volleyballabend, während Gästetrainer Manuel Rieke kräftig durchschnaufte: »Danke ans Publikum, die Stimmung war genial. Es war sehr schwer für uns, hier zu bestehen.«
 

Info

Für den VCO spielten

Katrin Kreuzer, Sarah McKinny, Tanya Paulin, Sophie Schellenberger, Pia Leweling, Sophia Bähr, Lisa Solleder, Richarda Zorn, Molly Karagyaurov, Salomé Dikongué, Hanna Frei und Svenja Engelhardt.

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