Lokalsport

Vorteil TuS Ferndorf, aber das Ergebnis lässt alle Chancen

Alexander Hornauer
Lesezeit 6 Minuten
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31. Mai 2024

©Handball.BO.De

Der HC Oppenweiler/Backnang zeigt im Aufstiegsspiel zur 2. Bundesliga eine starke zweite Halbzeit, kämpfte sich auf 31:34 heran. Deshalb reist die Mannschaft von Trainer Daniel Brack trotz Niederlage mit realistischen Erfolgsperspektiven zum Rückspiel.

HCOB-Coach Daniel Brack meinte nach dem nervenaufreibenden Match: „Trotz der Niederlage bin ich nicht unzufrieden, denn das Ergebnis lässt uns für das Rückspiel alle Chancen offen.“ Gästecoach Ceven Klatt war auch nicht unglücklich, „für uns ist das eine gute Ausgangslage.“ Es waren die verschiedenen Sichten auf den gleichen Fakt: der TuS Ferndorf nimmt drei Tore Vorsprung mit nach Hause. Und klar, drei Tore müssen in Ferndorf erst einmal aufgeholt werden. Der Staffelsieger aus dem Süd-Westen zeigte große spielerische Klasse und machte deutlich, warum er auch nach nun 31 Meisterschaftsspielen bundesweit die einzig unbesiegte Drittliga-Mannschaft dieser Saison ist. Aber drei Tore können schnell kippen. Ein guter Start ins Spiel, starke Phasen während der Partie – und es kann richtig eng werden.

Der HCOB zeigte im Hinspiel großer Leidenschaft und Emotionalität. Die Mannschaft hatte in der ersten Halbzeit zahlreiche guten Chance, „aber da haben wir zu viele freie Würfe vergeben, vor allem von den Außenpositionen“ (Daniel Brack). Oft war Endstation beim Ferndorfer Torwart Lukas Puhl, der starker Rückhalt seines Teams war. In einigen Situationen hätte man sich beim HCOB die Dynamik von Elias Newel gewünscht, aber der Juniorennationalspieler musste verletzt passen. Bei den Ferndorfern, die im Angriff sehr strukturiert spielten, ragte Marvin Mundus als Torschütze heraus. Er hatte am Ende zehn Treffer erzielt. In der Schlussphase der ersten Halbzeit war er kaum zu bremsen. Die Gäste führten beim Seitenwechsel mit 17:12.

In der zweiten Spielhälfte spielte der HCOB im Angriff mit viel Druck. Gästecoach Ceven Klett befand, „dass uns die zuvor so gute Abwehr- und Torwartleistung in der zweiten Halbzeit gefehlt hat.“ Die Murrtaler mussten gegen die nicht zimperliche Ferndorfer Abwehr weiter hart für jedes Tor kämpfen. Aber sie schafften es, gute Wurfsituationen zu generieren und auch zu nutzen. Die Murrtaler hatten mehr Wurfglück, ein paar Abpraller und Torerfolge im zweiten Versuch – ein Indiz für großen Einsatz. In der Verteidigung sorgte Torwart Levin Stasch mit Paraden für Aufbruchstimmung. Der HCOB kämpfte sich nach sechs Toren Rückstand heran. Tim Dahlhaus machte ein gutes Spiel, setzte sich entschlossen durch. Aus sechs Toren Rückstand machten die Gastgeber ein 22:24, nach einem Kontertor von Niklas Diebel wackelten die Wände.

Gästecoach Ceven Klett nahm nach 45 Minuten eine Auszeit. Die verlieh seinem Team Stabilität, es konnte sich wieder ein bisschen Luft verschaffen. Der HCOB vergab zwei Siebenmeter, ausgerechnet in dieser wichtigen Phase. Aber die Mannschaft ließ nicht mehr locker und Ferndorf nicht erneut wegziehen. Die Hausherren überzeugten durch einen guten Mix aus spielerischen Lösungen und Entschlossenheit. Trainer Daniel Brack fand: „In der zweiten Spielhälfte hatten wir dann eine herausragende Angriffsleistung und sind dorthin, wo es weh tut.“ Und weil die Murrtaler in Person von Geburtstagskind Philipp Maurer (34) auch das letzte Wort hatten und auf 31:34 verkürzten, war zwar das Spiel verloren – das Duell als solches aber geht mit Spannung ins zweite Aufeinandertreffen.

Der routinierte Torwart Jürgen Müller jedenfalls gab sich gleich nach Spielende kämpferisch: „Das kann man aufholen. Nach dem Spielverlauf heute müssen wir mit dem Ergebnis zufrieden sein, aber es lässt uns alle Chancen – und genau so gehen wir das Rückspiel auch an.“ Seine unerschrockene Haltung begründet er auch damit, „dass wir uns im Laufe des Spieles gesteigert haben, und das macht Mut.“

Stimmen zum Spiel

HCOB-Trainer Daniel Brack: „Trotz der Niederlage bin ich nicht unzufrieden, denn das Ergebnis lässt uns für das Rückspiel alle Chancen offen. In der ersten Halbzeit haben wir zu viele freie Würfe vergeben, vor allem von den Außenpositionen. In der zweiten Spielhälfte hatten wir dann aber eine herausragende Angriffsleistung und sind dorthin, wo es weh tut.“

TuS-Trainer Ceven Klatt: „Es war ein tolles Spiel in toller Atmosphäre. Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und konnten uns durch Abwehr und Torwart absetzen – das hat uns in der zweiten Halbzeit dann aber gefehlt. Im Angriff war es insgesamt ein sehr gutes Spiel mit 34 Toren auswärts, wir haben damit eine sehr gute Ausgangslage.“

Rund ums Spiel

Der Sieger aus dem Duell zwischen dem HCOB und Ferndorf trifft entweder auf den TV Emsdetten oder den MTV Braunschweig. Im ersten Spiel legte Emsdetten zwei Tore Vorsprung vor. Die HSG Konstanz, Staffelsieger im Süden, holte bei der HSG Krefeld Niederrhein ein Remis (22:22), verspielte aber eine deutliche Pausenführung. Außerdem siegte der HC Empor Rostock mit fünf Toren Vorsprung gegen den HC Eintracht Hildesheim.

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Verletzungsungewissheit herrscht bei Axel Goller, er musste im Laufe des Spieles angeschlagen runter. Auch Timm Buck ging nach rund 35 Minuten mit schmerzverzehrtem Gesicht vom Feld, kehrte aber noch im Laufe der Partie zurück.

Das Rückspiel findet bereits am Sonntag um 16.30 Uhr in der Sporthalle Stählerwiese in Kreuztal statt. Wer mitfahren möchte, kann sich bis Freitagmorgen um 11 Uhr unter www.hcob.de/fanbus für die Auswärtsfahrt anmelden.

HC Oppenweiler/Backnang – TuS Ferndorf 31:34

HC Oppenweiler/Backnang: Levin Stasch, Jürgen Müller (Tor), Daniel Schliedermann (5), Timm Buck (4/1), Alexander Schmid, Markus Dangers (1), Niklas Diebel (1), Tim Dahlhaus (7), Martin Schmiedt, Lukasz Orlich, Axel Goller (6/4), Florian Frank (3), Philipp Maurer (3), Lukas Rauh (1). – Trainer: Daniel Brack.

TuS Ferndorf: Lucas Puhl, Jonas Wilde (Tor), Josip Eres (6/3), Gabriel da Rocha Viana (3), Julius Fanger (2), Ante Simic, Arvid Poetz, Mattis Michel (3), Daniel Hideg (2), Nikita Pliuto, Marvin Mundus (10), Janko Kevic (3), Fabian Hecker (2), Valentino Duvancic (3). – Trainer: Ceven Klatt.

Schiedsrichter: Sven Ernst (Fellbach) und Johannes Friedhoff (Freiburg).

Zuschauer: 700 (ausverkauft).

Siebenmeter: 5/7 : 3/3 (Goller wirft über das Tor und scheitert an Wilde).

Zeitstrafen: 8:12 Minuten (Schliedermann, Dangers, Dahlhaus, Rauh – da Rocha Viana, Michel, Hideg, Mundus, Kevic, Duvancic).

Spielverlauf: 4:6, 10:14, 12:17 – 15:21, 22:24, 28:31, 31:34.

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