Lokalsport

Zum ganz großen Faustball-DM-Fest fehlte nur eine gute FFW-Leistung

Autor: 
Thomas Kastler
Lesezeit 5 Minuten
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03. März 2002
Als die Musik bei der Endrunde um die deutsche Faustballmeisterschaft in Willstätt gestern richtig zu spielen begann, hatten die Offenburger Feuerwehrler die Instrumente bereits weggelegt. Sie schieden am Samstag nach zwei Vorrundenniederlagen aus, durften am Sonntag im Halbfinale nur noch vier Gästeteams zusehen, die den Deutschen Meister ausspielten. Der hieß am Ende Westfalia Hamm nach einem 2:0-Finalsieg über Rot-Weiß Koblenz.
Willstätt. Medaillenträume waren vorhanden - mehr auch nicht! Die samstägliche Leistung der gastgebenden Offenburger FFW-Mannschaft in der Vorrunde dieser DM reichte nicht aus, um in die Endphase eingreifen zu können. »So wir wir gespielt haben, kann man keine höheren Ziele bei deutschen Meisterschaften anpeilen. Wir sind verdient ausgeschieden«, sagte ein enttäuschter FFW-Spielertrainer Ralf Herp, nachdem seine Mannschaft Punkt 16 Uhr den letzten Ball schlug und damit aus dem Rennen war. Über 800 Zuschauer waren bereits am ersten Spieltag dieser Männer-Titelkämpfe in der Hanauerlandhalle gekommen, sehr zur Freunde der ausrichtenden Offenburger Faustballvereine FFW und OFG. Während organisatorisch alles vorzüglich ablief, ließ das Entscheidende zu wünschen übrig, nämlich ein sportlich erfolgreicher Auftritt der FFW-Mannschaft. In der Dreiergruppe zusammen mit Nordmeister Hamm und dem Norddritten Brettorf hatte sie zumindest Rang zwei oder drei im Visier. Dafür war am ersten Tag ein Sieg nötig. Und den schafften die Offenburger nicht. Die Mannschaft aus Brettorf sorgte, unterstützt von fast 100 Faustballfans, gleich zum Auftakt für einen Knaller. Sie besiegte Westfalia Hamm in zwei Sätzen. Anschließend waren Offenburgs Mannen um Spielertrainer Ralf Herp gefordert. Ein Erfolg im ersten Spiel über die Überraschungsmannschaft aus Niedersachsen sollte die halbe Miete für den Einzug ins Halbfinale sein. FFWO - Brettorf 0:2 Der Sensationssieger des ersten Spiels hatte Flügel bekommen. »Jetzt greifen wir auch gegen Gastgeber Offenburg voll an«, meinte Brettorfs Trainer Ralf Kreye, der am Samstag seinen 33. Geburtstag feierte, voller Euphorie. Die Feuerwehrler begannen behutsam, lagen 7:5 im ersten Satz vorne, noch war alles im grünen Bereich. Dann die ersten Unstimmigkeiten und Punktverluste bei den Offenburgern. Die beiden Schlagleute der Gäste, Nationalspieler Jens Kolb und Lars Behm, waren ständig für Punkte gut, bei der Feuerwehr hielt zwar Bernd Konprecht dagegen, aber der zweite Mann im Angriff, Dirk Bürkle, lief mit all seinen Aktionen ins Leere. Plötzlich wurde aus einem 8:8 ein 10:13. Noch schien beim 16:17 alles offen, aber Fehler wurden bestraft - 17:20. Beim FFW-Quintett sah man noch keinen Grund für eine Umstellung. Birth, Rottenecker, Herp, Bürkle und Konprecht gingen motiviert in den Satz zwei, legten sprichwörtlich los wie eine Feuerwehr. 8:2 lautete die Offenburger Führung. Die Zuschauer kamen auch in Schwung, glaubten an eine Wende des gesamten Spiels. Aber dies ging nicht mit Brettorf. Eiskalt schlichen sie sich wieder heran, nutzten FFW-Fehler aus. 9:9 der Zwischenstand, danach beim 12:11 die letzte Offenburger Führung der gesamten Titelkämpfe. Das war es dann auch schon. Bis zum Satzende hinkte man dem Gegner nur noch hinterher: 12:14, 13:16, 15:18, Hoffnung bei 17:18, schließlich wieder 17:20. »Es ist noch gar nichts passiert. Wir müssen nun Hamm schlagen, dann ist alles okay.« Noch war Optimismus bei Bernd Konprecht Trumpf. »Wir waren nicht besondetrs gut, aber das lässt sich jetzt noch reparieren.« So die Meinung von Trainer Ralf Herp. Aber genauso dachten zur selben Zeit die Akteure von Westfalia Hamm, die voller Ungeduld auf ihre zweite Partie warteten. Auch sie wollten den ersten Schaden so schnell wie möglich wiedergutmachen. Hamm - FFWO 2:0 Unverändert gingen die Offenburger in die entscheidende Begegnung gegen den Nordmeister. Für Ruf, Lutz und Prokopp war anfangs nicht mehr als Daumendrücken möglich. Aber von Anfang an lief alles schief. Fehler über Fehler. Bernd Konprecht hatte bei seinen Aufschlägen die Leine mehrfach im Visier. Nationalspieler Niels Pannewig bei Hamm war dagegen auf der anderen Seite die Ruhe selbst. Er trieb mit seinen Schlägen die Offenburger zur Verzweiflung. Aus dem 1:4 wurde ein Offenburger 2:8-Rückstand. Jetzt kam Lutz für Bürkle. Aber das Team war verunsichtert. Bernd Konprecht stand ganz im Schatten seines Gegenübers. Und der 18fache Nationalspieler Niels Pannewig spielte seine ganze Klasse aus. So stand es: 2:11, 7:14, 7:17. Bei Offenburg ging Kapitän Konprecht nun entnervt vom Platz. (»Mit hilft jetzt nur noch ein Schluck Melissengeist«). Der Rest brachte den Satz als 12:20-Verlierer zu Ende. Selbstvertrauen weg Vom FFW-Selbstvertrauen nach einer guten Punktspielsaison war schon jetzt nichts mehr zu spüren. Auch beim Publikum sprang kein Funke mehr über. Die angestrebte Medaille der Mannschaft entschwand für die FFW im zweiten Satz sehr schnell durch den Hinterausgang der Hanauerlandhalle. Vielmehr summierten sich weiter die Fehler - und gleich wieder 0:3 und 2:6. Auszeit beim 3:8. André Prokopp kam für Dirk Bürkle. Aber schon zu diesem Zeitpunkt war dies nicht mehr als ein Verzweiflungswechsel. Kaum noch gelungene Schläge von Bernd Konprecht. Die Männer aus Hamm hatten alles unter Kontrolle. Sie bauten ihren Vorsprung auf 10:3 und 13:4 aus. Der kleine Schimmer, der bei den Ortenauern beim 10:16 und 12:17 noch einmal aufglimmte, erlosch sehr schnell. Wenig später war mit 14:20 auch dieser Satz, das Spiel und sämtliche Hoffnungen dahin. Hamms bekannter Nationalspieler Niels Pannewig gab zu, dass man weniger dank eigener Spielstärke als vielmehr durch Offenburger Fehler dieses Spiel so unerwartet leicht gewonnen hatte. »Glück für uns, dass Bernd einen schwarzen Tag hatte«, meinte der Schlagmann der Westfalen. Weil ging`s nicht besser Für den Süddritten in der anderen Gruppe, die Spielvereinigung Weil der Stadt, war die Luft in dieser Endrunde auch zu dünn. Wenigstens durften sich die Württemberger über einen Satzgewinn gegen Südmeister Koblenz freuen. Danach schwammen ihen gleichfalls die Felle davon. In dieser Gruppe erreichten Hannover und Koblenz locker das sonntägliche Halbfinale.

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