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Dahlmeier holt zweites Olympia-Gold - «Überstrahlt alles»

Autor: 
dpa
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12. Februar 2018
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Laura Dahlmeier siegte auch in der Verfolgung.

Laura Dahlmeier siegte auch in der Verfolgung. ©dpa - Andrew Medichini/AP

Laura Dahlmeier fühlte sich wie eine Eisprinzessin. Als die Doppel-Olympiasiegerin nach dem nächsten Coup in der Biathlon-Verfolgung in der Kälte von Pyeongchang wieder aufgetaut war, machte die siebenmalige Weltmeisterin ihre Späßchen.

«Vielleicht sieben?», sagte sie auf die Frage nach ihren weiteren Gold-Ambitionen. Die nächste Antwort gab sie gleich selbst: «Nein, es sind ja nur sechs Rennen!»
Für Dahlmeier geht es am Mittwoch im Einzel weiter. «Im Moment bin ich richtig kaputt. So ist es mir im letzten Jahr in Hochfilzen auch gegangen, dass ich gar nicht gedacht habe, aus dem Bett rauszukommen», sagte sie. Fünfmal Gold, einmal Silber waren im vergangenen Februar ihre geschichtsträchtige WM-Ausbeute in Tirol.
Ihr zweiter Gold-Lauf in Südkorea war eine Demonstration der Stärke. Deutschlands Sportlerin des Jahres schaute kurz zurück. Dann schnappte sie sich ein paar Meter vor dem Ziel schon die deutsche Fahne, bedankte sich mit einem Blick gen Himmel und wartete wenig später geduldig auf die geschlagene Konkurrenz.

Der Sprecher im kaum gefüllten Stadion feierte sie als deutsche Eisprinzessin. «Vielleicht habe ich mich den Außentemperaturen angepasst», sagte sie. Die nach Dahlmeiers Sprint-Gold nach Südkorea gereisten Eltern feierten den zweiten Olympia-Sieg, doch gesehen hatten sie ihre Tochter noch nicht. «Wann denn?», sagte Dahlmeier und freute sich auf den ruhigen Abend im Kreise der Familie.

Riesenvorsprung

Mit einem Riesenvorsprung gewann Deutschlands Sportlerin des Jahres in Pyeongchang ihr zweites Gold und als erste Skijägerin überhaupt das Olympia-Double aus Sprint und Verfolgung bei denselben Winterspielen. Solch ein Kunststück hatte bislang nur Rekord-Olympiasieger Ole Einar Björndalen aus Norwegen geschafft. Wie sich das anfühle? «Gut, unglaublich», sagte Dahlmeier.

«Es war ein richtig, richtig hartes Rennen, unfassbar! Meine Finger sind gerade aufgetaut, das waren Schmerzen, schlimmer als in jedem Rennen zuvor. Es war jetzt abartig», sagte die immer noch frierende Biathlon-König. «Die Schmerzen waren unheimlich.»

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Bundestrainer Gerald Hönig hatte nach dem perfekten Rennen seiner Ausnahmekönnerin Tränen in den Augen und sagte: «Laura überstrahlt wieder alles. Was Laura hier an Biathlon in Perfektion zeigt, habe ich in der Art und Weise noch nicht gesehen. Sie ist professionell bis in die Haarspitzen.»
29,4 Sekunden hinter der siebenmaligen Weltmeisterin Dahlmeier landete die zweimalige Olympiasiegerin Anastasiya Kuzmina (4 Fehler) aus der Slowakei auf dem Silber-Platz, Bronze ging an Anais Bescond (1) aus Frankreich.

«... hat mental so eine Stärke.»

Denise Herrmann (2) war auf Rang sechs zweitbeste Deutsche. «Es ist unglaublich. Sie ist so gut drauf und hat mental so eine Stärke. Sie lässt der Konkurrenz keine Chance und steht verdient wieder ganz oben», sagte Herrmann. Franziska Hildebrand (3) kam auf Rang zehn, Vanessa Hinz (4) auf Rang 14.

Dahlmeier dominierte das Rennen bei eisigen Temperaturen von zehn Grad unter Null zunächst von der Spitze weg. Mit 24 Sekunden Vorsprung war sie auf die Strecke gegangen, doch im zweiten Schießen leistete sich die Gesamtweltcupsiegerin ihren ersten olympischen Schießfehler. Das Polster auf die nahende Slowakin Anastasiya Kuzmina schmolz anschließend auf nur noch neun Sekunden, ehe die zweimalige Sprint-Olympiasiegerin vor dem dritten Schießen vorbeizog.

Doch Dahlmeier zeigte bei starkem Wind erneut ihre Nervenstärke und entschied das Rennen im dritten Schießen. Während die Bayerin fehlerfrei blieb, musste Kuzmina zweimal in die Strafrunde. Im letzten Stehendschießen blieb sie ebenfalls ohne Fehler - das war die Entscheidung. «Ich habe mir die eine oder andere Sekunde mehr Zeit gelassen. Und bin belohnt worden.»

Schon vor einem Jahr bei der WM hatte Dahlmeier mit 23 Jahren fast spielerisch Rekorde aufgestellt, die wohl sehr lange Bestand haben werden. Fünf WM-Titel bei einem Event oder elf WM-Medaillen in Serie holte noch niemand im Biathlon-Zirkus. Bei Großereignissen gewann sie nun in 13 Rennen am Stück eine Medaille. Auch das ist bislang unerreicht.

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