München

FC Bayern müht sich mit späten Toren ins Achtelfinale

Autor: 
dpa
Lesezeit 4 Minuten
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06. November 2019
Münchens Philippe Coutinho verbrachte das Spiel gegen Piräus auf der Bank.

Münchens Philippe Coutinho verbrachte das Spiel gegen Piräus auf der Bank. ©dpa - Sven Hoppe/dpa

Dank Torgarant Robert Lewandowski und Joker Ivan Perisic hat Aushilfs-Chef Hansi Flick seinen ersten Auftrag erfüllt.

Ein taktisch und personell neu ausgerichteter FC Bayern München mühte sich im Premierenspiel des Interimstrainers mit einem 2:0 (0:0) gegen Olympiakos Piräus ins Achtelfinale der Champions League. Mit seinem 21. Pflichtspieltor der Saison erlöste Lewandowski in der 69. Minute im ersten Spiel nach Niko Kovac vor allem den beförderten Flick, Perisic machte Sekunden nach seiner Einwechslung alles klar (88.).

Der Auftritt des deutschen Fußball-Serienmeisters vor 70.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena konnte Borussia Dortmund vor dem Bundesliga-Topspiel am Samstag aber keinen Schrecken einflößen. Flick übte seine neue Rolle am Spielfeldrand zurückhaltend aus. Die positivste Erkenntnis für ihn war, dass vier Tage nach dem 1:5 in Frankfurt gegen total harmlose Griechen hinten die Null stand.

Heft in der Hand

«Ich habe das Heft in der Hand und trage die Verantwortung», hatte Flick vorab in punkto Aufstellung betont. Und der frühere Assistent von Bundestrainer Joachim Löw setzte klare Zeichen: Drei personelle Umstellungen nahm der 54-Jährige im Vergleich zum finalen 1:5 unter Kovac in Frankfurt vor. Am markantesten war die Maßnahme, die unter Kovac gesetzten Künstler Philippe Coutinho und Thiago auf die Bank zu setzen. Im Abwehrzentrum ersetzte Javi Martínez den am kommenden Samstag im Liga-Topspiel gegen Borussia Dortmund gesperrten Jérôme Boateng.

Dazu wurde Joshua Kimmich wie unter Löw im Nationalteam ins Mittelfeld vorgezogen.
Doch auch Flick vermochte nicht, die Bayern auf Knopfdruck zu alter Stärke zu führen. Über weite Strecken wirkte das Münchner Spiel gehemmt. Es fehlte an Schwung und Kreativität. Nach den vielen Gegentreffern in den letzten Wochen waren die Bayern, die wegen der Tode von Ex-Spieler Norbert Eder und des früheren Vizepräsidenten Rudolf Schels mit Trauerflor spielten, auf Fehlervermeidung ausgerichtet. Über ein einfaches Passspiel sollte die Sicherheit zurückkehren. Ungeachtet der hohen Ballbesitzquote mangelte es gegen die limitierten Griechen aber an Inspiration und Entschlossenheit, auch die Flanken blieben häufig zu unpräzise.

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Allzu viele Tormöglichkeiten sprangen in der ersten Halbzeit nicht heraus. Kingsley Coman scheiterte nach einem tollen Tempo-Dribbling an Torhüter José Sá (34.), dazu traf Benjamin Pavard mit einem verunglückten Kopfball nach Ecke von Kimmich den Pfosten (45.). So blieben die Münchner erstmals seit September 2014 in einem Königsklassen-Gruppenspiel vor heimischem Publikum in der ersten Halbzeit ohne Torerfolg. Entsprechend ernüchtert schauten die Bayern-Bosse auf der Tribüne drein.

Dabei war Piräus alles andere als ein Gegner von internationalem Format. Die Griechen agierten aus einer kompakten Defensive heraus und hofften auf den ein oder anderen Konter - mit geringem Erfolg. So resultierte der einzige Torschuss im ersten Durchgang von Lazar Randelovic aus einem Fehler von David Alaba (16.).

Zweite Halbzeit

Zur zweiten Halbzeit erhöhten die Münchner ein wenig das Tempo, was gleich zu einer Großchance durch Leon Goretzka führte, der allerdings aus kurzer Entfernung Torhüter Sá anköpfte (50.). Der Keeper erwies sich auch bei einem Schuss von Coman als sicherer Rückhalt (60.).
Kurz darauf war aber auch der starke Keeper geschlagen. Nach Flanke von Coman war Lewandowski zur Stelle. Wer sonst auch? Für den Polen war es bereits das 21. Tor im 16. Pflichtspiel in dieser Saison. Zugleich löste sich ein wenig die Verkrampfung. Coman (71.) und Alphonso Davies (74.) hatten in der Folge weitere Großchancen. Perisic sorgte schließlich für die Entscheidung.

Das ganz große Bewerbungsschreiben für ein dauerhaftes Engagement von Flick auf der Bayern-Bank war es nicht. Bei der Suche des neuen Trainers will sich der Meister aber «nicht unter Druck setzen lassen». Das sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic beim TV-Sender Sky. «Wir versuchen, eine gute Entscheidung zu treffen. Wir werden uns die Zeit nehmen», ergänzte der Bosnier.

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