Paralympics

IPC-Präsident verteidigt Lisowa-Start - Bach bei Eröffnung

Autor: 
dpa
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08. März 2018
Andrew Parsons, Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees sitzt bei einem Interview.

Andrew Parsons, Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees sitzt bei einem Interview. ©dpa - Karl-Josef-Hildenbrand

Der Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees Andrew Parsons hat die Starterlaubnis für die umstrittene russische Athletin Michalina Lisowa verteidigt. IOC-Präsident Thomas Bach wird zur Eröffnungsfeier der Paralympics am Freitag in Pyeongchang kommen.

«Wir hatten ein Verfahren und sie hat die Kriterien erfüllt, die wir für die Paralympics aufgestellt haben», sagte Parsons der Deutschen Presse-Agentur einen Tag vor der Eröffnung der Winterspiele für Menschen mit Behinderung in Pyeongchang. «Wir glauben, dass sie sauber ist.»
Der 41 Jahre alte Parsons sagte: «Es gibt Diskussionen, ob sie im McLaren-Report steht oder nicht.» Sie stehe nicht im öffentlich zugänglichen Bereich des Reports. Es gebe «verschiedene Listen».

Das Okay des IPC zu einem Start von Biathletin und Langläuferin Lisowa unter neutraler Flagge hatte beim Deutschen Behindertensportverband großen Unmut hervorgerufen. Der Name der blinden Sportlerin taucht nach Angaben des DBS im McLaren-Report auf, in dem Russland ein staatlich gelenktes Dopingsystem nachgewiesen wurde. Die Welt-Anti-Doping-Agentur hatte den Report in Auftrag gegeben.

Lisowas Nominierung sorge «für Verwunderung», hatte der DBS mitgeteilt. «Weil ihr Name im McLaren-Report auftaucht und vier Doping-Proben der heute 25-Jährigen Kratzer aufwiesen, steht Lisowa unter Manipulationsverdacht», schrieb der Verband. Ralf Rombach, Bundestrainer der nordischen Athleten, erklärte: «Wir können diese Entscheidung nicht nachvollziehen.»

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Parsons sagte am Donnerstag: «Wir haben Verständnis dafür, dass in der aktuellen Situation die Entscheidung zur Zulassung des einen oder anderen Athleten Reaktionen hervorruft von manchen Nationen oder Konkurrenten aus bestimmten Sportarten.» Lisowa hatte bei den Paralympics im heimischen Sotschi 2014 drei Gold- und drei Silber-Medaillen gewonnen. Zu der ursprünglichen Liste von russischen Athleten, die als Neutrale Paralympische Athleten in Südkorea starten dürfen, hatte sie nicht gehört.

IOC-Präsident Thomas Bach wird nach Angaben von Parsons zur Eröffnungsfeier der Paralympics am Freitag in Pyeongchang kommen. «Ja, er wird da sein. Und ich denke, er wird Spaß haben», sagte der Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Nach IPC-Angaben wird Bach am Samstag wieder nach Hause fliegen.

Den Sommer-Paralympics 2016 in Rio de Janeiro hatte Bach keinen Besuch abgestattet und hatte dafür teils heftige Kritik von Athleten und Funktionären einstecken müssen. «Damals fehlte er wegen einer Beerdigung», sagte Parsons und wollte in Bachs jetzigen Besuch auch nicht zu viel hineindeuten: «Für mich zählt nur, dass er hier ist, dass wir die Eröffnungsfeier zusammen erleben und am Samstag noch einmal zusammensitzen werden.»

Sein Fehlen bei der Eröffnungsfeier 2016 hatte Bach mit der zeitgleichen Beerdigung des früheren Bundespräsidenten Walter Scheel begründet. Allerdings war er auch im weiteren Verlauf der Spiele nicht nach Brasilien gekommen. Das grundsätzliche Verhältnis zum deutschen IOC-Boss beschrieb Parsons als gut. «Ich kann nicht behaupten, dass wir ein sehr enges Verhältnis haben, schließlich bin ich noch sehr neu im Amt», sagte der 41 Jahre alte Brasilianer: «Aber nach meiner Wahl vor sechs Monaten haben er und das gesamte IOC mich sehr herzlich willkommen geheißen. Wir haben ein sehr, sehr gutes und offenes Arbeits-Verhältnis, das sich absolut in die richtige Richtung entwickelt.»

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