Frauen-Pokal-Finale

Sieg im Elfmeterschießen: Wolfsburg wieder Doublesieger

Autor: 
dpa
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04. Juli 2020
Wegen der Corona-Pandemie fand auch das Frauen-Finale in Köln vor leeren Rängen statt. Foto: Marcel Kusch/dpa

(Bild 1/7) Wegen der Corona-Pandemie fand auch das Frauen-Finale in Köln vor leeren Rängen statt. Foto: Marcel Kusch/dpa ©Foto: dpa

Dieses Spiel hatte keine Geisterkulisse verdient - und auch keinen Verlierer. In einem hochklassigen Pokalfinale bezwang der VfL Wolfsburg die SGS Essen. Beide Teams betrieben Werbung für den Frauenfußball. Die Entscheidung fiel erst im Elfmeterschießen.

Köln - Gut, besser, VfL Wolfsburg. Mit "Doublesieger, Doublesieger"-Gesängen feierten Alexandra Popp & Co. ihren sechsten Pokal-Triumph in Serie.

Der im bisherigen Saisonverlauf ungeschlagene deutsche Frauenfußball-Meister setzte sich in Köln gegen Außenseiter SGS Essen mit 4:2 (3:3, 3:3, 1:2) im Elfmeterschießen durch. Damit veredelte der VfL eine denkwürdige Saison mit dem Double und sorgte für eine neue historische Bestmarke. Als erstes Frauen-Team schafften die Wolfsburgerinnen den sechsten Pokal-Triumph in Serie und übertrafen nach dem ersten Geisterfinale des deutschen Fußballs die bisherige Bestmarke des 1. FFC Frankfurt.

Pernille Harder (11. Minute), Anna Blässe (70.) und Dominique Janssen (86.) trafen im hochklassigsten Frauenfinale der vergangenen Jahre für den VfL, Lea Schüller (1.), Marina Hegering (18.) und Irini Ioannidou (90.+1) für Essen. Nach einem 3:3 nach 90 packenden und unterhaltsamen Minuten blieb die Verlängerung torlos. "Es steht nicht der verdiente Sieger auf dem Podest", klagte Essens Nationalspielerin Marina Hegering in erster Enttäuschung vor der Siegerehrung.

Im Elfmeterschießen verwandelte Wolfsburgs Pernille Harder den entscheidenden Schuss, nachdem zuvor Torhüterin Friederike Abt zwei Elfmeter gehalten hatte. Für Wolfsburg war es das insgesamt fünfte Double und der siebte Pokalerfolg. Rekordsieger in diesem Wettbewerb bleibt jedoch der 1. FFC Frankfurt mit neun Titeln.

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg und DFB-Vize-Präsidentin Hannelore Ratzeburg bekamen als Tribünengäste eine umkämpfte Partie zu sehen, in der vor allem der Außenseiter aus Essen über sich hinauswuchs. "Respekt vor der Leistung aller Spielerinnen", sagte Voss-Tecklenburg in der ARD. Schon nach 11 Sekunden lag die SGS in Führung. Schüller erlief sich ein Zuspiel von Lena Ostermeier, überlistete die die nur zögerlich aus ihrem Tor geeilte gegnerische Keeperin Friederike Abt mit einem Heber und beförderte den Ball schließlich aus kurzer Distanz per Kopf über die Linie.

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Doch die Antwort des VfL ließ nicht lange auf sich warten. Nach Zuspiel von Anna Blässe von der Grundlinie sorgte Harder mit einem Schuss aus zehn Metern für den zwischenzeitlichen Ausgleich.

Damit schien der Favorit zurück in der Spur, agierte aber in Abwehr weiterhin zu sorglos. Davon profitierte Nationalspielerin Hegering und brachte die SGS nach einem Eckball mit einen platzierten Kopfball wieder in Führung.

Nach diesem vogelwilden Auftakt war Wolfsburg gefordert wie nur selten in dieser bisher dominanten Saison. Mit schnellem Aufbauspiel und viel Bewegung drängte der VfL auf den Ausgleich, fand aber kaum Lücken in der dichtgestaffelten gegnerischen Defensive. Das war ganz nach dem Geschmack der als konterstark bekannten Esserinnen, die den verdienten Vorsprung mit viel Engagement in die Pause retteten.

Auch nach Wiederanpfiff erwies sich die von Trainer Markus Högner glänzend eingestellte SGS weiter als unbequemer Finalgegner und war dem 3:1 bei einem Schuss von Jana Feldkamp (58.) an den Innenpfosten nahe. Doch ein beachtlicher Fernschuss von Blässe aus gut 25 Metern bescherte Wolfsburg zwölf Minuten später den Ausgleich.

In der Schlussphase sahen die Wolfsburgerinnen nach dem Tor von Janssen schon wie die Siegerinnen aus, doch Ioannidou (90.+1) sorgte für die verdiente Verlängerung.

© dpa-infocom, dpa:200704-99-673962/6

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