Fußball

Spannende Frage: Was machen Boateng und Hummels?

Autor: 
dpa
Lesezeit 4 Minuten
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10. Januar 2019
Liebäugelt mit einem Wechsel zurück nach Brasilien: Bayern-Spieler Rafinha.

Liebäugelt mit einem Wechsel zurück nach Brasilien: Bayern-Spieler Rafinha. ©dpa - Peter Kneffel

Jérôme Boateng und Niklas Süle trugen grüne Leibchen, Mats Hummels ging leer aus. Beim Training der vermutlichen Rückrunden-Startformation der Münchner um den da noch nicht verletzten Franck Ribéry war für Hummels kein Platz.

Die Aussichten für den 30-Jährigen sind nicht besonders vielversprechend; schon in der Hinrunde war er mit seiner Spielzeit nicht zufrieden. Und das Aufrüsten der Bayern für die kommende Saison macht es für den Innenverteidiger nicht leichter.

Benjamin Pavard kommt zur neuen Saison zum deutschen Fußball-Meister. Über Verteidiger Lucas Hernández von Atlético Madrid wird weiter spekuliert. Diese Personalien befeuern auch Fragen zur Zukunft von Boateng und Hummels, beides große Stützen beim deutschen WM-Triumph 2014. Jetzt aber kämpfen beide nach viel Kritik um ihr Standing - und wollen in der Rückrunde ihre weitere Zugehörigkeit zur Weltklasse beweisen.

«Kritik und Zweifel, die mir gegenüber aufgekommen sind, nehme ich als Motivation, denn ich bin noch längst nicht am Ende», verkündete ein entschlossener Boateng, für den ein Winterwechsel «eigentlich» nicht in Frage kommt. Hummels machte fragwürdige Eigenwerbung in einem mittlerweile gelöschten Twitter-Post, in dem er seine eigene Hinrunden-Bilanz darlegte.

«Mats wird gesichert in der Rückrunde bei uns spielen», verkündete Karl-Heinz Rummenigge und wunderte sich über Wechselgerüchte. «Sie spiegeln nicht wider, was Mats mit mir besprochen hat», sagte der Vorstandschef. Sportdirektor Hasan Salihamidzic schloss in Doha im Zuge der Pavard-Verpflichtung mögliche Winter-Wechsel sowieso aus.

Im Sommer noch standen die Zeichen bei Boateng auf Trennung, beinahe wäre er bei Thomas Tuchel und Paris Saint-Germain gelandet. Trainer Niko Kovac wollte den Innenverteidiger unbedingt halten, Boateng blieb. «Wir haben drei sehr starke Innenverteidiger», sagte Salihamidzic. «Es ist wichtig, dass diese drei topfit sind, dann sind wir stark.»

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Der 23-jährige Süle, Vertrag bis 2022, ist als Mann für die Zukunft fest eingeplant. Die beiden 30 Jahre alten Kollegen haben Verträge bis ins Jahr 2021, beide haben in reiferem Fußballalter auch öfter mit mehr Blessuren zu kämpfen. Alle drei erlebten im Sommer 2018 mit dem WM-K.o. einen Tiefpunkt in ihren Karrieren. Süle ist froh, mit dem Jahresbeginn endlich den «Resetknopf» drücken zu können.

«Wir sind ein ganz erfolgreiches Trio», bekundete der Jungspund in der Innenverteidigung. Er liegt mit 1375 Liga-Minuten in dieser Saison vor Boateng (990) und Hummels (696). «Ich habe zu beiden ein sehr gutes Verhältnis. Das war schon so, als ich hergekommen bin, und in der Nationalmannschaft», sagte der frühere Hoffenheimer.

Kovac kündigte in Katar an, dass die zuletzt aufgebotene Mannschaft einen Vorteil habe. «Vorteil heißt aber nicht, dass das in Stein gemeißelt ist», sagte der Coach. Doch für ein Ende des Duos Boateng/Süle sprach in Doha nichts.

Salihamidzic ließ anklingen, dass Joshua Kimmich auf dem Weg zu einem Weltklassespieler wohl eher rechts hinten anstatt im defensiven Mittelfeld spielen soll. Demnach ist Pavard mehr für die Mitte vorgesehen. Hummels, der gerne in München lebt und 2016 aus Dortmund zu seinem Jugendverein zurückgekehrt war, wird sich in der Rückrunde seine Einsatzzeit genauestens anschauen. Dank herausragendem Stellungs- und Aufbauspiel dürfte er trotz Tempo-Defiziten bei Wechselwillen das Interesse anderer Clubs wecken.

Sicher zu Ende geht im Sommer die Zeit von Rafinha bei Bayern. Er liebäugelt mit Flamengo Rio de Janeiro in seiner Heimat Brasilien. «Wir sind kurz davor, eine Einigung zu erzielen. Einige Details fehlen noch. Aber ich hoffe, dass wir dies so schnell wie möglich lösen können», sagte der 33-Jährige. Schnelle Entscheidungen bei Hummels und Boateng sind dagegen nicht zu erwarten.

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