Frauen-Pokal-Endspiel

Wolfsburg will Pokal-Rekord - Essen hofft auf Coup

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dpa
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04. Juli 2020
Hungrige Außenseiterinnen: Die Essen-Spielerinnen wollen den sechsten Pokalsieg vom VfL Wolfsburg in Serie verhindern. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Hungrige Außenseiterinnen: Die Essen-Spielerinnen wollen den sechsten Pokalsieg vom VfL Wolfsburg in Serie verhindern. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa ©Foto: dpa

Das Pokal-Endspiel in Köln gilt als das Saison-Highlight im deutschen Frauenfußball. Doch diesmal wird Geisterspiel-Atmosphäre herrschen. Auch ohne Fans will Wolfsburg im Duell mit Außenseiter Essen seine derzeitige Ausnahmestellung im deutschen Fußball festigen.

Köln - In Köln steigt das erste Geister-Endspiel der deutschen Fußball-Geschichte. Obwohl die Ränge aufgrund der Corona-Krise bei der Partie am Samstag (16.45 Uhr/ARD) zwischen Meister VfL Wolfsburg und dem Bundesliga-Fünften SGS Essen leer bleiben, ist die Vorfreude auf beiden Seiten groß.

Die wesentlichen Fakten der Partie:

AUSGANGSLAGE: Wolfsburg geht als haushoher Favorit in die Partie. Der Meister hat in dieser Saison wettbewerbsübergreifend noch kein Spiel verloren. Zudem steuert er auf Rekordkurs. Mit einem Sieg wäre der sechste Pokaltriumph in Serie perfekt und die bisherige Bestmarke des 1. FFC Frankfurt übertroffen, der zwischen 1999 und 2003 fünfmal gewann. Essen stand bisher erst einmal im Finale. Die Partie am 17. Mai 2014 ging mit 0:3 gegen den 1. FFC Frankfurt verloren.

PERSONAL: Die Probleme halten sich bei beiden Clubs in Grenzen. Essen bangt nur noch um den Einsatz von Ramona Petzelberger wegen leichter Probleme am Hüftbeuger. "Ich gehe aber davon aus, dass sie zum Finale wieder fit ist", sagte Trainer Markus Högner. Dem VfL fehlt die Isländerin Sara Gunnarsdottir, die zu Olympique Lyon wechselt. Nach Informationen der "Bild" lehnte Lyon ihren Wunsch ab, den Vertrag beim VfL um fünf Tage zu verlängern. Ähnliches trifft auf die Norwegerin Kristine Minde zu, die es in die Heimat nach Trondheim zieht. "Schade, dass sie nicht mehr für uns spielen können", klagte Coach Stephan Lerch.

IM FOKUS: Im Mittelpunkt des Geschehens dürfte die erst 18 Jahre alte Lena Oberdorf stehen. Schließlich wechselt die Nationalspielerin, die derzeit als größtes deutsches Talent gilt, von Essen nach Wolfsburg. Dem Vernehmen nach zahlt ihr neuer Club für die Mittelfeldspielerin eine Ablösesumme im hohen fünfstelligen Bereich. "Wir wissen, dass Lenas körperliche Präsenz ein Faktor ist", kommentierte Lerch. Dennoch sei sein Team auch auf anderen Ebenen gefordert: "Wir passen nicht nur auf eine Spielerin auf. Essen hat enorme Qualität im Kader, vor allem im Offensivbereich."

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REAKTIONEN:

Stephan Lerch (Trainer VfL Wolfsburg): "Für beide Teams ist es sehr schade, dass die Emotionen nicht von den Rängen auf den Platz kommen. Wir wollen unsere sehr starke Saison krönen und den zweiten Titel einfahren. Aber es ist ein anderes Spiel als in der Liga, ein Alles-oder-Nichts-Spiel. Da kann alles passieren."

Alexandra Popp (Spielführerin VfL Wolfsburg): "Schön ist anders. Wir hätten gern das Stadion voll. Aber Köln wird wieder ein besonderes Erlebnis - auch wenn die Fans nicht dabei sein werden."

Markus Högner (Trainer SGS Essen): "Wir haben im Sommer einen Riesenumbruch vor uns. Deswegen wäre es umso schöner, wenn die Mädchen sich selbst belohnen und den Pott holen. Wir haben immer junge Spieler entwickelt. Ein Pokalsieg wäre die Krönung für eine solche Entwicklung."

Irini Ioannidou (Spielführerin SGS Essen): "Ein Pokalsieg wäre das Beste, was wir mit der SGS jemals erreicht hätten. Gerade für die älteren Spielerinnen wie mich wäre das ein Highlight der Karriere. Das hätte einen Riesenstellenwert."

© dpa-infocom, dpa:200703-99-667497/2

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