Australian Open

Zverev und Kerber lösen ihre Pflichtaufgaben in Melbourne

Autor: 
dpa
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21. Januar 2020
Ist bei den Australian Open eine Runde weiter: Alexander Zverev triumphiert. Foto: Lukas Coch/AAP/dpa

(Bild 1/3) Ist bei den Australian Open eine Runde weiter: Alexander Zverev triumphiert. Foto: Lukas Coch/AAP/dpa ©Foto: dpa

Angelique Kerber und Alexander Zverev hatten vor dem Auftakt der Australian Open Sorgen bereitet. Doch den Zweitrunden-Einzug ließen sich die beiden größten deutschen Hoffnungsträger nicht nehmen.

Melbourne - Aller Sorgen um Formkrise und Schmerzen am Oberschenkel zum Trotz haben die Hoffnungsträger Angelique Kerber und Alexander Zverev ihre ersten Pflichtaufgaben bei den Australian Open ohne großes Zittern gelöst.

Gegen die überforderte italienische Qualifikantin und Grand-Slam-Debütantin Elisabetta Cocciaretto hatte Kerber in Melbourne beim 6:2, 6:2 wenig Probleme. Fast zeitgleich sicherte sich Zverev mit dem 6:4, 7:6 (7:4), 6:3 gegen Cocciarettos Landsmann Marcos Cecchinato die Chance auf Runde drei.

"Es war eine großartige erste Runde", sagte Zverev und kündigte an, für jeden Sieg 10.000 Dollar für die Betroffenen der Buschbrände zu spenden: "Ich weiß, ich bin nicht der große Favorit für dieses Event. Aber wenn ich gewinne, werde ich jeden einzelnen Cent spenden."

Beide gehen nun ebenfalls als Favoriten in ihre Zweitrundenpartien. Die dreimalige Grand-Slam-Siegerin Kerber trifft dann auf die australische Wildcard-Inhaberin Priscilla Hon. Für Zverev sollte das Weiterkommen gegen den Weißrussen Jegor Gerassimow oder Casper Ruud aus Norwegen machbar sein. Für ein erfreuliches Ergebnis aus deutscher Sicht hatte zuvor auch Laura Siegemund mit dem sicheren Zweitrunden-Einzug gesorgt. "Es war nicht so leicht. Es ist großartig in der nächsten Runde zu sein", sagte Kerber.

So wie bei Kerber die Oberschenkelblessur das zentrale Thema der vergangenen Tage gewesen war, waren es bei Zverev die Schwächen beim Aufschlag. Gegen Cecchinato hinderten ihn diese nicht. In allen drei Sätzen leistete sich der Weltranglisten-Siebte gegen den 70 Ränge schlechter platzierten Italiener zwar auch Schwächephasen und Aufschlagverluste, kam aber jeweils direkt wieder zurück.

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Verbissen hatte Zverev bis kurz vor dem Auftakt des ersten Grand-Slam-Turniers trainiert - und durfte dann unter dem dunklen Abendhimmel in der Margaret-Court-Arena trotz zwischenzeitlichen Kopfschüttelns, Haderns und nicht abgeschüttelter Unsicherheiten endlich seinen ersten Sieg in der neuen Saison feiern.

Den ersten Satz sicherte sich der Favorit mit vier Spielgewinnen in Serie. Der erste Schläger war da schon auf der Seite seines Kontrahenten krachend auf den blauen Hartplatz geflogen.

Nach einem komplizierten Jahr mit Manager-Streit, der Trennung von Trainer Ivan Lendl und einer Reihe von Enttäuschungen auf dem Tennisplatz war Zverev schwach in die Saison gestartet. Dreimal trat der 1,98 Meter große Schlaks für das deutsche Team beim neuen ATP Cup an, dreimal verlor er. Gegen den italienischen Lockenkopf Cecchinato schienen die Rückstände für ihn jeweils wie ein Weckruf zu sein.

Bei Kerber hatte ein großes Fragezeichen vor allem hinter der Fitness gestanden. Die auf Weltranglistenplatz 18 abgerutschte Schleswig-Holsteinerin quälte sich mit einer Blessur am hinteren linken Oberschenkel, die in Adelaide vor einer knappen Woche noch zur Aufgabe geführt hatte.

Anders als Cocciaretto, die mit einem Verband am rechten Oberschenkel spielte, kam Kerber aber ohne medizinische Auszeit aus. Gegen diese "sehr selbstbewusste junge Dame", wie die deutsche Damen-Chefin Barbara Rittner die unbekannte Gegnerin vorgestellt hatte, von der die umfangreiche Webseite der Spielerinnenorganisation WTA nicht einmal ein Foto anbietet, half Kerber auch ihre Routine. Und die Zahl der unerzwungenen Fehler ihrer Gegnerin, die sich schon nach zwei Spielen auf elf summierten.

Wie viel Sicherheit der erst zweite Sieg in diesem Jahr Kerber nach den Monaten voller Enttäuschungen, früher Erstrunden-Niederlagen und einem Trainer-Wechsel zu Dieter Kindlmann bringen, dürften erst die nächsten Tage zeigen. Dieser Neuanfang werde ein längerer Prozess, hatte Kerber selbst zu Protokoll gegeben.

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