VW-Tochter in der Corona-Krise

Audi will bis Jahresende wieder aus der Verlustzone sein

Autor: 
red/dpa
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31. Juli 2020
Wie geht es bei Audi in der Corona-Krise weiter?

Wie geht es bei Audi in der Corona-Krise weiter? ©Foto: dpa/Armin Weigel

Die Corona-Pandemie hat auch die Ingolstädter VW-Tochter schwer getroffen. Aktuell scheint sich die Lage zu stabilisieren. Ein weiterer Stellenabbau ist für Audi-Chef Duesmann kein Thema - er führt im Konzern gerade „eine mittelgroße Revolution“ an.

Ingolstadt - Die lange Schließung der Autowerke und Autohändler und der Einbruch der Kundennachfrage haben Audi tief in die roten Zahlen rutschen lassen. Die VW-Tochter verkaufte im ersten Halbjahr weltweit 22 Prozent weniger Autos, der Umsatz fiel um 29 Prozent auf nur noch 20,5 Milliarden Euro, der operative Verlust betrug 750 Millionen Euro.

„Seit dem 22. Juni produzieren wir wieder an allen Audi-Standorten weltweit“, sagte Audi-Chef Markus Duesmann am Freitag in Ingolstadt. Aber „trotz erster positiver Signale aus den Märkten bleibt das Jahr 2020 weiterhin extrem herausfordernd“, betonte Finanzvorstand Arno Antlitz. Für das Gesamtjahr erwarte der Vorstand eine weltweit geringere Nachfrage, deutlich weniger Umsatz und ein Betriebsergebnis „erheblich unter Vorjahr“, jedoch „klar positiv“. Im vergangenen Jahr hatte Audi 4,5 Milliarden Euro zum Betriebsgewinn des VW-Konzerns beigesteuert.

Duesmann sagte, der Abbau von 9500 Arbeitsplätzen in Ingolstadt und Neckarsulm sei schon im November und damit vor Ausbruch der Corona-Pandemie beschlossen worden. „Ich bin überzeugt, dass das für uns hinreichend ist. Darüber hinaus ist nichts geplant.“ Antlitz sagte: „Wir investieren beherzt in unsere Produktprogramm und E-Mobilität. Wir können uns das leisten“, denn der Konzernverbund eröffne Synergien.

Ähnlicher Rückgang wie bei Mercedes-Benz und BMW

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Das soeben gestartete Projekt Artemis solle ein völlig neues Bordnetz für viele Fahrzeuge im VW-Konzern entwickeln und E-Autos „schnell an den Start bringen“, sagte Duesmann, der als VW-Vorstand auch die Forschung und Entwicklung des gesamten Konzerns leitet. Die gemeinsame Elektro-Plattform PPE von Audi und Porsche sei schon weit gediehen. Artemis laufe parallel und gehe viel weiter. Künftig würden die Baureihen nicht mehr „nach dem Blechkleid“ und der Länge der Fahrzeuge sortiert, sondern nach dem Stand der Bordnetze. „Das ist eine mittelgroße Revolution.“ Das erste Artemis-Modell soll ein Audi sein und in vier Jahren auf den Markt kommen.

Audi wolle die CO2-Vorgaben der EU selbstverständlich einhalten, sagte Duesmann. Angesprochen auf die angekündigte Senkung des CO2-Ausstoßes bei BMW in den nächsten zehn Jahren, sagte er: „Wir haben ein ähnliches Ziel wie BMW.“ 2025 wolle Audi 20 batterieelektrische Autos anbieten.

Die Audi-Hauptversammlung am Freitag soll online auf Antrag von VW den Squeeze-Out, also den Ausschluss der letzten noch verbliebenen Kleinaktionäre, beschließen. Diese halten gerade mal 0,4 Prozent der Aktien. Den Unternehmenswert der Audi AG bezifferte ein gerichtlich bestellter Wirtschaftsprüfer auf 66,7 Milliarden Euro.

Im ersten Halbjahr hatte Audi 707 000 Fahrzeuge verkauft und damit einen ähnlichen Rückgang wie die größeren Konkurrenten Mercedes-Benz und BMW verkraften müssen. In China brach die Audi-Nachfrage um 3 Prozent ein, in Europa um 37 Prozent. Antlitz sagte: „Die aktuelle Situation scheint sich zu stabilisieren.“

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