München

BMW-Spitze gesteht Diesel-Fehler ein

Autor: 
dpa
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
17. Mai 2018
BMW-Chef Harald Krüger bestreitet jede Absicht bei der unzulässigen Abschalteinrichtung.

BMW-Chef Harald Krüger bestreitet jede Absicht bei der unzulässigen Abschalteinrichtung. ©dpa

BMW-Chef Harald Krüger und Aufsichtsratschef Norbert Reithofer haben eine Panne bei der Abgasreinigung eines Dieselmotors eingeräumt, aber jede Absicht bestritten. «Uns ist vor einigen Jahren ein Fehler unterlaufen», sagte Krüger bei der BMW-Hauptversammlung in München.

Bei 11.700 BMW-Fahrzeugen sei irrtümlich eine nicht passende Software aufgespielt worden. Das Kraftfahrtbundesamt hatte im März den Rückruf der Autos wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung angeordnet, die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt.

Reithofer betonte, der «handwerkliche, menschliche Fehler» habe nicht dazu geführt, dass die Abgaswerte auf dem Prüfstand niedriger gewesen wären als auf der Straße. Krüger sagte: «Mit einer gezielten Manipulation von Motorsteuerung und Abgasreinigung hat das nichts zu tun.» BMW warte jetzt auf die Genehmigung der Behörden, um die korrigierte Software aufzuspielen.

Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sagte, BMW habe «einen Streifschuss» in der Dieselkrise abbekommen. Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) sagte, vieles spreche für ein bloßes Versehen.

Einig waren sich die Aktionärsvertreter in ihrem Lob für die Rekordzahlen des vergangenen Jahres, mit 5000 zusätzlichen Arbeitsplätzen, 88,6 Milliarden Euro Umsatz und 8,7 Milliarden Euro Gewinn: «Das haben Sie toll gemacht!» sagte Bergdolt.

- Anzeige -

Ein Seitenhieb

Ärgerlich sei aber, dass BMW mit 2,5 Millionen verkauften Autos weiter hinter Mercedes-Benz liege. Und statt 30 Prozent sollte BMW künftig 50 Prozent des Gewinns als Dividende an die Aktionäre ausschütten, sagten die Aktionärsvertreter.

Krüger beklagte, harte Regulierungen seien heute populär. BMW aktualisiere die Software seiner Euro-5-Dieselautos ab Baujahr 2011, halte aber eine Hardware-Nachrüstung für technisch nicht sinnvoll. Einen Seitenhieb teilte der BMW-Chef gegen VW aus. «Zur Wahrheit gehört auch: Das Handeln einiger Hersteller hat der gesamten Branche geschadet», sagte Krüger.

BMW sei aber die Nummer 1 bei elektrifizierten Fahrzeugen in Deutschland und in Europa, wolle dieses Jahr 140.000 Batterie- und Plug-in-Autos verkaufen, bringe nächstes Jahr einen Elektro-Mini und 2020 einen elektrischen BMW X3 auf den Markt.

Europa müsse bei der E-Mobilität eine Vorreiterrolle übernehmen, forderte Krüger. Für das autonome Fahren «brauchen wir einheitliche Regeln und überall in der EU den 5G-Mobilfunkstandard». Den vollelektrischen, hoch autonom fahrenden BMW i-next, der ab 2021 im niederbayerischen Dingolfing gebaut werden soll, werde BMW noch dieses Jahr als Visionsfahrzeug präsentieren.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Wirtschaft

Glyphosat steht im Verdacht, krebserregend zu sein.
vor 16 Stunden
San Francisco/Leverkusen
Trotz einer deutlich verringerten Strafzahlung will Bayer in einem wichtigen Glyphosat-Prozess in den USA Berufung einlegen.
Die Deutsche Telekom muss ihre «StreamOn»-Tarife nach einer Gerichtsentscheidung ändern oder vom Markt nehmen.
15.07.2019
Bonn
Die Deutsche Telekom muss ihre «StreamOn»-Tarife nach einer Gerichtsentscheidung ändern.
Die Zahl der genehmigten Anträge für Einmalilienhäuser im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg um 2,3 Prozent auf 37.152.
15.07.2019
Wirtschaft
Trotz der großen Nachfrage nach Immobilien sind in Deutschland in den ersten fünf Monaten 2019 erneut weniger Wohnungen bewilligt worden.
Blablabus startet mit 19 Zielen in Deutschland.
15.07.2019
Berlin
Der Flixbus-Herausforderer Blablabus will sich zum Deutschland-Start auch die Bekanntheit des Marktführers zunutze machen.
13.07.2019
Interview
Wer nicht wirbt, der stirbt, lautet ein alter Marketing-Spruch. Modernes Marketing ist jedoch viel mehr als eine Werbeabteilung zu unterhalten, sagen Duschan Gert und Rainer Waltersbacher. Die beiden Verantwortlichen des Marketing-Clubs Ortenau/Offenburg sprechen im Interview über die...
13.07.2019
Klimaschutz
Die Politik streitet über einen CO2-Preis, der Sprit und Heizöl teurer machen würde - denn Deutschlands Klimaschutzziele sind in Gefahr. Unterstützung für eine mögliche CO2-Steuer kommt nun von unerwarteter Seite.
Jim Hackett (l), Vorstandsvorsitzender von Ford und Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender von VW unterhalten sich auf dem Messestand von VW.
12.07.2019
New York
Volkswagen und Ford wollen künftig auch bei Elektrofahrzeugen und Roboterautos die Kräfte bündeln. Das verkündeten VW-Konzernchef Herbert Diess und Ford-Chef Jim Hackett am Freitag in New York.
In einem Hafen stehen Container und Containerbrücken. Der Handelskrieg mit den USA setzt Chinas Wirtschaft kräftig zu.
12.07.2019
Peking
Der Handelskrieg mit den USA setzt Chinas Wirtschaft kräftig zu. Der chinesische Außenhandel ging im Juni insgesamt um vier Prozent zurück.
Das Heck eines Airbus A321 der Fluggesellschaft Condor mit dem neuen Design des Tourismuskonzerns Thomas Cook. Frisches Geld soll Thomas Cook ausreichenden Spielraum für das Winterhalbjahr 2019/2020 liefern und Investitionen in das Geschäft ermöglichen
12.07.2019
London
Der angeschlagene Touristikkonzern Thomas Cook steht vor einer mehrheitlichen Übernahme durch den chinesischen Mischkonzern Fosun. Man befinde sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit der Gruppe und den beteiligten Banken über eine Kapitalspritze von 750 Millionen britischen Pfund (rund 834...
Der Schriftzug «Panama» an einem Containerschiff: Die klassischen Steueroasen haben an Attraktivität eingebüßt.
12.07.2019
Mannheim
Die neuen Meldepflichten für Großkonzerne in der Europäischen Union zeigen laut einer Studie Wirkung. Internationale Konzerne nutzen einer Analyse des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) kaum noch klassische Steueroasen.
Bundeswirtschaftsminister Altmaier hält eine Lösung im schwierigen Handelskonflikt mit den USA für möglich.
12.07.2019
Washington/Tuscaloosa
Es geht um viel. Und die Uhr tickt. Ab November droht im Handelskonflikt zwischen den USA und der EU eine Eskalation.
Der italienischen Infrastrukturkonzern Atlantia, der von der Familie Benetton kontrolliert wird, erwägt einen Einstieg bei der maroden Fluglinie Alitalia.
12.07.2019
Rom
Ein italienischer Infrastrukturkonzern, der von der Familie Benetton kontrolliert wird, erwägt einen Einstieg bei der kriselnden Fluglinie Alitalia.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Die »Stand-up-Paddle-Boards« sind der Renner des Sommers.
    12.07.2019
    Erhältlich im EMUK Store in Lahr
    Durch einsame Landschaften streifen, sich frei fühlen und die Natur genießen – Camping ist Urlaub der besonderen Art. Doch was sollten Reisende einpacken? Hier sind aktuelle Trends für den Urlaub im Freien – und im Wasser.
  • 11.07.2019
    Edelbrennerei Wurth
    Gin, Whisky, Edelbrände – alles aus der Region, alles aus einer Hand und in höchster Qualität, das verspricht die Edelbrennerei Markus Wurth aus Altenheim. Neben Kooperationen mit heimischen Partnern ist das Familienunternehmen auch im Ausland inzwischen sehr erfolgreich.
  • 10.07.2019
    Offenburg
    Essensstände mit besonderen Leckereien sorgen für Genuss, Musiker und Illumination für Flair: Bei »Genuss im Park« wird der Offenburger Zwingerpark ab Donnerstag, 25. Juli, und bis Samstag, 27. Juli, wieder das stilvolle Ambiente für ein besonderes Fest sein.
  • 06.07.2019
    Ratgeber
    Was tun, wenn eine Krise in unser Leben bricht? Der Ortenberger Unternehmer Joachim Schäfer hat mit der Insolvenz seiner Firma genau das durchleben müssen – und einen Weg heraus gefunden. Seine Erkenntnisse teilt er nun in einem Buch, das nicht ein Autor, sondern nur er schreiben konnte, wie...