Reisende aus Risikogebieten

Corona-Tests als Grundlage für Erholung des Flugverkehrs

Autor: 
dpa
Lesezeit 3 Minuten
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29. Juli 2020
"Wir müssen das Reisen wieder stärker ermöglichen, mit einem Instrumentarium, das es uns erlaubt, verantwortlich und flexibel auf die Entwicklung des Infektionsgeschehens zu reagieren", sagt Gerber. Foto: picture alliance / dpa

"Wir müssen das Reisen wieder stärker ermöglichen, mit einem Instrumentarium, das es uns erlaubt, verantwortlich und flexibel auf die Entwicklung des Infektionsgeschehens zu reagieren", sagt Gerber. Foto: picture alliance / dpa ©Foto: dpa

Der internationale Luftverkehr kommt wegen der Corona-Pandemie nicht recht in Schwung. Die Branche hofft, dass verlässliche Tests das Vertrauen der Passagiere zurückbringen.

Frankfurt/Berlin - Der neue Luftfahrt-Präsident Peter Gerber sieht die Testpflicht für Reisende aus Corona-Risikogebieten als erste Grundlage zur Wiederbelebung des weltweiten Flugverkehrs.

"Wir müssen das Reisen wieder stärker ermöglichen, mit einem Instrumentarium, das es uns erlaubt, verantwortlich und flexibel auf die Entwicklung des Infektionsgeschehens zu reagieren", sagte Gerber den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX.

"Selbst wenn sich die Lage in einem Reiseland plötzlich von 'sicher' zu 'unsicher' ändert, kann man mit einem Test bei der Rückkehr sicherstellen, dass die Menschen ihr Leben ganz normal weiterleben können und nicht in Quarantäne müssen", sagte der Manager, der im Hauptberuf Chef der Frachtfluggesellschaft Lufthansa Cargo ist.

Kurzfristige Änderungen, wie sie die britische Regierung mit der Einführung einer 14-tägigen Quarantäne-Pflicht für Spanien-Urlauber am Wochenende verhängt hat, sollten deutsche Urlauber laut Gerber nicht fürchten müssen. "Ich lege Wert darauf, dass diese Entscheidung nicht in der EU gefallen ist", sagte der Manager, der seit 1. Juni als Präsident den Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) führt. "Ich glaube, in der EU herrscht bei allen Unstimmigkeiten, die es gibt, ein gewisses Maß an Rationalität und Verlässlichkeit."

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Eine der größten Herausforderungen sieht der BDL-Präsident nun darin, die jeweiligen nationalen Regelungen des Gesundheitswesens in den einzelnen Staaten mit den Regeln des internationalen Luftverkehrs zusammenzubringen. "Die Erholung unseres Geschäfts hängt davon ab, einigermaßen behinderungsfrei von A nach B zu reisen, vor allem im Interkontinental-Bereich", sagte Gerber. "Hier darf es keinen Flickenteppich unterschiedlicher Regelungen geben. Wir brauchen stabile Rahmenbedingungen, auf die die Reisenden vertrauen können."

Als Vorbild könnte ihm zufolge das Luftfrachtgeschäft dienen. "Da hat es praktisch nur einen Tag gedauert, bis alle wieder an einem Strang gezogen haben." Nicht nur Unternehmen und Mitarbeiter, sondern auch alle Behörden weltweit hätten sehr gut zusammengearbeitet, um die internationalen Warenströme trotz der Pandemie aufrechtzuerhalten. "So etwas brauchen wir auf der Passagierseite auch."

Gerber plädiert für Regeln und Instrumentarien wie die neuen Corona-Tests an Flughäfen, um die Einreise in Zeiten der Pandemie für die Kunden sicher und verlässlich zu machen. "Es ist gut, dass diese Testkapazitäten aufgebaut werden, damit bei Negativ-Tests Quarantäne vermieden wird. Und je besser diese Tests werden und je besser die Ergebnisse, desto einfacher wird es für alle Beteiligten."

Wünschenswert wäre aus Sicht Gerbers, wenn die Politik auf diesem Weg einen Schritt weiter ginge. "Im Luftverkehr mit Risikoländern gibt es ja Personenkreise, für die es heute komplette Einreiseverbote gibt. Dabei handelt sich vor allem um Privatreisende, die Freunde und Verwandte in den betroffenen Ländern besuchen wollen. Hier wären Tests ein geeigneter Weg, um auch für diese Personen das Einreiseverbot aufzuheben." Klare weltweite Regeln seien auch wichtig für die Zukunft - "für den Fall, dass es noch einmal so ein Ereignis wie die Pandemie gibt".

© dpa-infocom, dpa:200729-99-960879/2

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