Braunschweig

Gericht weist Klage im Urheberstreit über VW-Käfer-Design ab

Autor: 
dpa
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
19. Juni 2019
Mehr zum Thema
Der letzte Käfer lief 2003 in Puebla in Mexiko vom Band. Im September 2018 wurde bekannt, dass Volkswagen in diesem Sommer die Produktion des Käfer-Nachfolgers VW Beetle einstellen will.

Der letzte Käfer lief 2003 in Puebla in Mexiko vom Band. Im September 2018 wurde bekannt, dass Volkswagen in diesem Sommer die Produktion des Käfer-Nachfolgers VW Beetle einstellen will. ©dpa - Julian Stratenschulte

Im Streit um die Urheberrechte für das Design des legendären VW Käfer und seines Nachfolgers New Beetle hat die Klägerin vor Gericht eine Niederlage erlitten.

Die Zivilkammer habe die Klage der Tochter und Erbin eines an der Entwicklung des ersten Käfers beteiligten Konstrukteurs abgewiesen, teilte das Landgericht Braunschweig am Mittwoch mit.

Die Tochter des früheren österreichischen Porsche-Designers Erwin Komenda (1904-1966) hatte gegenüber Volkswagen geltend gemacht, dass ihr Vater der Schöpfer des Ur-Käfers sei und sich sein Werk heute noch in dem VW-Beetle fortsetze. Wegen des Verkaufserfolgs stehe ihr daher ein Fairnessausgleich - gewissermaßen eine Nachvergütung für den großen Erfolg des kleinen Flitzers zu. Nach früheren Angaben des Anwalts der Klägerin ging es in dem Verfahren um fünf Millionen Euro. Aus Verjährungsgründen hat sie die Klage zuletzt auf die ab 2014 gebauten Fahrzeuge beschränkt. Volkswagen hielt die Klage für unbegründet.

Urheberrechtsfähigkeit verneint 

- Anzeige -

Für die Frage, ob überhaupt ein nach dem Urheberrecht schutzfähiges Werk vorliegt, habe die Kammer zwei Zeichnungen aus dem Jahre 1934 untersucht, die nach Auffassung der Klägerin von ihrem Vater stammen. Die Urheberrechtsfähigkeit der Zeichnungen des Ur-Käfers als Werk der angewandten Kunst sei aber verneint worden, hieß es unter anderem zur Begründung.

Zum einen - so das Gericht - gab es zur Zeit der Anfertigung dieser Zeichnungen bereits diverse Entwürfe, die das Konzept des Fahrzeuges mit Heckmotor in stromlinienförmiger Karosse mit herabgezogener Fronthaube und dem in die herabgezogene Motorhaube übergehenden Heck vorweggenommen hatten. Zum anderen habe die Klägerin nicht nachweisen können, dass ihr Vater an dem Entwurf in dem früher von Ferdinand Porsche überreichten Exposé für einen Volkswagen beteiligt gewesen sei.

Wegen der erheblichen Unterschiede im Design des VW-Beetle hat das Gericht ferner verneint, dass es sich um eine Bearbeitung des aus den 1930er Jahre stammenden Modelle handelt. Gegen das Urteil kann noch Berufung eingelegt werden. Der letzte Käfer lief 2003 in Puebla in Mexiko vom Band. Im September 2018 wurde bekannt, dass Volkswagen in diesem Sommer die Produktion des Käfer-Nachfolgers VW Beetle einstellen will. Als Käfer-Schöpfer gilt Ferdinand Porsche.

Mehr zum Thema

Zwei mit Eiskristallen überzogene VW-Käfer glitzern im Sonnenschein.
21.11.2018
Artikel

Weitere Artikel aus der Kategorie: Wirtschaft

Daimler-Vertriebsvorständin Britta Seeger: «Wir sehen ein hohes Interesse im Online-Bereich.»
vor 7 Stunden
Stuttgart/Den Haag
Mehr Vernetzung, mehr Online-Käufe und weniger Preis-Wirrwarr: Der Autobauer Daimler krempelt seinen Vertrieb um und richtet die Strategie noch stärker auf digitale Kanäle aus.
Finanzminister Olaf Scholz (M) mit seinen Amtskollegen Steve Mnuchin (l, USA) und Bill Morneau (r, Kanada) in Chantilly.
vor 8 Stunden
Chantilly
Große Wirtschaftsmächte wie Deutschland, Frankreich und die USA rücken bei einer gerechteren Besteuerung großer Unternehmen enger zusammen.
Die von Russland aus betriebene App FaceApp könnte wegen ihres Umgangs mit persönlichen Daten ein nationales Sicherheitsrisiko darstellen.
vor 10 Stunden
Washington
Digitaler Spaß oder Sicherheitsrisiko? Die Smartphone-App FaceApp hat aktuell Hochkonjunktur. Millionen Menschen teilen in Sozialen Medien mit Hilfe der App um Jahrzehnte gealterte Bilder von sich.
Der Bundesfinanzhof hat für Klarheit bei der Abrechnung von Fahrtkosten gesorgt.
vor 10 Stunden
München
Seit 2014 gibt es in Deutschland ein neues Reisekostenrecht - nach jahrelangem gerichtlichen Streit steht jetzt fest: Angestellte mit flexiblen Einsatzorten dürfen für ihre Fahrt zur Arbeitsstelle nur die einfache Fahrt steuerlich absetzen.
Vodafone darf den Kabelanbieter Unitymedia übernehmen - allerdings nur unter Auflagen. Fotos: dpa
vor 11 Stunden
Brüssel
Die EU-Wettbewerbshüter haben die Übernahme des Kölner Kabelanbieters Unitymedia durch den britischen Telekommunikationskonzern Vodafone unter Auflagen erlaubt.
SAP beschäftigte zuletzt weltweit 98.300 Mitarbeiter. Zum Jahresende sollen es aber trotz der Abfindungen mehr sein.
vor 13 Stunden
Walldorf
Europas größter Softwarehersteller SAP hat im zweiten Quartal die Handelsstreitigkeiten auf der Welt zu spüren bekommen.
BMW sucht bei einem Aufsichtsrats-Treffen nach einem neuen Vorstandschef.
vor 14 Stunden
München/Spartanburg
Zwei Wochen nach dem Rücktritt von BMW-Chef Harald Krüger will der Aufsichtsrat nun den Nachfolger benennen. Als Favoriten gelten Produktionsvorstand Oliver Zipse und Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich.
Der Gründer der N26 Bank, der Wiener Valentin Stalf, steht in den Geschäftsräumen des Unternehmens.
vor 14 Stunden
Berlin
Die App-Bank N26 steigt mit einer Bewertung von 3,5 Milliarden Dollar Euro in der jüngsten Finanzierungsrunde zum teuersten deutschen Start-up auf. Die Firma erweiterte die Kapitalrunde zugleich von 300 auf 470 Millionen Dollar (rund 419 Mio Euro).
Das Streamingportal Netflix präsentiert schwache Zahlen.
vor 14 Stunden
Los Gatos
Für die Gruselserie «Stranger Things» erhält Netflix viel Zuspruch. Das kann vom jüngsten Quartalsbericht des Online-Videodienstes nicht behauptet werden. Zumindest aus Sicht der Anleger ist das Zahlenwerk auch zum Fürchten, aber in diesem Fall ist das alles andere als positiv.
Nach Produktionsmängeln beim neuen ICE 4 nimmt die Deutsche Bahn nun wieder die Züge der Hersteller Siemens und Bombardier ab.
17.07.2019
Berlin/München
Nach Produktionsmängeln beim neuen ICE 4 nimmt die Deutsche Bahn nun wieder die Züge der Hersteller Siemens und Bombardier ab.
Der Offshore-Windpark Butendiek, etwa 30 Kilometer vor der Insel Sylt in der Nordsee.
17.07.2019
Hamburg/Berlin
Der Ausbau der Windenergie auf Nord- und Ostsee hat sein planmäßiges Ziel für das Jahr 2020 von 6,5 Megawatt Leistung vorzeitig erreicht.
Eine Frau hält eine Geldbörse mit zahlreichen Banknoten und Bankkarten in der Hand.
17.07.2019
Frankfurt/Bonn
Die meisten Deutschen haben einer Umfrage zufolge noch Vorbehalte gegen das Geldabheben an der Ladenkasse. Nur jeder vierte (27 Prozent) nutzt den Einkauf im Supermarkt oder den Besuch im Baumarkt auch gleich, um sich mit Bargeld vom eigenen Konto zu versorgen. Fast drei Viertel (72 Prozent) der...

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • 17.07.2019
    Große Wiedereröffnung
    Nur einige Meter vom alten Standort entfernt – und doch ist alles neu: Am Donnerstag, 18. Juli, öffnet um 8 Uhr im Lahrer Fachmarktzentrum nicht nur ein neuer, sondern zugleich der jüngste und modernste MediaMarkt Deutschlands seine Türen.
  • Die »Stand-up-Paddle-Boards« sind der Renner des Sommers.
    12.07.2019
    Erhältlich im EMUK Store in Lahr
    Durch einsame Landschaften streifen, sich frei fühlen und die Natur genießen – Camping ist Urlaub der besonderen Art. Doch was sollten Reisende einpacken? Hier sind aktuelle Trends für den Urlaub im Freien – und im Wasser.
  • 11.07.2019
    Edelbrennerei Wurth
    Gin, Whisky, Edelbrände – alles aus der Region, alles aus einer Hand und in höchster Qualität, das verspricht die Edelbrennerei Markus Wurth aus Altenheim. Neben Kooperationen mit heimischen Partnern ist das Familienunternehmen auch im Ausland inzwischen sehr erfolgreich.
  • 10.07.2019
    Offenburg
    Essensstände mit besonderen Leckereien sorgen für Genuss, Musiker und Illumination für Flair: Bei »Genuss im Park« wird der Offenburger Zwingerpark ab Donnerstag, 25. Juli, und bis Samstag, 27. Juli, wieder das stilvolle Ambiente für ein besonderes Fest sein.