Bundesnetzagentur

Höchststand bei Beschwerden wegen unerlaubter Telefonwerbung

Autor: 
dpa
Lesezeit 2 Minuten
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13. Januar 2021
Immer mehr Menschen in Deutschland beschweren sich über unerlaubte Telefonwerbeanrufe. Foto: picture alliance / dpa

Immer mehr Menschen in Deutschland beschweren sich über unerlaubte Telefonwerbeanrufe. Foto: picture alliance / dpa ©Foto: dpa

Das Telefon klingelt, ein Werbetreibender ist dran. Ein neuer Stromvertrag gefällig? Oder ein Zeitschriften-Abo? Und sind Sie nicht unterversichert? Solche Fragen gehen einem häufig auf den Keks - ganz besonders, wenn die Telefonate gar nicht hätten stattfinden dürfen.

Bonn - Wegen unerlaubter Telefonwerbung haben sich noch nie so viele Menschen bei der Bundesnetzagentur beschwert wie im vergangenen Jahr. Es seien 63.273 solcher kritischer Wortmeldungen eingegangen, teilte die Bonner Behörde als Anlaufstelle für die Beschwerden mit.

Das war ein Zuwachs von rund 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr (54.242) und etwas mehr als 2018, als es 62.247 Beschwerden waren. Ein Grund für die Schwankungen wurde nicht genannt. "Wir gehen mit Nachdruck gegen die Verursacher vor", betonte Netzagenturchef Jochen Homann. In 17 Fällen verhängte die Behörde Bußgelder, die sich auf 1,35 Millionen Euro summierten.

Es ging häufig um Versicherungs- und Finanzprodukte sowie um die Energieversorgung. Zudem regten sich viele Verbraucher nach Darstellung der Netzagentur über aggressive Telefonwerbung für Zeitschriftenabos auf. Beschwerden zu Telekommunikationsdienstleistungen waren hingegen rückläufig. Dies führte die Behörde darauf zurück, dass sie in diesem Bereich einen Verfolgungsschwerpunkt gesetzt hatte.

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Bei den Gesprächen gingen die Anrufer oft dreist vor und wollten den Verbraucher noch am Telefon oder im Nachgang ungewollte Verträge unterschieben. In anderen Fällen verschleierten die Anrufer die Identität ihres Auftraggebers oder sie gaben sich sogar als Behördenvertreter aus, um Vertrauen aufzubauen. Mitunter kam es bei den unerlaubten Anrufen sogar zu Beschimpfungen oder der Werbetreibende war besonders penetrant und rief dutzende Male an.

Aus Sicht des wirtschaftspolitischen Sprechers der FDP-Bundestagsfraktion, Reinhard Houben, sind die hohen Beschwerdezahlen Anlass zur Besorgnis. Die Dunkelziffer sei hoch - "viele Menschen, die am Telefon belästigt werden, ärgern sich zwar, wenden sich aber nicht an die Bonner Behörde", sagt der Politiker. Dass das Vorgehen der Bundesnetzagentur Erfolg habe, zeigten die gesunkenen Beschwerdezahlen wegen unerlaubter Telekommunikationswerbung. Anstatt nur da einen Schwerpunkt bei der Verfolgung zu setzen, müsse die Behörde den Druck insgesamt erhöhen und auch mit mehr Personal die illegalen Machenschaften verfolgen, fordert der Liberale.

Werbeanrufe ohne vorige Einwilligung sind in Deutschland verboten. Bei wem es trotzdem klingelt, der kann dies unter www.bundesnetzagentur.de/telefonwerbung-beschwerde melden. Um die Täter zu überführen, sind möglichst präzise und detaillierte Schilderungen hilfreich.

© dpa-infocom, dpa:210113-99-14663/3

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