Frankfurt/Main

Kaum größere Probleme bei neuen Regeln für Online-Zahlungen

Autor: 
dpa
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
17. September 2019
Banken müssen die Vorgaben der europäischen Zahlungsdiensterichtlinie («Payment Service Directive») seit dem 14. September umsetzen.

Banken müssen die Vorgaben der europäischen Zahlungsdiensterichtlinie («Payment Service Directive») seit dem 14. September umsetzen. ©dpa - Franziska Gabbert

Die Finanzaufsicht Bafin sieht trotz einzelner Schwierigkeiten keine grundsätzlichen Probleme bei der Umstellung auf die neuen Sicherheitsbestimmungen fürs Online-Banking.

«Bis auf die wenigen Ruckler ist die Lage ruhig», sagte ein Sprecher der Behörde am Dienstag auf Anfrage. «Die Bankenbranche ist gut für PSD 2 gerüstet.»

Banken müssen die Vorgaben der europäischen Zahlungsdiensterichtlinie («Payment Service Directive»/«PSD2») seit Samstag (14.9.) umsetzen. Seither gilt für Bankkunden beim Online-Banking und beim Einkaufen im Internet die Pflicht zur «starken Kundenauthentifizierung». Das heißt: Jeder Kunde muss seine Identität in jedem Fall mit zwei voneinander unabhängigen Komponenten nachweisen.

Um eine Überweisung online freizugeben, braucht man erstens die Geheimnummer (PIN), um sich ins Konto einzuloggen und kann sich zweitens zum Beispiel per SMS eine einmalig gültige Transaktionsnummer (TAN) auf eine zuvor bei der Bank hinterlegte Handynummer schicken lassen. Etliche Institute bieten zudem ein «PhotoTAN»-Verfahren an: Dabei erscheint im Online-Banking ein Barcode, den man abfotografieren muss. Daraufhin wird eine TAN generiert und die Buchung abgewickelt.

Probleme mit der Umstellung auf das neue Verfahren hatte es Anfang vergangener Woche bei der Postbank mit ihren 13 Millionen Privatkunden gegeben. Noch immer beschweren sich Kunden, sie könnten online nicht oder nur eingeschränkt auf ihr Konto zugreifen und Anfragen über die Hotline dauerten lange. «Es ist richtig, dass einige Sachen nicht gut laufen», sagte ein Postbank-Sprecher am Dienstag. Er betonte jedoch: «Wir haben im Moment keine technischen Probleme.»

- Anzeige -

Die derzeit längere Bearbeitungszeit für Kundenanfragen begründete der Postbank-Sprecher damit, dass die Serviceeinheiten des zum Deutsche-Bank-Konzern gehörenden Instituts aktuell bestreikt werden. Die Gewerkschaft Verdi hatte die Tarifverhandlungen bei der Postbank vor einer Woche für gescheitert erklärt und lässt ihre Mitglieder derzeit über einen unbefristeten Streik bei dem Institut abstimmen.

Bei der Commerzbank waren die Systeme am ersten Werktag nach der «PSD2»-Umstellung so stark ausgelastet, dass es beim Einloggen ins Online-Banking hakte. «Die Anmeldung war verlangsamt, manchmal musste man sich auch mehrfach anmelden, weil der Prozess abgebrochen wurde», erklärte ein Commerzbank-Sprecher. «Wir beobachten das genau.»

Die Deutsche Bank berichtet unterdessen von einer problemlosen Umstellung auf die neuen Vorgaben. Das neue Verfahren sei den Kunden schon vor drei Monaten zugänglich gemacht worden, sagte ein Sprecher. 90 Prozent der Kunden seien daher zum Stichtag bereits darauf eingestellt gewesen.

Eine Sprecherin des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) bilanzierte für die privaten Banken: «Natürlich kann es bei einzelnen Kunden Probleme gegeben haben, aber insgesamt ist es problemlos gelaufen.» Auch bei den Sparkassen sind nach Angaben des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) bisher keine Schwierigkeiten mit «PSD2» gemeldet worden.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Wirtschaft

Für Millionen Bahnkunden ist der Kauf digitaler Fahrkarten Alltag.
vor 6 Minuten
Wirtschaft
Man steigt mit Cargo-Hose in den Interregio, das Radio dudelt «Mambo No. 5» und zu Hause rödelt ein 56-k-Modem. Unter Pfeifen und Knarzen öffnet sich der Weg ins Internet: Das war die Welt 1999, und das weltweite Netz war für viele wirklich Neuland.
Laut Statistikamt Eurostat ging die Schuldenquote in der Eurozone im vergangenen Jahr zurück - allerdings weniger stark als angenommen.
vor 56 Minuten
Luxemburg
Die 19 Länder der Eurozone haben die Schuldenquote im vergangenen Jahr weiter verringert - allerdings weniger stark als angenommen.
Mehrere Mitarbeiter von Fresenius Medical Care müssen sich Korruptionsermittlungen stellen.
vor 2 Stunden
Frankfurt/Main
Wegen Schmiergeldzahlungen in zahlreichen Ländern müssen sich Verantwortliche des Medizintechnikherstellers Fresenius Medical Care (FMC) strafrechtlichen Ermittlungen stellen.
Im ersten Halbjahr warben Start-ups aus Paris 2,2 Milliarden Euro von Investoren ein - und damit 0,2 Milliarden mehr als Berlin.
vor 3 Stunden
Frankfurt/Main
Paris hat laut einer Studie Berlin als Gründer-Metropole überholt. Im ersten Halbjahr 2019 warben Start-ups aus der französischen Hauptstadt rund 2,2 Milliarden Euro von Investoren ein.
Die Börse in Frankfurt.
vor 3 Stunden
Frankfurt/Main
Der Brexit und ein Handelsabkommen zwischen den USA und China sorgen weiter für ein Auf und Ab an den Aktienmärkten.
Die kurzfristig ausgeweiteten Warnstreiks der Flugbegleiter hatten bei verschiedenen Lufthansa-Gesellschaften zu rund 100 Flugausfällen geführt.
vor 5 Stunden
Frankfurt/Main
Nach dem Warnstreik der Flugbegleiter werten der Lufthansa-Konzern und die Gewerkschaft Ufo an diesem Montag das Geschehen aus. Laut den Flugplänen der Flughäfen waren am Sonntag in Deutschland rund 100 Starts von Lufthansa-Töchtern abgesagt worden. Der Konzern hat für diesen Montag angekündigt,...
Eine Erdölraffinerie in Leuna (Sachsen-Anhalt).
vor 6 Stunden
Hannover
In der Tarifrunde für die rund 580.000 Beschäftigten der Chemie- und Pharmaindustrie beginnen heute (13.00 Uhr) die Gespräche auf Bundesebene. Die Verhandlungen in Hannover sind für zwei Tage angesetzt.
Dem Chef des vor allem durch seine Elektronikketten Media Markt und Saturn bekannten Elektronikhändlers Ceconomy, Werner, droht nach nur siebeneinhalb Monaten an der Konzernspitze der Rauswurf.
18.10.2019
Wirtschaft
Düsseldorf (dpa) - Eigentlich sollte es für den Elektronikhändler Ceconomy und seine Tochterunternehmen Media Markt und Saturn zur Zeit nur ein Thema geben: das bevorstehende Weihnachtsgeschäft.
Der US-Getränkeriese Coca-Cola hat dank seines Verkaufsschlagers «Zero Sugar» kräftige Geschäftszuwächse im dritten Quartal verbucht.
18.10.2019
Atlanta
Der US-Getränkeriese Coca-Cola hat dank seines Verkaufsschlagers «Zero Sugar» kräftige Geschäftszuwächse im dritten Quartal verbucht.
Mitarbeiterinnen belegen im Pizzawerk der Firma Dr. Oetker kakaohaltige Pizzaböden mit Schokoladensplittern. Die Schokoladenpizza wird nach zwei Jahren eingestellt.
18.10.2019
Bielefeld
Der Lebensmittelhersteller Dr. Oetker hat seine Schokoladen-Pizza wegen geringer Nachfrage vom Markt genommen.
Die Waren von Wilke werden mit drei Todesfällen und 37 weiteren Krankheitsfällen in Verbindung gebracht.
18.10.2019
Twistetal
Für den nach Keimfunden geschlossenen Wursthersteller Wilke in Nordhessen gibt es einen potenziellen Käufer.
Ein spezialisierter Glas- und Gebäudereiniger putzt in 27 Metern Höhe ein Dach.
18.10.2019
Frankfurt/Main
Gewerkschaft und Arbeitgeber in der Gebäudereinigung haben sich auf einen Tarifabschluss in der größten deutschen Handwerkssparte mit rund 650.000 Beschäftigten geeinigt.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • 18.10.2019
    Mediterrane Atmosphäre
    Der verführerische Duft von frisch gebrühtem Espresso, leckeren Antipasti oder frischer Pasta – das CASAMORE in Hohberg versetzt seine Gäste auf eine genussvolle Reise durch die mediterrane Küche. Unter Palmen und Olivenbäumen darf man sich ein bisschen wie im Urlaub fühlen.
  • 16.10.2019
    Schaurigschöne Attraktionen in Kappel-Grafenhausen
    Was unternimmt man am besten mit den Kindern wenn es draußen kalt ist und regnet? Diese Frage müssen sich Eltern jetzt nicht mehr stellen. Denn im Freizeitpark Funny World in Kappel-Grafenhausen können Familien bei vielen Indoor- und Outdoorattraktionen den perfekten Tag erleben! Und pünktlich zur...
  • 11.10.2019
    Offenburg
    Sorgenfrei zur Traumküche, von der Planung bis zur Montage, begleitet von erfahrenen Profis – das bietet die Streb-Küchenwelt in Offenburg. Der verkaufsoffene Sonntag am 13. Oktober ist die ideale Gelegenheit für eine entspannte Beratung vor Ort.
  • 08.10.2019
    Entspannung ist im hektischen Alltag immer wichtiger. Die volle Entspannung finden Sie im Nationalpark-Hotel Schliffkopf auf den Höhen der Schwarzwaldhochstraße. Mit der Kombination aus hochwertigen Pflegeprodukten und einer einzigartigen Landschaft, können Kunden voll vom Alltag abschalten.