Frankfurt/Main

Lange Wartezeiten am Frankfurter Flughafen möglich

Autor: 
dpa
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
19. Juni 2018
Am Frankfurter Flughafen müssen Urlauber am kommenden Wochenende Geduld mitbringen.

Am Frankfurter Flughafen müssen Urlauber am kommenden Wochenende Geduld mitbringen. ©dpa - Christoph Schmidt

Am Frankfurter Flughafen müssen Urlauber am kommenden Wochenende einige Geduld mitbringen.

Bereits für den letzten Schultag vor den Sommerferien in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland an diesem Freitag (22. Juni) erwartet Betreiber Fraport weit über 200.000 Passagiere am größten deutschen Drehkreuz. Vor allem wegen möglicher langer Wartezeiten an den Personenkontrollen rät das Unternehmen den Passagieren, bereits drei Stunden vor ihrem Abflug am Flughafen zu erscheinen.

In den vergangenen Wochen hat Fraport verstärkt die aus ihrer Sicht ineffizienten Passagierkontrollen kritisiert, die von der Bundespolizei organisiert werden. An anderen vergleichbaren Flughäfen in Europa könnten in gleicher Zeit doppelt so viele Passagiere überprüft werden, hatte Fraport-Chef Stefan Schulte gemahnt und den schnelleren Einsatz moderner Technik verlangt, die in Deutschland teils noch nicht zugelassen sei. Der Flughafen will zudem die auch von der Bundespolizei eingesetzten privaten Sicherheitsdienstleister selbst steuern und dabei bessere Anreize setzen.
«Wir haben bei den Dienstleistern ausreichend Kontrollstunden bestellt», sagte am Dienstag ein Sprecher der Bundespolizei Frankfurt mit Blick auf das kommende Wochenende. «Das Personal kann auch flexibler eingesetzt werden als zuvor. Leider hatten die Sicherheitsunternehmen in den vergangenen Monaten große Schwierigkeiten, genügend Leute zur Verfügung zu stellen.»

Fraport selbst schickt Verwaltungsangestellte und zusätzlich auch Pensionäre in die Terminals, wie ein Sprecher berichtete. Sie sollen dort die Reisenden beraten und an den Personenkontrollen solche Aufgaben übernehmen, die nicht zwingend von staatlich zugelassenen Luftsicherheitsassistenten erledigt werden müssen. Dazu zählt insbesondere der Rücktransport benutzter Kunststoffwannen, in denen das Handgepäck durchleuchtet wird.

- Anzeige -

Fraport-Sprecher Jürgen Harrer appellierte an die Gäste, möglichst wenig Handgepäck mitzunehmen und sich schon vorher mit den Sicherheitsvorschriften etwa zu Flüssigkeiten im Handgepäck und zur Mitnahme von elektronischen Geräten vertraut zu machen. Die Lufthansa hat als Hauptkunde des Flughafens ebenfalls zusätzliches Personal an den Schaltern und den Flugsteigen. «Unsere Flüge sind sehr gut gebucht», erklärte ein Sprecher. Die Passagiere sollten möglichst die elektronischen Möglichkeiten zum Check-in und die Gepäckautomaten

nutzen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte zuletzt den Frankfurter Flughafen scharf wegen der langen Wartezeiten kritisiert, in deren Folge tausende Lufthansa-Kunden ihre Flüge verpasst haben. Der Ferienbeginn in den umliegenden Bundesländern gilt als einer der aufkommenstärksten Tage des Jahres am Frankfurter Flughafen. Man rechne aber letztlich den gesamten Sommer über mit einer sehr starken Nachfrage seitens der Passagiere, sagte Fraport-Sprecher Harrer. Bereits zu Ostern hatte es am Flughafen lange Warteschlangen gegeben.

Die Abfertigung in den beiden Terminals findet sehr beengt statt, während gleichzeitig die Passagierzahlen weiter stark steigen. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres haben sie fast 9 Prozent über dem Vorjahreszeitraum gelegen. Für den ersten Teilabschnitt des geplanten Terminals 3 steht die Baugenehmigung der Stadt Frankfurt weiterhin aus. Als Zwischenlösung plant die Fraport eine Leichtbauhalle am Terminal 1, in der ab dem ersten Quartal 2019 zehn zusätzliche Kontrollspuren Platz finden sollen.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Wirtschaft

General Electric befindet sich nach schlechten Erfahrungen in der Finanzkrise schon seit geraumer Zeit in einem tiefgreifenden Konzernumbau.
Boston
20.07.2018
Die kriselnde US-Industrie-Ikone General Electric (GE) hat im zweiten Quartal deutlich weniger verdient.
Ein Dieselmotor TDI in einem Audi.
Berlin
20.07.2018
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei der in der Koalition umstrittenen Frage technischer Diesel-Nachrüstungen eine Entscheidung bis Ende September angekündigt.
Weinlese in Württemberg.
Mainz
20.07.2018
Nach einem warmen Sommer wird die Traubenlese in diesem Jahr ungewöhnlich früh beginnen.
Bilfinger verlangt Millionenbeträge von früheren Top-Managern.
Mannheim
20.07.2018
Der Industriedienstleister Bilfinger fordert von zwölf ehemaligen Vorständen einen dreistelligen Millionenbetrag. Der Grund: Sie hätten keine ausreichenden Anti-Korruptionsregeln aufgestellt.
Freiburg
20.07.2018
Der Wirtschaftsverband WVIB hat seinen aktuellen Konjunkturbericht vorgelegt. Die Stimmung in den Unternehmen ist weiterhin gut, Umsätze und Erträge legen weiter zu.
Werbetafel des US-Einzelhandelskonzerns Walmart in Peking.
Peking
20.07.2018
Amerikanische Unternehmen in China spüren bereits die Auswirkungen des Handelskonflikts zwischen den USA und der Volksrepublik.
Microsoft kann sich weiter auf das lukrative Cloud-Geschäft mit IT-Diensten im Internet verlassen.
Redmond
20.07.2018
Der Software-Riese Microsoft hat Umsatz und Gewinn dank seines brummenden Cloud-Geschäfts kräftig gesteigert.
Die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) hat in diesem Jahr bereits zwei Mal den Leitzins angehoben.
Washington
19.07.2018
US-Präsident Donald Trump hat mit Kritik an der Leitzins-Erhöhung der Notenbank Federal Reserve (Fed) für Verwirrung gesorgt.
Der Franzose Christian Bittar arbeitete bei der Deutschen Bank in London und Singapur.
London
19.07.2018
Im Skandal um in großem Stil manipulierte Zinssätze haben in London zwei Ex-Händler von Großbanken mehrjährige Haftstrafen erhalten.
Comcast verfolge die Übernahme von Fox nicht länger und konzentriere sich stattdessen auf den britischen Bezahlsender Sky, teilte das Unternehmen mit.
Philadelphia
19.07.2018
Der US-Kabelkonzern Comcast gibt sich im Wettbieten mit Disney um große Teile von Rupert Murdochs Medienimperium 21st Century Fox geschlagen.
Breisach
19.07.2018
Der Badische Winzerkeller in Breisach kelterte aufgrund der Fröste 2017 weniger Wein, nimmt aber trotzdem mehr ein.
Wenn der Erhalt von Thyssenkrupp nicht gelänge, bedeute dies einen weiteren «Rückschlag gegen die Demokratiefeinde in Deutschland», sagt Sigmar Gabriel.
Essen
19.07.2018
Der frühere Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat angesichts der tiefen Krise von Thyssenkrupp vor einem «strukturpolitischen Erdbeben» gewarnt.