Zulieferer verschärft Sparplan

Mahle will fast 8000 Jobs streichen

Autor: 
Veronika Kanzler
Lesezeit 2 Minuten
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16. September 2020
Der Zulieferer Mahle mit Sitz in Stuttgart will nach eigenen Angaben seinen weltweiten Personalbestand erheblich verringern.

Der Zulieferer Mahle mit Sitz in Stuttgart will nach eigenen Angaben seinen weltweiten Personalbestand erheblich verringern. ©Foto: imago images/Arnulf Hettrich

Weltweit soll mehr als jeder zehnte Arbeitsplatz von dem Personalabbau betroffen sein. In Deutschland geht es um 2000 Stellen. Die Verhandlung mit der Gewerkschaft startet in den kommenden Tagen.

Stuttgart - Der Zulieferer Mahle verschärft seinen Sparkurs. Das Stiftungsunternehmen will weltweit 7600 Arbeitsplätze abbauen. „Wir haben es aktuell mit einer Krise zu tun, wie wir sie noch nicht erlebt haben“, sagt Jörg Stratmann, Vorsitzender der Geschäftsführung. Noch arbeiten dort weltweit knapp 72 000 Mitarbeiter. Somit will der Konzern mehr als jede zehnte Stelle streichen. Aus Sicht des Unternehmens mit Sitz in Stuttgart sei dieser Einschnitt nötig, um dem technologischen Wandel gerecht zu werden.

Der Sparkurs wird stark ausgeweitet

Von den global ermittelten Arbeitsplätzen, die nun gestrichen werden sollen, entfallen rund 3700 Stellen auf Europa, davon rund 2000 auf Deutschland. Derzeit arbeiten noch knapp 12 000 Menschen bei Mahle in Deutschland.

„Die Corona-Pandemie ist nicht die Ursache der nun verkündeten Maßnahmen, aber natürlich wirkt sie beschleunigend“, sagt Mahle- Sprecher Ruben Danisch. Deshalb müsse der Konzern seine bereits laufenden Kostenspar- und Restrukturierungsprogramme ausweiten. Das Unternehmen fährt seit 2018 einen strikten Sparkurs und hat im Zuge dessen weltweit 6700 Jobs abgebaut, davon im vergangenen Jahr rund 380 von 4300 Stellen in Stuttgart.

Gewerkschaft klagt Untätigkeit an

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Noch will die Geschäftsleitung nicht sagen, innerhalb welchem Zeithorizont sie den Personalabbau stemmen möchte. Als Erstes geht es nun in Verhandlungen mit der Gewerkschaft. Dieter Kiesling, Vize-Vorstand des Gesamtbetriebsrates, sieht die Schuld an der Misere nicht allein in den fehlenden Umsätzen durch die Corona-Krise und dem wachsenden Druck zur Kostensenkung. Seiner Meinung nach blieb die Zeit in den vergangenen Jahren schlichtweg ungenutzt. Die Transformation der Automobilindustrie dauere schon eine ganze Weile an, und Mahle habe bis heute keine Perspektive für die Verbrenner-Standorte vorgelegt.

Abhängigkeit vom Verbrenner wurde verringert

Uwe Meinhardt, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, macht deutlich: „Die IG Metall akzeptiert keine betriebsbedingten Kündigungen und keine Standortschließungen. Unsere Tarifverträge haben genügend Instrumente, um ohne Entlassungen durch die Krise zu kommen.“

Im vergangenen Jahr hatte der Konzern einen Verlust von 212 Millionen Euro nach einem Gewinn von 446 Millionen Euro in 2018 gemacht. Der Umsatz ging 2019 um 4,2 Prozent auf 12 Milliarden Euro zurück. Die Abhängigkeit vom klassischen Verbrennungsmotor hatte Mahle in den vergangenen Jahren verringert.

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