München/Berlin

Maschinenbauer Krauss Maffei wird Opfer von Cyberattacke

Autor: 
dpa
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
07. Dezember 2018
Die KraussMaffei-Gruppe mit mehr als 5000 Mitarbeitern zählt nach eigenen Angaben zu den weltweit führenden Herstellern von Maschinen und Anlagen zur Produktion und Verarbeitung von Kunststoff und Gummi.

Die KraussMaffei-Gruppe mit mehr als 5000 Mitarbeitern zählt nach eigenen Angaben zu den weltweit führenden Herstellern von Maschinen und Anlagen zur Produktion und Verarbeitung von Kunststoff und Gummi. ©dpa - Matthias Balk

Der Münchner Maschinenbaukonzern Krauss Maffei ist von einem Cyberangriff schwer getroffen worden.

Nach der Attacke vor gut zwei Wochen habe das Unternehmen an einigen Standorten nur mit gedrosselter Leistung produziert, da viele Rechner aufgrund einer Trojaner-Attacke lahmgelegt worden seien, bestätigte ein Sprecher. Noch immer spüre der Konzern die Auswirkungen.

Inzwischen sei man auf dem «Weg zum Normalzustand», die Fertigung werde hochgefahren. Wichtige Dateien würden zum Laufen gebracht. Die große Mehrzahl der Standorte sei nicht betroffen gewesen. Nach aktuellem Stand gebe des zudem keine Kenntnis darüber, dass auch Kunden oder Zulieferer Opfer des Angriffs geworden seien, sagte der Sprecher am Freitag.

Mehrere Sicherheitsbehörden seien sofort nach der Attacke in der Nacht zum 21. November informiert worden, hieß es am Vorabend. Zuvor hatte die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Freitag) darüber berichtet.

Das Bundesinstitut für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), bei dem Konzerne derartige Vorfälle melden können und je nach Größe und Relevanz auch müssen, wollte sich am Freitag zu dem aktuellen Angriff nicht äußern. Die «FAZ» hatte zuvor berichtet, der Behörde seien zwei aktuelle Fälle bekannt, ohne Namen der Betroffenen zu nennen. Ein Sprecher des BSI bestätigte das auf Nachfrage am Freitag jedoch nicht. Er verwies auf eine Warnung, die das BSI vor zwei Tagen veröffentlicht hatte.

- Anzeige -

Darin machte die Behörde auf die Schadsoftware Emotet aufmerksam.

«Emotet gilt als eine der gefährlichsten Bedrohungen durch Schadsoftware weltweit und verursacht auch durch das Nachladen weiterer Schadprogramme aktuell hohe Schäden auch in Deutschland», schrieb das BSI. In Einzelfällen sei es bei den Betroffenen zu Ausfällen der kompletten IT-Infrastruktur gekommen, wodurch kritische Geschäftsprozesse eingeschränkt worden seien. Emotet verbreitet sich über Microsofts Office-Software auf Windows-Computern.

Ob der Angriff auf Krauss Maffei ebenfalls mit Emotet durchgeführt wurde, blieb zunächst unklar. Der Konzernsprecher machte dazu am Freitag zunächst keine Angaben. Er betonte aber, dass nicht sämtliche IT betroffen gewesen sei. Über die Motive des Angriffs sei weiter nichts bekannt. Zuvor hatte Krauss Maffei bestätigt, dass die bisher unbekannten Angreifer eine Lösegeldforderung an den Konzern gestellt hätten. Über die Höhe der Forderung konnte der Sprecher weiterhin nichts sagen.

Die KraussMaffei-Gruppe mit mehr als 5000 Mitarbeitern zählt nach eigenen Angaben zu den weltweit führenden Herstellern von Maschinen und Anlagen zur Produktion und Verarbeitung von Kunststoff und Gummi. 2016 wurde die Gruppe vom chinesischen Chemiekonzern China National Chemical Corporation (ChemChina) übernommen. Die chinesische Börsenaufsicht erteilte nach Angaben des Unternehmens unlängst die Genehmigung zu einem Börsengang. Die Maschinenbau-Firma ist nicht zu verwechseln mit dem Rüstungsunternehmen und Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann (KMW).

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeigen
  • 24.05.2019
    Biberach
    Mit zwei Kandidaten tritt die Alternative für Deutschland (AfD) am 26. Mai bei den Gemeinderatswahlen in Biberach an.
  • 13.05.2019
    »Schöne Zeit« – der zeitlose Weingenuss
    Fruchtig, farbenfroh und voller Lebensfreude – so zeigt sich der neue »Schöne Zeit«-Weißwein der Durbacher WG. Der Name ist Programm und steht für zeitlosen Genuss für jedes Alter – aus dem Herzen des Durbachtals.
  • 09.05.2019
    Experten von Steinhof Fitness in Oberkirch beraten
    80 Prozent der Deutschen haben Rückenschmerzen - viele sogar chronisch. Ursache dafür ist in den allermeisten Fällen eine mangelnde oder falsche Bewegung. Die Experten von Steinhof Fitness in Oberkirch zeigen, wie Rückenschmerzen künftig der Vergangenheit angehören können - und beraten kostenlos.
  • 07.05.2019
    Mitgliederversammlung
    Es war eine geheime Abstimmung beim SV Berghaupten. Doch danach stand fest: Die Führungsmannschaft bleibt bis 2021 im Amt. Robert Harter wurde erneut die SVB-Präsidentenwürde zuteil.  

Weitere Artikel aus der Kategorie: Wirtschaft

Für den VW-Konzern beginnt der Dieselabgasskandal nun auch in Deutschland teuer zu werden.
vor 7 Stunden
Dieselabgasskandal
Seit dem der Bundesgerichtshof in der juristischen Auseinandersetzung um den VW-Dieselabgaskandal in einem Hinweisbeschluss die Seite der Verbraucher gestärkt hat, verliert der Autobauer reihenweise Verfahren. Das Oberlandesgericht in Karlsruhe hat jetzt drei Autoneulieferungen ohne...
Laut US-Medien verhandeln die Autobauer Renault und Fiat Chrysler über eine engere Zusammenarbeit.
vor 16 Stunden
London/Boulogne-Billancourt
Die Autokonzerne Renault und Fiat Chrysler (FCA) verhandeln US-Medien zufolge über eine engere Zusammenarbeit.
«Ich kann mir vorstellen, dass Huawei in irgendeine Form eines Handelsabkommens einbezogen wird», sagt Trump.
24.05.2019
Washington
US-Präsident Donald Trump hat in Aussicht gestellt, den Streit um den Telekomausrüster Huawei in den Handelsgesprächen mit China zu lösen.
VW geht davon aus, dass rund zwei Jahre vor dem Oberlandesgericht Braunschweig und danach zwei weitere Jahre vor dem Bundesgerichtshof verhandelt wird.
24.05.2019
Braunschweig
Der Autobauer Volkswagen stellt sich nach der bundesweit ersten Musterfeststellungsklage im Diesel-Skandal auf einen langwierigen Prozess ein. Das Unternehmen rechne mit einer Verfahrensdauer von mindestens vier Jahren, sagte ein VW-Sprecher.
In deutschen Städten stehen Verleiher schon in den Startlöchern.
24.05.2019
Berlin
Die Hoffnung von Herstellern, Verleihern und Händlern hängt bei Marcel Hutfilz an einer Wand. Zusammengeklappt, mit zwei Rädern. E-Scooter - also Tretroller mit Elektro-Antrieb - hat der Ladenbesitzer in Berlin schon vor Jahren mit steigender Nachfrage verkauft.
Vapiano steckt tief in den roten Zahlen.
24.05.2019
Wirtschaft
Köln (dpa) - Die angeschlagene Kölner Restaurantkette Vapiano erhält die dringend benötigte Finanzspritze. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben die verbindlichen Kreditzusagen im Gesamtvolumen von rund 30 Millionen Euro erhalten. Das Geld komme von den finanzierenden Banken und den...
Ein Landwirt pflanzt Sojabohnen auf einem Feld. Mit einem milliardenschweren Hilfspaket will die US-Regierung amerikanische Bauern unterstützen, die unter dem Handelskrieg mit China leiden.
24.05.2019
Washington
Mit einem milliardenschweren Hilfspaket will die US-Regierung amerikanische Bauern unterstützen, die unter dem Handelskrieg mit China leiden.
Das Symbol eines Einkaufskorbs leuchtet auf einer Computertastatur. Die Verbraucherschutzminister der Länder planen höhere Hürden für die Eröffnung eines Online-Shops.
24.05.2019
Mainz/Stuttgart
Die Verbraucherschutzministerien der Länder wollen verstärkt gegen sogenannte Fake-Shops im Internet vorgehen. Nach Informationen von NDR und Süddeutscher Zeitung sprechen sie sich dafür aus, dass die Anmeldung von Internetseiten mit einer de-Domain künftig nur mit einer Identitätsprüfung möglich...
Nächstes Jahr wolle Audi 16 Hybrid- und Elektromodelle anbieten und ab 2025 jedes Jahr eine Million Elektroautos verkaufen, sagt Schot.
23.05.2019
Neckarsulm
Audi-Chef Bram Schot will die VW-Tochter vom Nachzügler zum Spitzenreiter bei Elektroautos machen. Nächstes Jahr wolle Audi 16 Hybrid- und Elektromodelle anbieten und ab 2025 jedes Jahr eine Million Elektroautos verkaufen, sagte Schot auf der Hauptversammlung der VW-Tochter in Neckarsulm.
Ende 2018 war bekanntgeworden, dass bei Nordzucker ein Sparkurs auch zu einem Stellenabbau vor allem in der Verwaltung führt.
23.05.2019
Braunschweig
Der weltweite Verfall des Zuckerpreises hat die Nordzucker-Gruppe in die roten Zahlen gedrückt. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018/2019 (Ende Februar) verzeichnete der Konzern mit Hauptsitz in Braunschweig einen Verlust von 36 Millionen Euro.
Bosch ist in den VW-Skandal verstrickt, weil der Zulieferer die entsprechende Motorsteuerung geliefert hat, mit deren Software Volkswagen Diesel manipulierte.
23.05.2019
Stuttgart
Auch der Autozulieferer Bosch muss im Zuge des VW-Dieselskandals ein Bußgeld zahlen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat dem Unternehmen eine Summe in Höhe von 90 Millionen Euro aufgebrummt. Das teilte die Behörde in Stuttgart mit.
Boeing hatte zuletzt mitgeteilt, die Entwicklung eines Updates für die Steuerungssoftware des Flugzeugs abgeschlossen zu haben.
23.05.2019
Washington
Die US-Luftaufsichtsbehörde FAA lässt offen, wann sie den umstrittenen Flieger 737 Max von Boeing wieder in die Luft lässt. Behördenchef Daniel Elwell erklärte, seine Technikexperten würden jeden Stein umdrehen.