Freiburg

Messe Freiburg zieht Notbremse bei Intersolar in Nordamerika

Autor: 
Moritz Förster
Lesezeit 3 Minuten
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18. April 2019

Daniel Strowitzki, Geschäftsführer der Freiburg Wirtschaft Touristik Messe GmbH (FWTM). ©FWTM

1991 feierte die Messe Intersolar in Deutschland ihre Premiere. Auch in USA gibt es von der Veranstaltung einen Ableger, doch die läuft immer schlechter. Nun hat sich die Freiburger Messe von dem Branchentreff verabschiedet.

Die Messe Freiburg stoppt einen Abwärtstrend und verkauft die Intersolar North America. Der US-Ableger der Fachmesse leidet unter Besucher- und Ausstellerschwund – und schreibt rote Zahlen. »Das ist die Notbremse«, sagt Daniel Strowitzki, Geschäftsführer der Freiburg Wirtschaft Touristik Messe GmbH (FWTM). Die für dieses Jahr angesetzte Veranstaltung wurde abgesetzt und auf das nächste Jahr verschoben. An einem anderen Ort, mit einem anderen Veranstalter.

Die FWTM ist gemeinsam mit der Pforzheimer Firma Solar Promotion Co-Veranstalter der Intersolar Europe, die in München stattfindet. Den internationalen Teil hat die FWTM an ihre Tochterfirma Freiburg Management und Marketing International (FMMI) delegiert. Und die Zahlen der FMMI gaben zuletzt Anlass zur Sorge. 

Laut dem aktuellsten Beteiligungsbericht der Stadt Freiburg sind die Einnahmen von 5,6 Millionen Euro im Jahr 2016 auf 4,6 Millionen Euro im Jahr 2017 gesunken. Zahlen zu 2018 gibt es noch nicht. Diese würden gerade geprüft, so Strowitzki, der auch Geschäftsführer der FMMI ist. Eine spürbare Erholung war aber nicht zu erwarten. Ohne das US-Geschäft werde der Umsatz nun noch mal um etwa zwei Millionen Euro einbrechen. Die FMMI erwartet für das laufende Jahr sogar ein Minus von bis zu 650.000 Euro bei einem Umsatz von weniger als drei Millionen Euro.

Eine Erfolgsgeschichte

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Neuer Eigentümer der Intersolar North America ist die amerikanische Firma Diversified Communications (DC) aus dem Bundesstaat Maine. Sie will die nächste Schau erst im Februar 2020 veranstalten. Allerdings nicht mehr in San Francisco, sondern in San Diego, der zweitgrößten Stadt Kaliforniens. Bereits vor dem Verkauf sei die Entscheidung gefallen, die diesjährige Veranstaltung abzusagen und umzusiedeln, so Strowitzki.

Florian Wessendorf, Geschäftsführer von Solar Promotion, erklärt, man habe den idealen Zeitpunkt gefunden, um die Messe in die Hände der Amerikaner zu übergeben, wo sie »die nächste Wachstums­phase« erreichen soll.

Tatsächlich war die Messe zuletzt geschrumpft. 2018 kamen noch 433 Aussteller und 14.000 Besucher. Zwei Jahre zuvor waren es noch 550 Aussteller und mehr als 18 000 Besucher gewesen. Ob DC nun die Wende schafft, muss sich zeigen. »Wir haben seit Jahren nach einem Einstieg ins Solargeschäft gesucht«, sagt Oakley Dyer von DC. Auch darum habe man die Intersolar stets sorgfältig beobachtet. Nun sei die Zeit reif gewesen. Zum Kaufpreis gibt es keine Angaben.

Mit dem Namen Intersolar verbindet man eigentlich eine Erfolgsgeschichte. 1991 hatte die Messe ihre Premiere in Pforzheim. Als es dort zu eng wurde, zog sie im Jahr 2000 auf die neue Messe nach Freiburg. Zu dieser Zeit kam auch die FWTM als Co-Veranstalter an Bord. 2007 wurde es dann auch in Freiburg zu eng, und die Intersolar zog weiter nach München. 

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