Corona-Rückstand

Neustart im Urlaubsgeschäft mit großen Hindernissen

Autor: 
dpa
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
02. August 2020
Bei sommerlichen Temperaturen zieht es viele an den Badestrand von Norddeich. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Bei sommerlichen Temperaturen zieht es viele an den Badestrand von Norddeich. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa ©Foto: dpa

Der Neustart der Reisebranche nach dem wochenlangem Stillstand fällt verhalten aus. Die Buchungen steigen zwar in der Ferienzeit. Doch die Branche spürt weiterhin die Verunsicherung der Kunden.

Berlin - Die Reisebranche kann den Corona-Rückstand in diesem Jahr wohl nicht mehr aufholen. Nach wochenlangem Stillstand zieht die Nachfrage nach Veranstalterreisen zwar allmählich an.

Die Buchungen steigen in der Ferienzeit, wie aus Daten von Travel Data + Analytics (TDA) hervorgeht, die für den Reiseverband DRV zur Halbzeit der Sommerurlaubszeit ausgewertet wurden. Sie machen aber nur ein Drittel der Vorjahresumsätze zu diesem Zeitpunkt aus, wie der DRV berichtete. Die gestiegene Nachfrage zeige, "dass Verreisen auch im Corona-Sommer ein Thema ist", sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig. Insgesamt sei die Situation der Branche allerdings nach wie vor dramatisch.

"Das Niveau der Neubuchungen fängt die Verluste durch das Stornoaufkommen aufgrund der Reisewarnungen zurzeit noch bei weitem nicht auf", erläuterte Fiebig. Das Auswärtige Amt hatte Mitte Juni die Reisewarnung für viele Länder in Europa aufgehoben. Außerhalb Europas gilt sie aber bis mindestens Ende August weiter, zum Beispiel für die Türkei, ein bei Urlaubern aus Deutschland besonders beliebtes Ziel. Veranstalter müssen bereits gebuchte Reisen absagen.

Das gilt seit Freitag auch für Teile Spaniens. Wegen der stark steigenden Zahl von Corona-Infektionen warnte das Auswärtige Amt vor touristischen Reisen nach Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die westlich davon im Landesinneren liegenden Regionen Aragón und Navarra. Die Reisewarnung gilt nicht für Mallorca und auch nicht für die Kanaren.

Fiebig zufolge buchen die Menschen zurzeit extrem kurzfristig. Zwar steigen derzeit die Buchungen für die Herbstmonate September und Oktober. So lag ihr Anteil in der vorletzten Juli-Woche bei 22 Prozent. Die Nachfrage für die Wintersaison 2020/21 ist den Angaben zufolge aber weit unterdurchschnittlich, auch wenn sich die Daten nur auf eine Woche beziehen. "Die Unsicherheit der Kunden ist nach wie vor spürbar", sagte Fiebig. Im Winter sind vor allem Fernreisen beliebt.

- Anzeige -

Beliebt sind momentan Ziele am Mittelmeer. Ihr Buchungsanteil liegt bei Veranstalterreisen seit dem Ende der Reisewarnung bei mehr als 60 Prozent. Anfänglich bevorzugten Urlauber dem DRV zufolge Ziele im westlichen Mittelmeerraum. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala stehen die Klassiker, die Balearen und die Kanaren. Allerdings sind die Buchungen für die Balearen in den vergangenen zwei Wochen deutlich zurückgegangen.

Die Balearenregierung hatte Mitte des Monats eine besonders strenge Maskenpflicht für Mallorca und die anderen Inseln erlassen. Illegale Partys unter anderem am "Ballermann" auf Mallorca, auf denen Hunderte ohne Sicherheitsabstand und ohne Schutzmaske feierten, hatten für Aufsehen gesorgt.

Seit zwei Wochen liegen die Reiseländer im östlichen Mittelmeerraum in der Gunst der Urlauber aus Deutschland den Angaben zufolge leicht vorn - allen voran Griechenland. Die Nachfrage nach Trips in die Türkei stürzte nach Verlängerung der Reisewarnung dagegen ab. "Alle Länder außerhalb Europas gleichzusetzen, macht keinen Sinn und wird der unterschiedlichen Situation in den einzelnen Ländern schlicht nicht gerecht", bekräftigte Fiebig Forderungen des DRV nach einer individuellen Beurteilung einzelner Staaten.

Der Tourismus zählt zu den Branchen, die von der Corona-Krise besonders hart getroffen sind. Die Bilanz weist dem DRV zufolge bislang einen Umsatzrückgang in der deutschen Reisewirtschaft von rund 20 Milliarden Euro bis Ende August aus.

© dpa-infocom, dpa:200802-99-11121/2

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Das Einrichtungshaus mitten in der Stadt: Möbel Seifert bietet nach einem Sortimentsumbau eine große Auswahl an Küchen-, Wohn- und Esszimmer Möbel an.
    11.08.2020
    Möbel Seifert bietet nach Sortimentsumbau noch mehr Auswahl
    Möbel Seifert, das Möbel- und Einrichtungshaus im Herzen Acherns, kann auf über eine 133-jährige erfolgreiche Firmengeschichte zurückblicken. Das Familienunternehmen bietet auf fünf Etagen und einem Sortimentswechsel jede Menge tolle Angebote namhafter Möbelmarken zu überraschend günstigen Preisen.
  • Das Schlafzimmer als Wohlfühlort: Der D&K Sonderposten Großhandel in Gengenbach hat alles rund um den gesunden Schlaf im Sortiment.
    10.08.2020
    Himmlisch schlafen mit dem D&K Sonderposten Großhandel in Gengenbach
    Eine qualitativ hochwertige Matratze ist die beste Basis für erholsamen Schlaf. Und die muss nicht teuer sein: Diesen Beweis tritt der D&K Sonderposten Großhandel in Gengenbach an. Er präsentiert aktuell noch auf 120 Quadratmetern, ab August auf rund 500 Quadratmetern, alle Arten von Matratzen...
  • 07.08.2020
    Auf dem Gelände der Möbelschau Offenburg hat am Mittwoch der erste Outdoor-Funpark im Raum Offenburg eröffnet. Auf über 1000 Quadratmetern Fläche können sich Besucher auspowern.
  • Die Bereiche JOOP! LIVING ROOM, DINING ROOM, BEDROOM und BATHROOM sprechen dieselbe Designsprache und verschmelzen perfekt zu harmonischen Wohnwelten.
    23.07.2020
    Premium-Kollektion bei Möbel RiVo
    Möbel RiVo ist eine der führenden Adressen für anspruchsvolles Einrichten in der Region. Das Möbelhaus in Achern-Fautenbach steht seit mehr als 40 Jahren für geschmackvolles Wohnen und ist Partner ausgewählter Marken. So zählt Möbel RiVo zum exklusiven Kreis an Möbelhäusern in Deutschland, der die...