Flensburg/Berlin

Neuwagen-Boom durch Umstellung bei Abgastests

Autor: 
dpa
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
04. September 2018
Nicht zugelassene Autos stehen auf einem Parkplatz des BER bei Berlin. Autoverkäufe sind in Deutschland auf einen Rekordwert.

Nicht zugelassene Autos stehen auf einem Parkplatz des BER bei Berlin. Autoverkäufe sind in Deutschland auf einen Rekordwert. ©dpa - Wolfgang Kumm

Die Umstellung auf den neuen Abgas-Prüfstandard hat die Autoverkäufe in Deutschland auf einen Rekordwert getrieben. Erstmals wurde in einem August die Marke von 300.000 Pkw-Neuzulassungen überschritten.

Der Grund: Unternehmen deckten sich für ihre Flotten mit Großeinkäufen ein, um möglichen Lieferengpässen bei einigen Modellen ab Anfang September zu entgehen.

Die Zahl der Neuzulassungen stieg im August im Vergleich zum Vorjahresmonat um 24,7 Prozent auf 316 405, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Dienstag in Flensburg mitteilte. In den ersten acht Monaten waren es 2,47 Millionen, ein Plus von 6,4 Prozent.

Seit 1. September dürfen in der EU nur noch Autos neu zugelassen werden, die den Prüfstandard WLTP («Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure») durchlaufen haben. Den Herstellern gelang es aber nicht, in der gesetzten Frist für alle aktuellen Modelle die gründlicheren und längeren Tests abzuschließen.

- Anzeige -

Den KBA-Zahlen zufolge wurden im August gut zwei Drittel (67,4 Prozent) der Neuwagen gewerblich zugelassen und knapp ein Drittel (32,6 Prozent) privat. Dabei stiegen die gewerblichen Anmeldungen um enorme 37,8 Prozent, die privaten Zulassung legten um 4,3 Prozent zu.

Bei der Produktion im Inland und beim Export gab es als Folge der neuen Typzulassung nach dem WLTP-Standard einen gegenläufigen Effekt. Wegen teils fehlender Genehmigungen drosselten die Fabriken im August die Fertigung für die Autos, die in den Folgemonaten ausgeliefert werden sollen. Die Produktion brach nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) um 31 Prozent auf 310 400 Personenwagen ein. Bei den Ausfuhren betrug das Minus verglichen mit August 2017 sogar 34 Prozent auf eine Stückzahl von 234 000 Fahrzeugen.

Der VDA erwartet, dass sich die Entwicklung bei Neuzulassungen und Produktion innerhalb weniger Monate wieder normalisieren wird. «Fürs Gesamtjahr 2018 halten wir an unserer Prognose von 3,5 Millionen Neuzulassungen fest», stellte VDA-Präsident Bernhard Mattes klar. Das entspräche einem Plus von einem Prozent. Der Diesel-Anteil fiel nicht weiter, sondern stabilisierte sich bei 32,6 Prozent. Produktion und Export liegen nach acht Monaten jeweils sechs Prozent unter Vorjahresniveau.

Zwei deutsche Marken, Mercedes (minus 10,9 Prozent) und Opel (minus 5,2 Prozent), mussten trotz des sehr günstigen Gesamtmarkts Rückgänge hinnehmen. Anteilig legten nach der Übersicht des KBA am stärksten Porsche (plus 60,8 Prozent), VW (plus 46,2 Prozent) und Audi (plus 45,3 Prozent) zu. Im Privatmarkt seien ausländische Marken mit einem Anteil von 46,3 Prozent überdurchschnittlich erfolgreich gewesen, merkte der Importeurverband VDIK an.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Wirtschaft

Der Nord-Ostsee-Kanal - eine der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraßen der Welt - ist wegen eines Problems an einem Schleusentors für große Schiffe gesperrt worden.
vor 1 Stunde
Brunsbüttel
Der Nord-Ostsee-Kanal bleibt voraussichtlich bis Mittwochabend für große Schiffe gesperrt.
Ein Flugzeug des britischen Reisekonzerns Thomas Cook startet in Großbritannien. Die Bemühungen um Rettung des angeschlagenen britischen Touristikkonzerns Thomas Cook sind gescheitert.
vor 7 Stunden
Wirtschaft
London dpa - Die Bemühungen um Rettung des angeschlagenen britischen Touristikkonzerns Thomas Cook sind gescheitert.
Hildegard Wortmann, Vorstand Audi, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Audi-Chef Bram Schot beim Eröffnungsrundgang auf der IAA am Stand von Audi.
20.09.2019
Frankfurt/Main
Die Automesse IAA steht nach einem Einbruch der Besucherzahl in diesem Jahr vor einer ungewissen Zukunft.
Martin Winterkorn, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Volkswagen.
20.09.2019
Braunschweig/Berlin
Der Prozess gegen Ex-VW-Konzernchef Martin Winterkorn wegen mutmaßlichen Betrugs im Dieselskandal könnte sich verzögern.
Sundar Pichai, Vorstandsvorsitzender von Google.
20.09.2019
Mountain View
Google will massiv in erneuerbare Energien investieren. In einem Blog-Eintrag kündigte Google-Chef Sundar Pichai zum internationalen Aktionstag der Fridays-for-Future-Bewegung den «größten Einkauf von erneuerbaren Energien in der Geschichte» an.
Am häufigsten wurden Zigaretten beschlagnahmt (15 Prozent), gefolgt von Spielzeug (14 Prozent).
20.09.2019
Brüssel
Europas Zöllner haben im vergangenen Jahr gefälschte Waren im Wert von gut 740 Millionen Euro beschlagnahmt.
Die Verkaufsräume im Aldi-Stammhaus in Essen sollen nach einem Jahrhundert Lebensmittelhandel künftig anderweitig genutzt werden.
20.09.2019
Essen
Nach 100 Jahren ist das Aldi-Stammhaus in Essen für das wachsende Sortiment des Lebensmittelhändlers endgültig zu klein geworden.
Mehr Geld in der Tasche bedeutet mehr Kaufkraft und das kann die heimische Konjunktur ankurbeln.
20.09.2019
Wiesbaden
Arbeitnehmer in Deutschland haben im zweiten Quartal 2019 unter dem Strich mehr Geld in der Tasche gehabt als ein Jahr zuvor.
Vom ständig steigenden Preis nicht abgeschreckt: Deutschlands Raucher haben für ihre Glimmstängel im ersten Halbjahr 2019 mehr Geld ausgegeben als zuvor.
20.09.2019
Dortmund
Deutschlands Raucher haben für ihre Glimmstängel mehr Geld ausgegeben als zuvor. Im ersten Halbjahr 2019 habe der Zigarettenumsatz bei rund 11,4 Milliarden Euro gelegen.
Am Hauptstadtflughafen BER wird immer noch gebaut und repariert.
20.09.2019
Berlin
In gut einem Jahr sollen die ersten Passagiere am neuen Hauptstadtflughafen BER einchecken. Das bekräftigte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Donnerstag in einer vorläufigen Bilanz der Tüv-Prüfungen im Hauptterminal, dessen Inbetriebnahme seit 2011 auf sich warten lässt.
Ein Gasdruckmessgerät der Gasverdichterstation im Dorf Mryn, etwa 130 km von Kiew, Ukraine. Die EU vermittelt bei Gasgesprächen zwischen Russland und Ukraine.
20.09.2019
Brüssel
Russland und die Ukraine haben bei Gesprächen unter Vermittlung der EU-Kommission noch keine Einigung über künftige Gaslieferungen erzielt.
20.09.2019
Interview
Frank Bsirske (67) ist seit fast zwei Jahrzehnten Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi – in der kommenden Woche wird sein Nachfolger gewählt. Im Interview zieht Bsirske Bilanz und erklärt die Herausforderungen in einer sich schnell verändernden Arbeitswelt.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -