Frankfurt/Main

Pilotenstreik bei Ryanair begonnen

Autor: 
dpa
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
10. August 2018
Das Gate von Ryanair ist auf dem Flughafen Schönefeld leer. Beim irischen Billigflieger Ryanair hat der bislang härteste Pilotenstreik in der Geschichte des Unternehmens begonnen.

Das Gate von Ryanair ist auf dem Flughafen Schönefeld leer. Beim irischen Billigflieger Ryanair hat der bislang härteste Pilotenstreik in der Geschichte des Unternehmens begonnen. ©dpa - Bernd Settnik

Beim irischen Billigflieger Ryanair hat der bislang härteste Pilotenstreik in der Geschichte des Unternehmens begonnen. Das bestätigte am Freitagmorgen ein Sprecher der deutschen Pilotengewerkschaft «Vereinigung Cockpit» (VC).

Tausende Kunden des irischen Billigfliegers Ryanair werden damit nicht an ihr gewünschtes Ziel kommen. Mitten in der Urlaubszeit haben die Piloten in mehreren europäischen Ländern ihre Streikaktionen abgestimmt. Das Unternehmen hat daraufhin von 2400 geplanten Flügen rund 400 gestrichen. Schwerpunkt ist Deutschland, wo wegen des auf 24 Stunden beschränkten Streiks der Vereinigung Cockpit (VC) 250 Flüge abgesagt wurden.

Vor allem am frühen Morgen wird dem Plan zufolge kaum ein Ryanair-Flieger von einem deutschen Flughafen abheben. Im Laufe des Tages sollen dann einige Flüge erfolgen mit Maschinen, die aus anderen, nicht bestreikten Ländern landen und auch wieder starten.

Europaweit sind rund 55.000 Passagiere betroffen, davon gut 42.000 in Deutschland. Sie konnten umbuchen oder sich ihre Tickets erstatten lassen. Weitere Entschädigungen lehnt Ryanair ab. Streiken wollten die Piloten in Deutschland, Schweden, Irland, Belgien und den Niederlanden.

Der Ausstand in Deutschland begann um 03.01 Uhr und am Samstag um 02.59 Uhr enden. Die Piloten streiken für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter. Weitere Streiks in der Urlaubszeit hat die VC nicht ausgeschlossen, will sie aber mit einer Frist von 24 Stunden vorher ankündigen.

- Anzeige -

Größter Pilotenstreik in der Geschichte bei Ryanair

Ryanair habe offenbar mit massiven Ausfällen gerechnet und daher lieber gleich das gesamte Programm der deutschen Crews abgesagt, hatte ein Sprecher der Gewerkschaft «Vereinigung Cockpit» zuvor in Frankfurt erklärt. Das sei für das Unternehmen offenbar einfacher zu behandeln. Am Samstag soll der Betrieb wieder wie gewohnt laufen, hat Ryanair angekündigt.

Die abgestimmte Aktion ist der bislang größte Pilotenstreik in der Geschichte der größten Billig-Airline Europas, die erst seit Ende 2017 Gewerkschaften anerkennt. Vor zwei Wochen hatten zudem Flugbegleiter in Portugal, Spanien und Belgien über zwei Tage zusammen rund 600 Flüge mit knapp 100.000 betroffenen Passagieren ausfallen lassen. Unter den europäischen Piloten haben bisher einzig die Iren an vier einzelnen Tagen die Arbeit niedergelegt. Ryanair hatte daraufhin den Abzug von sechs Jets samt 300 Arbeitsplätzen nach Polen angekündigt.

Gewerkschaften und Ryanair beschuldigen sich gegenseitig, die seit rund sechs Monaten laufenden Verhandlungen zu blockieren. Die VC will bei der irischen Gesellschaft erstmals ein System aus Vergütungs- und Manteltarifvertrag etablieren und zieht dafür andere Fluggesellschaften als Muster heran. In den Vorschlägen sind zahlreiche Details etwa zu Dienstzeiten, Versetzungen oder Fixanteilen des Gehalts enthalten. Ryanair verweist auf vergleichsweise hohe Endgehälter ihrer Kapitäne und Copiloten. Das Unternehmen will keine Vereinbarungen treffen, die sein Niedrigkostenkonzept in Frage stellen würden.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Wirtschaft

Berlin
15.08.2018
Die Rente mit 63 war schon vor ihrer Einführung umstritten. Eine neue Untersuchung der Deutschen Rentenversicherung zeigt nun, warum.
Das Berliner Landgericht verurteilte bereits am Dienstag einen 47-Jährigen Bosnier als Hauptverantwortlichen des Kartells in Deutschland.
Berlin
15.08.2018
Berliner Ermittler haben nach Angaben der Staatsanwaltschaft das deutschlandweit größte bekannt gewordene Umsatzsteuerkartell zerschlagen.
Agrarministerin Julia Klöckner will den amtlichen Erntebericht ins Kabinett bringen und bewerten, ob die Schäden «nationales Ausmaß» erreichen, wie die CDU-Politikerin in Berlin ankündigte.
Berlin
15.08.2018
Bauern mit schweren Einbußen wegen der Dürre in vielen Regionen Deutschlands sollen am Mittwoch nächster Woche Klarheit über mögliche Bundeshilfen bekommen.
Das britische Geldhaus RBS hatte die Einigung bereits im Mai verkündet und schon im zweiten Quartal in seiner Bilanz verbucht.
Washington
15.08.2018
Der 4,9 Milliarden Dollar (4,3 Mrd Euro) schwere Vergleich zwischen der Royal Bank of Scotland (RBS) und dem US-Justizministerium wegen fauler Hypothekengeschäfte vor der Finanzkrise ist endgültig in trockenen Tüchern.
Entscheidend für den Spritpreis ist die Entwicklung der Rohölpreise - und hier gibt es einige Gefahren.
Frankfurt/Main
15.08.2018
An den Tankstellen ist es Autofahrern längst aufgefallen, Besitzer einer Ölheizung dürften es im Herbst mit Beginn der Heizperiode merken: Die Energiekosten sind binnen eines Jahres deutlich gestiegen, im Fall der Nordsee-Ölsorte Brent etwa sind es mehr als 40 Prozent.
Die türkische Währung erholte sich in den vergangenen Tagen leicht.
Frankfurt/Main
15.08.2018
An den türkischen Finanzmärkten hat sich die Kurserholung am Mittwoch fortgesetzt, allerdings nur teilweise. Die türkische Lira konnte gegenüber dem US-Dollar und dem Euro weiter zulegen.
Christchurch, Neuseeland: Angesichts von gestiegenen Immobilienpreisen dürfen Ausländer in Neuseeland keine Häuser mehr kaufen.
Wellington
15.08.2018
Angesichts von gestiegenen Immobilienpreisen dürfen Ausländer in Neuseeland keine Häuser mehr kaufen.
Elektrogeräte auf einem Recyclinghof der Berliner Stadtreinigung.
Wirtschaft
15.08.2018
Essen (dpa) - Die neuen Regeln zur Entsorgung von Elektroschrott bringen aus Sicht des Branchenverbandes bvse keinen «Recycling-Schub».
So kann Urlaub auch Spaß machen: Reisemobile werden in Deutschland immer beliebter.
Düsseldorf
15.08.2018
In den Urlaub fahren, ohne auf die eigenen vier Wände zu verzichten: Das wollen inzwischen immer mehr Bundesbürger. Deshalb dürften in diesem Jahr in Deutschland nach einer Prognose des Caravaning Industrie Verband (CIVD) mehr Reisemobile und Caravans verkauft werden als je zuvor.
Die mobile Smartphone-Plattform Tinder war 2012 an den Start gegangen und gilt heute vor allem unter jungen Leuten als beliebt.
New York
15.08.2018
Eine Gruppe von Tinder-Mitarbeitern aus der Startphase fühlt sich von der Muttergesellschaft der populären Dating-App betrogen und will vor Gericht Schadenersatz in Höhe von mindestens zwei Milliarden Dollar erstreiten.
Lehrlinge bei der Arbeit.
Wiesbaden
15.08.2018
Erstmals seit 2011 haben wieder mehr Jugendliche eine Ausbildung begonnen. Im vergangenen Jahr schlossen insgesamt 515 700 junge Menschen einen neuen Lehrvertrag ab, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte.
Ein Ladenbesitzer steht neben einer Anzeigetafel, die die Wechselkurse der türkischen Lira anzeigt.
Istanbul
15.08.2018
Nach neuen Strafzöllen der USA hat die Türkei nun ihrerseits Sanktionen gegen die Vereinigten Staaten verhängt. Sie heizt damit die Auseinandersetzung, die die Landeswährung Lira schwer hatte einbrechen lassen, weiter an.