Krise bei dem Autobauer

Renault rutscht in die roten Zahlen

Autor: 
Knut Krohn
Lesezeit 3 Minuten
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14. Februar 2020
Schlechte Zeiten bei Renault. In den nächsten Jahren steht dem Konzern ein hartes Sparprogramm ins Haus.

Schlechte Zeiten bei Renault. In den nächsten Jahren steht dem Konzern ein hartes Sparprogramm ins Haus. ©Foto: AFP/KENZO TRIBOUILLARD

Der französische Autobauer kündigt einen milliardenschweren Sparplan an. Auch Werkschließungen werden nicht ausgeschlossen.

Paris - Schlechte Nachrichten beim Autobauer Renault. Das abgelaufene Jahr war miserabel und das kommende wird wohl auch nicht wesentlich besser. Das teilte der französische Konzern am Freitag mit, der erstmals seit zehn Jahren in die roten Zahlen gerutscht ist. Der Verlust betrug nach Renault-Angaben 141 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte noch ein Nettogewinn von 3,3 Milliarden Euro zu Buche gestanden.

Renault verkauft weniger Autos

Das hat vor allem zwei Gründe: auf der einen Seite verkaufte der Konzern weniger Autos, zum anderen überwies der japanische Partner Nissan weniger Geld nach Frankreich. Konkret: 2019 sank der Umsatz um mehr als drei Prozent auf 55,5 Milliarden Euro. Schon im Januar hatte Renault mitgeteilt, dass im vergangenen Jahr mit 3,75 Millionen 3,4 Prozent weniger Autos an den Mann gebracht wurden. Die Zahlungen von Partner Nissan, an dem Renault 43 Prozent hält, beliefen sich nur noch auf 242 Millionen - 2018 waren es noch 1,5 Milliarden Euro gewesen.

Hartes Sparprogramm bei Renault

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Interimschefin Clotilde Delbos sprach bei der Präsentation der Geschäftszahlen in Boulogne-Billancourt bei Paris von einem „schwierigen Jahr“. Der Konzern könne mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein. Das wird auch Auswirkungen auf die Aktionäre haben, deren Dividende soll um 70 Prozent auf 1,10 Euro gekürzt werden. Delbos konnte auch keine Hoffnungen auf eine schnelle Wende machen und kündigte ein drastisches Sanierungsprogramm an. In den kommenden drei Jahren sollen Kosten in Höhe von zwei Milliarden Euro eingespart werden. Werksschließungen seien im Zuge dieser Maßnahmen nicht ausgeschlossen.

Ein neuer Manger soll die Wende bringen

Ab Juli soll Seat-Geschäftsführer Luca de Meo Renault aus der Krise führen - die Volkswagen-Tochter Seat verzeichnete im vergangenen Jahr einen Absatzrekord. Mit Hilfe des Italieners will der Konzern zudem die Ära des früheren Konzernchefs Carlos Ghosn endgültig hinter sich lassen. Nach der Verhaftung des schillernden Managers in Japan im November 2018 war Renault in eine schwere Führungskrise geraten. Dem gebürtigen Brasilianer war ein Verstoß gegen Börsenauflagen in Japan vorgeworfen worden. Er wurde seither mehrmals wegen weiterer angeblicher Vergehen angeklagt und kam dann auf Kaution aus der Untersuchungshaft. Carlos Ghosn war dann unter bisher nicht ganz geklärten Umständen kurz vor dem Jahreswechsel aus Japan in den Libanon geflohen.

Nissan will nun von seinem früheren Chef Schadenersatz in Millionenhöhe erstreiten. Der Konzern reichte am Mittwoch in Japan eine Zivilklage auf Zahlung von zehn Milliarden Yen (umgerechnet rund 83,4 Millionen Euro) ein. Grund dafür seien Ghosns jahrelanges „Fehlverhalten und betrügerische Handlungen“.

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