Essen

Thyssenkrupp legt Zahlen vor

Autor: 
dpa
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
14. Mai 2019
Wasserdampfwolken umgeben zwei Hochöfen bei Thyssenkrupp in Duisburg.

Wasserdampfwolken umgeben zwei Hochöfen bei Thyssenkrupp in Duisburg. ©dpa - Roland Weihrauch

Thyssenkrupp will durch einen radikalen Umbau seine Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Wie schwierig die Lage für den Industriekonzern derzeit ist, dürfte sich heute bei der Vorlage neuer Geschäftszahlen zeigen.

Vorstandschef Guido Kerkhoff hatte bereits am vergangenen Donnerstag eingeräumt, die aktuelle Entwicklung sei «schlechter als erwartet». Dies liege vor allem an der Konjunktureintrübung, unter der Thyssenkrupp besonders als Automobilzulieferer leide.
Der Konzern hat deshalb die Erwartungen für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr nach unten korrigiert. Nachdem schon im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von knapp 43 Milliarden Euro unter dem Strich nur ein Jahresüberschuss von 60 Millionen Euro übrig geblieben war, rechnet das Unternehmen diesmal sogar mit roten Zahlen. Dazu tragen nicht nur die schlechter laufenden Geschäfte bei. Thyssenkrupp hat auch die Rückstellungen für eine erwartete Kartellstrafe um gut 100 Millionen Euro erhöht. Das Bundeskartellamt ermittelt gegen Thyssenkrupp wegen des Verdachts Preise für Grobblech mit Konkurrenten abgesprochen zu haben.
Kerkhoff hatte am vergangenen Freitag überraschend die Fusion der Stahlsparte von Thyssenkrupp mit dem indischen Konkurrenten Tata gestoppt. Die EU-Kommission werde das Geschäft nicht genehmigen, hatte er mitgeteilt. Auch die Aufspaltung des Konzerns in zwei eigenständige Unternehmen sagte Thyssenkrupp ab.
Nach dieser Kehrtwende will der Konzern in den kommenden drei Jahren 6000 Stellen abbauen, davon 4000 in Deutschland. Das soll möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen, wie Thyssenkrupp der IG Metall in einer Grundlagenvereinbarung zugesichert hat. Bei den Beschäftigten herrscht dennoch Verunsicherung.
Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Stahlsparte von Thyssenkrupp, Tekin Nasikkol, forderte den Vorstand auf, unverzüglich in Verhandlungen zu treten. «Die in den letzten Tagen entstandene Unsicherheit muss sofort ein Ende haben», schrieb er in einem an die Stahlarbeiter verteilten Flugblatt. Betriebsbedingte Kündigungen seien ein Tabu. Über ihr weiteres Vorgehen wollen die Betriebsräte von Thyssenkrupp Steel an diesem Dienstag bei einer Konferenz in Duisburg beraten.
Das schwankungsanfällige Stahlgeschäft will Thyssenkrupp nun im Alleingang zukunftssicher machen, wie Kerkhoff angekündigt hatte. «Der Stahl und der Materialhandel haben Thyssenkrupp groß gemacht. Es sind Geschäfte, die wir gut verstehen, in denen wir führende Marktpositionen haben«, hatte er gesagt. Auf anderen Feldern, bei der Fertigung von Teilen für die Automobilindustrie und den Maschinenbau, seien Partnerschaften mit anderen Unternehmen denkbar. Dabei könne sich das Unternehmen auch mit einer Minderheitsbeteiligung zufrieden geben, sagte er.Thyssenkrupp-Mitteilung

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeigen
  • 13.05.2019
    »Schöne Zeit« – der zeitlose Weingenuss
    Fruchtig, farbenfroh und voller Lebensfreude – so zeigt sich der neue »Schöne Zeit«-Weißwein der Durbacher WG. Der Name ist Programm und steht für zeitlosen Genuss für jedes Alter – aus dem Herzen des Durbachtals.
  • 09.05.2019
    Experten von Steinhof Fitness in Oberkirch beraten
    80 Prozent der Deutschen haben Rückenschmerzen - viele sogar chronisch. Ursache dafür ist in den allermeisten Fällen eine mangelnde oder falsche Bewegung. Die Experten von Steinhof Fitness in Oberkirch zeigen, wie Rückenschmerzen künftig der Vergangenheit angehören können - und beraten kostenlos.
  • 07.05.2019
    Mitgliederversammlung
    Es war eine geheime Abstimmung beim SV Berghaupten. Doch danach stand fest: Die Führungsmannschaft bleibt bis 2021 im Amt. Robert Harter wurde erneut die SVB-Präsidentenwürde zuteil.  
  • 01.05.2019
    Relaxen und Genießen im Renchtal
    Das neugestaltete Ringhotel Sonnenhof in Lautenbach im Renchtal begrüßt seine Gäste mit einer einzigartigen Kulisse am Fuße des Schwarzwaldes. Ob im Restaurant, bei den Spa-Angeboten, für Tagungen oder Hochzeiten – der Sonnenhof ist die ideale Adresse zum Relaxen und Genießen.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Wirtschaft

So sehen sie aus: Die neuen 100- und 200-Euro-Scheine sollen es Fälschern noch schwerer machen.
vor 15 Stunden
Frankfurt/Main
Drei Milliarden neue 100- und 200-Euro-Scheine bringen die Notenbanken im Euroraum von Ende Mai an unters Volk. «Wir gehen davon aus, dass die Umstellung von Automaten auf die Scheine mit den verbesserten Sicherheitsmerkmalen reibungslos geklappt hat», sagte Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann.
vor 15 Stunden
Rastatt
Rund 140 Millionen Euro steckt der Offenburger Einzelhandelskonzern Edeka Südwest in sein neues Zentrallager in Rastatt. Nach dem Abschluss der Vorarbeiten geht es jetzt an die Umsetzung des ersten Bauabschnitts.
Wirtschaftsminister Peter Altmaier sieht das EuGH-Urteil zur Arbeitszeiterfassung mit einer gewissen Skepsis. 
vor 16 Stunden
Berlin
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Arbeitszeiterfassung vor zusätzlicher Bürokratie für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gewarnt.
In Deutschland sind im europaweiten Vergleich die Strompreise mit am höchsten.
vor 17 Stunden
Luxemburg
Private Haushalte in Deutschland zahlen in der Europäischen Union mit die höchsten Strompreise. Im zweiten Halbjahr 2018 kostete im bundesweiten Durchschnitt eine Kilowattstunde Strom 30 Cent, wie die Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg mitteilte.
Ein Passagier steht vor einer Fluginformationstafel am Flughafen Rom-Fiumicino.
vor 18 Stunden
Wirtschaft
Rom (dpa) - Wegen eines landesweiten Streiks in Italien hat die strauchelnde Airline Alitalia die Hälfte ihrer Flüge gestrichen. Darunter waren am Dienstag insgesamt drei Verbindungen von und nach Frankfurt/Main, München und Düsseldorf, wie das Unternehmen mitteilte.
Ein Mann sammelt Plastik an der von Müll übersäten Küste des Arabisches Meeres in Mumbai.
vor 19 Stunden
Brüssel
Das Verbot etlicher Wegwerfprodukte aus Plastik ist in der Europäischen Union endgültig verabschiedet. Die EU-Staaten stimmten in Brüssel für entsprechende neue Regeln, die vor allem die Meere vor Vermüllung bewahren sollen.
Nicoley Baublies spricht bei einer Pressekonferenz.
vor 19 Stunden
Mörfelden-Walldorf
Mindestens zwei Vorstände der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo haben die Konsequenzen aus den heftigen internen Streitereien gezogen und sind zurückgetreten.
Rund 200 Namen von Wissenschaftlern, Journalisten und Politikern sollen auf den Listen von Monsanto stehen.
vor 19 Stunden
Leverkusen
Der US-Konzern Monsanto hat vor der Übernahme durch Bayer nicht nur in Frankreich umstrittene Listen mit Kritikern erstellen lassen. Nach aktuellem Stand gehe man von Listen in Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Polen, Spanien und Großbritannien aus, teilte Bayer mit.
Erdbeeren aus Folienanbau werden nach der Ernte in Körben gestapelt.
vor 21 Stunden
Frankfurt/Main
Die deutschen Bauern bauen einen immer größeren Teil ihrer Erdbeeren in Gewächshäusern und Folientunneln an. Die Flächen für Erdbeeren vom freien Feld gehen zurück.
Mike Pence, US-Vizepräsident, spricht über das Freihandelsabkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada.
vor 21 Stunden
Washington
US-Präsident Donald Trump hat die von ihm selbst eingeführten Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte aus den Nachbarländern Kanada und Mexiko wie angekündigt aufgehoben.
Finanzminister Olaf Scholz will Programme zu Investitionen in Forschung und Entwicklung unterstützen.
vor 21 Stunden
Berlin
Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) lehnt rasche Steuersenkungen zur Stützung der Wirtschaft ab. «Wir brauchen jetzt keine hektischen Maßnahmen, sondern müssen klug die strukturellen Voraussetzungen für zusätzliches Wachstum schaffen», sagte Scholz der Zeitung «Die Welt».
Der Elektronikhändler Ceconomy ist die Muttergesellschaft von Media Markt und Saturn.
vor 21 Stunden
Düsseldorf
Der Elektronikhändler Ceconomy mit seinen bekannten Töchtern Media Markt und Saturn hat trotz einer tiefgreifenden Krise wieder Gewinne verbucht.