München/Frankfurt

Weitere Massenklage gegen Lkw-Kartell in München eingereicht

Autor: 
dpa
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
14. Dezember 2018
Verchiedene Lastwagen parken an einer Raststätte.

Verchiedene Lastwagen parken an einer Raststätte. ©dpa -  Nestor Bachmann

Am Landgericht in München ist eine weitere Massenklage von rund 3800 betroffenen Unternehmen des Lastwagen-Kartells eingegangen.

Es wurden geschätzt drei Tonnen Akten in drei Lieferwagen angeliefert, sagte eine Gerichtssprecherin. Gegen welche Hersteller sich die Klage richtet wurde zunächst nicht bekannt. Zuvor hatte die «Stuttgarter Zeitung» berichtet.

Hinter der Klage steht der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) in Frankfurt, der sie eigenen Angaben zufolge über den Rechtsdienstleiter Financialrights claims eingereicht hat. Über diesen Weg hatte der Verband bereits Ende 2017 am Landgericht geklagt. In den beiden Verfahren geht es dem BGL zufolge um insgesamt 149.000 Lastwagen, bei denen die Käufer von den Preisabsprachen betroffen gewesen sein sollen.

- Anzeige -

Hintergrund der Verfahren: Von 1997 bis 2011 tauschten nach Feststellung der EU-Kommission die Lastwagenhersteller MAN, Daimler, Volvo/Renault, DAF, Iveco und Scania untereinander Informationen aus. Es ging um Preise und die Einführung klimaschonender Technik. Die Brüsseler Wettbewerbshüter werteten das als Kartell und verhängten Geldbußen in einer Gesamthöhe von fast vier Milliarden Euro. Die höchste Einzelstrafe mit rund einer Milliarde Euro musste Daimler bezahlen.

Tausende Unternehmen, die von den Preisabsprachen betroffen waren, haben deshalb an unterschiedlichen Gerichten Klagen eingereicht. Im aktuellen Verfahren am Landgericht München geht es nach Angaben des BGL um rund 64.000 Lastwagen, die bis zum Jahr 2016 ausgeliefert worden sein sollen - also in einem Zeitraum, in dem es der EU-Kommission zufolge keine Absprachen mehr gegeben hat. Der BGL begründete das damit, dass es noch Jahre gedauert habe, bis sich die Preise auch nach dem Ende des Kartells normalisiert hätten.

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeigen
03.01.2019
Die eigene Firma zu gründen ist auch dank der Digitalisierung heute nicht mehr schwer – aber wie geht es dann weiter? Wie kleine und mittelständische Firmen erfolgreich werden, zeigen zwei Jungunternehmer bei einem Vortrag am 26. Januar in der Offenburger Oberrheinhalle.
27.12.2018
Abenteuer-Indoor-Spielplatz
Wer möchte seinen Kindern zum Geburtstag nicht gern etwas ganz Besonderes bieten? Im Kiddy Dome in Schutterwald ist das möglich. Denn nicht nur an ihrem großen Tag sind die Kinder in diesem Abenteuer-Indoor-Kinderspielplatz die Könige. 
27.12.2018
Wie wir nachts schlafen bestimmt, wie unser Tag verläuft – und deshalb ist gesunder Schlaf auch so wichtig. Das eigene »Bett nach Maß« klingt fast wie ein Traum – doch Leitermann Schlafkultur ist Spezialist auf diesem Gebiet und macht es möglich.
18.12.2018
Eine Mission im Team
Ein verschlossener Raum, ein kniffliges Rätsel und nur 60 Minuten Zeit, um es zu lösen und so wieder nach draußen zu gelangen: Willkommen bei Escape Rooms Exitpark in der Ortenau.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Wirtschaft

vor 8 Stunden
Finanzpartner
Große Kunden aus der Energiebranche hat Powercloud bereits gewonnen. Für das weitere Wachstum hat sich das IT-Unternehmen nun einen starken Finanzpartner gesucht: General Atlantic steigt bei den Achernern ein und bringt einen hohen Millionen-Euro-Betrag mit.
Carlos Ghosn ist Architekt der internationalen Kooperation von Renault mit den japanischen Herstellern Nissan und Mitsubishi.
vor 9 Stunden
Paris
Vor dem Hintergrund der Inhaftierung von Auto-Manager Carlos Ghosn in Japan hat die französische Regierung eine Delegation nach Tokio geschickt.
Die Goldman Sachs-Ergebnisse übertrafen die Erwartungen der Wall Street klar.
vor 10 Stunden
New York
Dank guter Geschäfte an den Aktienmärkten und niedrigerer Steuern hat die US-Investmentbank Goldman Sachs 2018 deutlich mehr verdient.
Die Verpackung eines Unkrautvernichtungsmittels, das den Wirkstoff Glyphosat enthält.
vor 11 Stunden
Straßburg
Nach der umstrittenen Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat bis 2022 hat das EU-Parlament strengere Prüfmechanismen für Pestizide gefordert.
Wie das Vermögen verteilt ist, geht aus den Daten nicht hervor.
vor 13 Stunden
Frankfurt/Main
Die Deutschen werden trotz der Zinsflaute in der Summe immer vermögender.
Fröhlich verfolgen Gäste der Bayern-Halle auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin beim Ländertag Bayerns die kulturellen Darbietungen.
vor 14 Stunden
Berlin
Auf der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin präsentieren sich von diesem Freitag an 1750 Aussteller aus 61 Ländern.
MyTaxi ist inzwischen in mehr als 100 Städten in neun europäischen Ländern unterwegs.
vor 15 Stunden
Hamburg
MyTaxi blickt nach eigenen Angaben auf ein «absolutes Erfolgsjahr» zurück. Demnach steigerte der Fahrdienstleister den Umsatz 2018 im Jahresvergleich um 75 Prozent.
Ein Anti-Brexit-Demonstrant auf dem Parlamentsplatz. Das britische Parlament hat das Brexit-Abkommen abgelehnt.
vor 16 Stunden
Frankfurt/Main
Nach der gescheiterten Brexit-Abstimmung im britischen Parlament halten Ökonomen ein zweites Referendum in Großbritannien über die EU-Mitgliedschaft des Landes für möglich.
Neuwagen stehen in einem BMW-Autohaus in Bayern.
vor 16 Stunden
Brüssel
Der europäische Automarkt gibt weiter nach. Im Dezember sank die Nachfrage für Passagierfahrzeuge den vierten Monat in Folge, teilte der Branchenverband Acea am Mittwoch mit.
Die Verbraucherpresie steigen wieder.
vor 16 Stunden
Wiesbaden
Das Statistische Bundesamt hat seine vorläufigen Zahlen zur Entwicklung der Verbraucherpreise im Gesamtjahr 2018 bestätigt.
Blick auf Schneider-Utensilien im Modeatelier «Jaap» in Berlin. Immer mehr Maßschneider machen ihren Meister.
vor 17 Stunden
Essen
Anzug nach Maß: In Deutschland entscheiden sich wieder mehr Maßschneider für eine Laufbahn als Meister. 2018 gab es nach Angaben des Bundesverbands des Maßschneiderhandwerks 114 Meister-Abschlüsse, im Jahr 2004 waren es 50.
Beamte der Bundespolizei See simulieren mit einem Festrumpfschlauchboot einen Piratenangriff (Archivbild).
vor 17 Stunden
Berlin
Die Zahl der Piratenangriffe hat im vergangenen Jahr weltweit deutlich zugenommen. Das Internationale Schifffahrtsbüro der Internationalen Handelskammer zählte 201 Fälle, wie aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht hervorgeht.