Europa-Park Rust

Achterbahn genügt nicht mehr

Autor: 
Steve Przybilla
Lesezeit 3 Minuten
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02. Juni 2014

(Bild 1/2) Die Blue-Fire-Achterbahn im Europa-Park Rust. ©Steve Przybilla

Fahrgeschäfte allein reichen nicht: Davon ist der Europa-Park überzeugt. Denn die Besucher von heute wollen schon vorab im Internet bespaßt werden. Um diesem Trend gerecht zu werden, baut der Freizeitpark seine Tochterfirma Mack Media aus. Noch fehlt Personal, das die Vision umsetzt.

Trends sind eine knifflige Sache. Wer sie erkennt, kann ganz groß aufsteigen. So wandelte sich das finnische Unternehmen Nokia, das Anfang des 20. Jahrhunderts noch Gummistiefel produzierte, zum (ehemals) mächtigsten Mobilfunkkonzern der Welt. Trend erkannt, Geschäft gemacht. Nach der Jahrtausendwende verschlief Nokia den Hype um schicke Smart­phones. Trend verpasst, Geschäft ruiniert.
Der Europa-Park hatte bisher immer den richtigen Riecher. »Wenn wir vor 20 Jahren jemanden gefragt hätten, ob wir ein Hotel eröffnen sollen, hätten viele gelacht«, sagt Michael Mack. Heute stehen fünf Hotels und ein Gästehaus auf dem Gelände – alle gut besucht, wie Mack versichert. Der 35-Jährige arbeitet in leitender Position im Europa-Park. Außerdem ist er der Sohn von Roland Mack, dem geschäftsführenden Gesellschafter. Als Vertreter der jungen Generation will er das Familienunternehmen auf der Höhe der Zeit halten.
Ganz oben auf der Agenda: Der Freizeitpark soll digitaler werden. Auf Facebook, Twitter und Youtube ist man schon aktiv – und natürlich auf der eigenen Website. »Bei den Hotels haben wir einen Trend früh erkannt«, sagt Mack, »und so ist es diesmal hoffentlich auch.« Als Geschäftsführer des Tochterunternehmens Mack Media erinnert er sich an die erste DVD, die im Jahre 2001 im eigenen Haus produziert wurde: eine Dokumentation über den Park. »So etwas gab’s damals nicht. Mein Vater hatte sogar Angst, dass irgendwo ein unaufgeräumter Backstage-Bereich zu sehen ist.«
Heute gehören selbst produzierte Videos zum Alltagsgeschäft. Man kann sie im Souvenirshop kaufen, auf DVD bestellen oder im Internet anklicken. Das aktuellste Projekt ist der 4D-Film »Das Geheimnis von Schloss Balthasar«, der im Park-eigenen Kino läuft – mit Geruch, Wasser, Wind und wackelnden Stühlen. Um den Film zu produzieren, habe man einen zweiten Kameramann eingestellt, sagt Mack. Insgesamt arbeiten bei Mack Media fünf Personen.
Allein auf Facebook hat der Park über 550 000 Fans; den Youtube-Kanal haben knapp 13 000 Personen abonniert. »Die wollen unterhalten werden«, sagt Matthias Schilling, Leiter digitale Medien im Europa-Park. Meist geschieht das recht klassisch – mit Fotos auf Facebook oder Einträgen im Achterbahn-Baustellenblog. Darüber hinaus bespielen die Mitarbeiter einen eigenen Fernsehkanal, der in den Hotelzimmern als Endlosschleife läuft. Sogar eine eigene Musik-CD (»Rustis«) wurde schon produziert.

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Doch der digitale Bereich ist ausbaufähig. »Wir wollen wachsen«, sagt Mack, »denn der Markt ist da.« Dementsprechend groß sei der Bedarf an geeignetem Personal. »Die Grundfrage ist, wie wir unsere Marke auch außerhalb des Parks noch stärker aufbauen. Dafür suchen wir die richtigen Leute.«
Doch lohnt sich die ganze Mühe überhaupt? »Man kann den wirtschaftlichen Effekt schwer messen«, gesteht Mack. »Was bringen denn 300 000 Likes? Stellen sich die Leute am nächsten Morgen alle in die Warteschlange?« Trotzdem ist er überzeugt, dass an der digitalen Strategie kein Weg vorbeiführt. Vieles werde inzwischen einfach erwartet – so auch die Ausstattung des Parks mit 14 W-Lan-Hotspots, die momentan allerdings noch kostenpflichtig sind.
Das meiste Geld mache man derzeit mit selbst produzierten Filmen, sagt Mack. Allein »Schloss Balthasar« sei inzwischen 16-mal an andere Freizeitparks verliehen worden. Rund 1,7 Millionen Euro Umsatz macht Mack Media im Jahr. In welchem Verhältnis das zum Gesamtumsatz steht, bleibt ein Geheimnis: Zu diesen Zahlen macht der Europa-Park traditionell keine Angaben.

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