Wirtschaft

Die Stunde der Töchter

Autor: 
Jürgen Rohn
Lesezeit 3 Minuten
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06. März 2008
Foto: Ulrich Marx - Der Kehler Hafen ist die Hauptschlagader für die Badischen Stahlwerke, die ihren Rohstoff – Schrott – überwiegend auf dem

(Bild 1/2) Foto: Ulrich Marx - Der Kehler Hafen ist die Hauptschlagader für die Badischen Stahlwerke, die ihren Rohstoff – Schrott – überwiegend auf dem

Die Badischen Stahlwerke Kehl haben gestern einen ersten Bauabschnitt von insgesamt 270 Millionen Euro umfassenden Investitionen eingeweiht. Gleichzeitig traten die Töchter der Inhaberfamilien Weitzmann und Seizinger erstmals ins Rampenlicht.
Kehl. Mit einem Fest unter Betriebsangehörigen und mit geladenen Gästen feierten die Badischen Stahlwerke Kehl gestern die Einweihung einer neuen futuristischen Pforte sowie dreier weiterer Neubauten (Kfz-Werkstatt, Versandgebäude und Schichtstützpunkt). Doch dieser erste Bauabschnitt mit einem Volumen von fünf Millionen Euro ist nur der Auftakt für ein Investitionsprogramm, mit dem das Unternehmen bis 2015 – wie in der Mittelbadischen Presse bereits berichtet – stolze 270 Millionen Euro verbauen will. Wechsel auch in Holding Ebenso bemerkenswert wie dieses finanzielle Engagement am Standort Kehl war gestern der öffentlich dokumentierte Generationswechsel. Die Väter der Inhaberfamilien, Horst Weitzmann und Hans E. Seizinger, die 1983 das Korf-Unternehmen übernommen und vor der Schließung bewahrt haben, geben das Ruder an die nächste Generation weiter. Bereits im Dezember sind Caroline Kramer, geb. Weitzmann, und Katja Weber, geb. Seizinger, als Vorsitzende und Stellvertretende Vorsitzende in den Aufsichtsrat der BSW GmbH eingerückt. Im Laufe des Jahres sollen sie auch im Aufsichtsrat der in Ebersbach bei Heidelberg ansässigen Holding an die Stelle ihrer Väter rücken. Das Unternehmen soll, so Caroline Kramer gestern bei der Feier in Kehl, weiter in Familienhand gedeihen. Die Anteile des Konzerns sind zu gleichen Teilen auf beide Familien verteilt. »Der Erfolg des Unternehmens strahlt auch auf den Standort Kehl und die Region aus«, freute sich gestern Kehls OB Günther Petry, der die Stahlwerke ausdrücklich dafür würdigte, dass sie ihre Kompetenz in Umweltfragen und ihre offene Kommunikationsbereitschaft zum Markenzeichen gemacht hätten. Die neue Aufsichtsratsvorsitzende Caroline Kramer zeichnete in kurzen Zügen die außergewöhnliche Erfolgsgeschichte des Unternehmens in den vergangenen 40 Jahren nach, zu dem mittlerweile 13 Tochterfirmen in Kehl gehören. Der Anteil des Kehler Werks an der gesamten deutschen Walzstahlproduktion stieg in dieser Zeit von 0,3 auf aktuell fünf Prozent. Die Stahlbranche boomt Bei den Stahlwerken sind 800 Mitarbeiter beschäftigt. Am Standort Kehl hat der Konzern insgesamt 1300 Beschäftigte. Noch in diesem Jahr wird die Zahl der Auszubildenden von 80 auf 140 erhöht, um für das Stahlwerk ausreichend qualifizierte Nachwuchskräfte zu sichern. Die Investitionen in modernste Technik und Personal werden vor dem Hintergrund einer weltweit boomenden Stahlbranche getätigt. Die Preise für den Rohstoff »Schrott« sowie für die Produkte – Betonstahl und Walzdraht für den Bau – entwickeln sich zurzeit mit großer Dynamik nur in eine Richtung: nach oben. Diese Situation müssten die BSW nutzen, um mit Hilfe der reinvestierten Gewinne der Konkurrenz weiterhin eine Nasenlänge voraus zu sein, erläuterte Caroline Kramer bei der gestrigen Einweihungsfeier die Philosophie des Familienunternehmens, das sich seinen Arbeitnehmern, dem Standort Kehl und der Region verpflichtet fühle.

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