Lahr

Ein digitales Pflegeprotokoll

Tanja Proisl
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
28. Juli 2014

Nicole Ambacher und Daniel Knapp arbeiten an einer App, mit der Familien die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger dokumentieren und organisieren können. ©Pflegeprotokoll

Wird ein Angehöriger pflegebedürftig, stellt das viele Familien vor organisatorische und bürokratische Herausforderungen. Ein Lahrer Unternehmen entwickelt derzeit eine App, mit der die Betreuung dokumentiert werden kann.

Lahr. Die Idee für eine Pflegeprotokoll-Software entstand bei Nicole Ambacher und ihrem Partner Daniel Knapp aus der eigenen Situation heraus. Anfang des Jahres zog das Paar aus Berlin in die Ortenau, weil ein Elternteil Knapps pflegebedürftig wurde. Knapps Eltern leben im Kinzigtal.
»Wir mussten viel organisieren. Selbst ich als examinierte Krankenschwester und Pflegepädagogin musste schnell dazulernen und den Alltag mit der Familie neu planen«, sagt Ambacher. Neben Absprachen, wer sich wann und wie um das pflegebedürftige Familienmitglied kümmert, bedarf es auch einer umfangreichen Dokumentation darüber. Damit die Einstufung in eine Pflegestufe erfolgen kann, muss der Medizinische Dienst der Krankenkassen ein Gutachten erstellen.
In Vorbereitung darauf müssen Angehörige schriftlich protokollieren, wie und in welchem Umfang sie dem Pflegebedürftigen helfen und wie viel Zeit dafür investiert werden muss und wo im Alltag die Schwierigkeiten liegen, beispielsweise durch nicht ausreichend vorhandene Barrierefreiheit.
Immer informiert
Das soll die App von Ambacher und Knapp digital leisten. Seit Mai arbeitet das Paar an der Umsetzung ihrer Idee, diesen Monat gründete es die Pflegeprotokoll App GmbH im Zeit-Areal in Lahr und wird durch den Black Forest Accelerator unterstützt. »Erstellt ein Familienmitglied auf seinem Smartphone oder PC einen Beitrag in der App über die Art der Unterstützung und deren Dauer, weiß außerdem der Rest der Familie sofort Bescheid«, erklärt Knapp. Die digitale Dokumentation soll als PDF-Datei bereitliegen, um sie für den Medizinischen Dienst der Krankenkassen auszudrucken. Geplant sei auch, dass sich die Familienmitglieder Nachrichten schreiben und Notizen machen können, beispielsweise eine Einkaufsliste, so der Ingenieur und IT-Berater.
Ambacher glaubt, dass die persönliche Absprache zwischen den Angehörigen durch die App nicht ersetzt wird. »Aber gerade Berufstätige können so auf einen Blick abrufen, wie es der pflegebedürftigen Person geht, wer bei ihr war und was noch gemacht werden muss«, sagt die Krankenschwester und Pflegepädagogin. Noch befindet sich die Pflegeprotokoll-App in der Testphase, Ende September soll sie öffentlich vorgestellt werden.
Einige Familien probieren die App momentan und teilen den Erfindern mit, wie zufrieden sie damit sind. »Wir suchen noch mehr Familien, die die App testen wollen. Natürlich sind alle Aussagen vertraulich und werden nicht an Dritte weitergegeben«, sagt Ambacher. Wenn die App fertig ist, soll sie in App-Stores oder auf der Internetseite des Unternehmens gekauft werden können.

- Anzeige -

http://www.pflegeprotokoll.de

Weitere Artikel aus der Kategorie: Wirtschaft

Die Stimmung bei den mittelständischen Industrieunternehmen in der Region bleibt eher gedämpft.  
05.05.2024
Wirtschaft
Der Wirtschaftsverband WVIB hat bei seinen Mitgliedsunternehmen wieder die aktuelle Konjunkturlage abgefragt. Das Ergebnis fällt ziemlich ernüchternd aus, die Stimmung in der Industrie ist gedämpft.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Das Geheimnis des Erfolgs ist der große Zusammenhalt der Familie. Jeder bringt sich mit seinen Erfahrungen und Talenten ein (von links): Erika und Erhard, Brigitte und Hubert Benz sowie Anja Vetter und Alexander Benz mit ihrem kleinen Lukas. 
    29.04.2024
    Top-Life Gesundheitszentrum: Alle Altersgruppen willkommen!
    Das Top-Life Gesundheitszentrum in Berghaupten feiert in diesem Jahr ein außergewöhnliches Firmen-Jubiläum. Es basiert auf dem Alter aller sieben Familienmitglieder, die zum Erfolg des Unternehmens beitragen.
  • Physiotherapeutin Luise Wolf schätzt die Zusammenarbeit und innovativen Ansätze bei ihrem Arbeitgeber. 
    22.04.2024
    Top-Life Berghaupten: Hier steht der Mensch im Mittelpunkt
    Das Gesundheitszentrum Top-Life in Berghaupten bietet ein Komplettpaket rund um Gesunderhaltung, Rehabilitation, Prävention und Wellness. Physiotherapeutin Luise Wolf ist Teil des motivierten Teams und gibt im Interview Einblick in ihre abwechslungsreiche Arbeit.
  • Alles andere als ein Glücksspiel: die Geldanlage in Aktien. Den Beweis dafür tritt azemos in Offenburg seit mehr als 20 Jahren erfolgreich an.
    17.04.2024
    Mit den azemos-Anlagestrategien auf der sicheren Seite
    Die azemos Vermögensmanagement GmbH in Offenburg gewährt einen Einblick in die Arbeit der Analysten und die seit mehr als 20 Jahren erfolgreichen Anlagestrategien für Privat- sowie Geschäftskunden.
  • Auch das Handwerk zeigt bei der Berufsinfomesse (BIM), was es alles kann. Hier wird beispielsweise präsentiert, wie Pflaster fachmännisch verlegt wird. 
    13.04.2024
    432 Aussteller informieren bei der Berufsinfomesse Offenburg
    Die 23. Berufsinfomesse in der Messe Offenburg-Ortenau wird ein Event der Superlative. Am 19. und 20. April präsentieren 432 Aussteller Schulabsolventen und Fortbildungswilligen einen Querschnitt durch die Ortenauer Berufswelt. Rund 24.000 Besucher werden erwartet.