Wirtschaft

Merz ist für 42-Stunden-Woche

Jürgen Rohn
Lesezeit 3 Minuten
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02. März 2005
»Nicht weniger, sondern mehr arbeiten schafft neue Arbeit«, sagte CDU-Politiker Friedrich Merz beim Lahrer Volksbankforum am Montagabend in Rust. Sein Rezept: 42-Stunden-Woche für alle.
Rust. Nachdem Friedrich Merz alle politischen Ämter niedergelegt hat, zeigt seine Popularitätskurve steil nach oben. Im jüngsten Politbarometer liegt er auf Rang drei, vor Bundeskanzler Gerhard Schröder und vor Angela Merkel, die Merz aus dem Fraktionsvorsitz gedrängt hat. Die aktuelle Popularität von Friedrich Merz zeigte sich auch eindrucksvoll beim Forum der Volksbank Lahr, an dem weit mehr Bankkunden teilnehmen wollten, als im Europa-Park-Dome Platz fanden. Wer eine Karte ergattern konnte, erlebte am Montagabend einen kurzweiligen Polit-Talk der TV-Journalistin Brigitte Bastgen (ZDF »heute«) mit dem Unionspolitiker. »Deutschland und seine Reformen - Wie können wir wieder Spitze werden?«, so hatte der Veranstalter, Lahrs Volksbank-Chef Manfred Basler, den Abend überschrieben. Und Friedrich Merz war um Antworten nicht verlegen. Die Deutschen seien fleißig und leistungswillig, sagte Merz, aber leider zu oft außerhalb des regulären Arbeitsmarktes. Wenn ein Sechstel des Bruttosozialproduktes in der Schattenwirtschaft erarbeitet würde, dann weise das auf gravierende Strukturprobleme hin. Konkret: Arbeit sei zu teuer, das Ausweichen auf Schwarzarbeit deshalb lukrativ. Eine zentrale Forderung des CDU-Wirtschaftspolitikers war deshalb, »wer arbeitet, muss mehr verdienen als einer, der soziale Transferleistungen empfängt«. Arbeit für die Schwachen Die Fehlentwicklungen macht Merz weit in der Vergangenheit fest. Die Politik habe sich nicht erst seit 1998 abgewöhnt, nein zu sagen. Und die Tarifparteien hätten über die Jahre dafür gesorgt, den Arbeitsmarkt von unten stillzulegen. Deshalb sprach sich Merz dafür aus, nicht nur Deutschland als Hightech-Land an der Spitze weiterzuentwickeln, sondern auch einen Arbeitsmarkt für die weniger Qualifizierten zu schaffen. In diesem Zusammenhang könne es hilfreich sein, die Zuverdienstgrenzen für Sozialhilfeempfänger zu erhöhen, um die Chance zu eröffnen, sie wieder in den regulären Arbeitsmarkt einzugliedern. »Die Deutschen verdienen nicht zu viel, und netto schon gar nicht«, sagte Merz und verglich die Situation mit der Schweiz, wo nicht nur die Löhne höher liegen, sondern auch die Arbeitszeit - jährlich um 350 Stunden pro Arbeitnehmer. Seine Folgerung: Eine Rückkehr zur allgemeinen 42-Stunden-Woche sei das richtige Rezept für mehr Leistungsbereitschaft, mehr Erfolg und eine bessere Wettbewerbssituation der deutschen Volkswirtschaft. Friedrich Merz, dessen Vorschlag für eine radikale Steuervereinfachung (Steuerschuld auf dem Bierdeckel ausrechnen) Schlagzeilen gemacht hat, setzte sich im Europa-Park auch für eine deutliche Reduzierung und Deregulierung der Unternehmenssteuern ein. Wenn von jedem Gewinn ohne alle Ausnahmen 25 Prozent Steuern abgefordert würden, dann lohne sich die Verlagerung von Gewinnen in ausländische Finanzierungsgesellschaften nicht mehr, betonte er. Der unterhaltsame Plausch der TV-Journalistin mit dem Politiker auf der Bühne hatte häufig auch unterhaltsame Züge. Als Brigitte Bastgen Merz beispielsweise fragte, was er dem Kanzler empfehle, um im Politbarometer weiter nach vorne zu kommen, konterte der CDU-Politiker: »Er kann es ja machen wie ich - alle Ämter niederlegen.«

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