Elsass

Neuer Look, neue Biersorten

Autor: 
Jürgen Lorey
Lesezeit 2 Minuten
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04. Juni 2014

(Bild 1/2) Der Produktionsstandort der Brauerei Heineken in Schiltigheim: Hier hat das Unternehmen in den vergangenen drei Jahren bereits 16 Millionen Euro investiert. ©Ulrich Marx/Archiv

Der niederländische Braukonzern Heineken will an seinem elsässischen Standort Schiltigheim die Traditions-Biermarke Fischer wiederbeleben. Der Relaunch ist Teil eines umfangreichen Investitionsprogramms.

Bei Bierliebhabern ist die elsässische Biermarke Fischer wegen ihres nostalgisch anmutenden Bügelverschlusses und dem Relief des Straßburger Münsters auf der braunen 0,65-Liter-Flasche geschätzt. 100 000 Hektoliter Fischer-Bier produziert die französische Tochter des niederländischen Bierkonzerns Heineken derzeit in ihrer Brauerei »Espérance« im Herzen der früheren Brauereihochburg Schiltigheim am nördlichen Stadtrand von Straßburg. Das Bier trägt den Namen der 1821 gegründeten Brauerei Fischer, die Heineken 1996 übernahm und 2008 schloss. Seitdem werden die Fischer-Biersorten, darunter das bekannte Biermischgetränk Desperados und Adelscott, in der Espérance-Brauerei hergestellt, die Heineken 1972 übernahm.
Heineken will nun der Biermarke Fischer eine Verjüngungskur verpassen. Die Flaschenform wurde leicht verändert, statt dem Relief prangt künftig ein Etikett auf der Flasche, der Bügelverschluss wird aber beibehalten. »Wir wollen damit unsere Verankerung in der Region bekräftigen«, sagt der Chef von Heineken France, Pascal Sabrié. Regionale Biermarken seien der neue Trend auf dem Biermarkt. »Wir haben die Chance, dass wir mit Fischer eine solche regionale Marke im Portfolio haben, die ein sehr bedeutsames Entwicklungspotenzial hat.«

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In den vergangenen Jahren habe sich Heineken France mehr auf die Entwicklung seiner vier anderen strategischen Marken Heineken, Affligem, Desperados und Pelforth konzentriert – und dennoch habe sich das Fischer-Bier gut verkauft, von dessen Produktion 30 Prozent im Elsass getrunken werde.
Zum Relaunch von Fischer, das ausschließlich in Schiltigheim als Pils, Dunkles, Frühlings- und Weihnachtsbier gebraut wird, gehört nach Angaben Sabriés auch eine Erweiterung der Biersortenpalette: Geplant ist ein Fischer-Radler und zu einem späteren Zeitpunkt eine Art Weißbier.

Die Wiederbelebung der Fischer-Biermarke ist Teil eines umfangreichen Investitionsprogramms von Heineken in seinen Schiltigheimer Standort: Zehn Millionen Euro sollen dort in den kommenden drei Jahren hineingesteckt werden, unter anderem in eine neue Flaschenspülanlage, die Verbesserung der Kühlkette, neue Verpackungen und die weitere Automatisierung der Produktion.
In den vergangenen drei Jahren hatte Heineken bereits 16 Millionen Euro in Schiltigheim investiert, vor allem um den Wasser- und Energieverbrauch der Brauerei zu senken.  In seiner Brauerei Espérance mit 193 Mitarbeitern will Heineken France in diesem Jahr 1,1 Millionen Hektoliter Bier produzieren, das ist ein Sechstel der gesamten Heineken-Produktion in Frankreich.

Stichwort

Brauland Elsass

Bier gehört zu den Lieblingsgetränken im Elsass. Jeder der 1,8 Millionen Elsässer trinkt statistisch gesehen 60 Liter Bier pro Jahr, das ist doppelt so viel wie in ganz Frankreich. Die Brauereibranche ist daher auch ein wichtiger Wirtschaftszweig in der Region, der aktuell rund 40 Brauereien mit 1400 Beschäftigten umfasst. Darunter sind die Großbrauereien wie Heineken, Kronenbourg (Carlsberg), Licorne (Karlsbräu) und Meteor (familiengeführt) sowie zahlreiche Mikrobrauereien. 2013 brauten sie zusammen insgesamt zehn Millionen Hektoliter Bier, das waren 70 Prozent der Produktion in ganz Frankreich. (lori)

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