Der Wunsch: Impulse für die Weltklimakonferenz

Programm und Preisträger des Wirtschaftsforums Baden-Baden 2015 vorgestellt

Autor: 
Christoph A. Fischer
Lesezeit 3 Minuten
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29. Juli 2015
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Ursula Sladek von den Elektrizitätswerken Schönau wird ausgezeichnet. ©Iris Rothe / Archiv Reiff Medien

Der Beirat des Internationalen Wirtschaftsforums Baden-Baden zeichnet dieses Jahr drei Ökopioniere - Claus Hipp und das Ehepaar Sladek - sowie eine Filmproduzentin aus.

Die »Stromrebellen« aus dem Hochschwarzwald, Babynahrungshersteller Claus Hipp sowie Filmproduzentin Regina Ziegler werden in diesem Jahr vom Internationalen Wirtschaftsforum (IWF) Baden-Baden mit Preisen bedacht. Dies gab der Initiator und Organisator des IWF, Reinhard Hofmann, gestern bei einer Pressekonferenz in der Kurstadt bekannt. Ursula und Michael Sladek aus dem Schwarzwaldort Schönau erhalten den sogenannten Innovationspreis. Sie hatten vor rund 20 Jahren die Elektrizitätswerke Schönau gegründet (siehe »Stichwort«), die heute als bundesweit agierender Anbieter von Ökostrom etabliert sind. Ursula Sladek selbst war gestern anwesend und meinte: »Schön, dass wir jetzt auch von der Wirtschaftsseite ausgezeichnet werden.«
Claus Hipp (76) wiederum erhält eine Auszeichnung für sein Lebenswerk. »Der Guru des Gemüsegläschens« (Zitat aus der IWF-Broschüre) arbeitet laut Reinhard Hofmann mit mehr als 6000 Biobauern zusammen, die Zutaten für Hipp-Babynahrung liefern. Nach angaben von gestern ist Hipp der weltweit größte Verarbeiter von biologisch erzeugten Rohstoffen. Den Business-Award bekommt Regina Ziegler (71): Die Ehefrau des Mitte Juli verstorbenen Filmregisseurs Wolf Gremm hat seit 1973 mehr als 400 Filme und Serien produziert, unter anderem »Der Mann mit dem Fagott«, »Weissensee« und »Der Besuch der alten Dame«.
Überreicht werden die Preise bei einer Gala am Abend des 16. Oktober im Kurhaus Baden-Baden. Laudatoren werden Klaus Wowereit (SPD), Berlins ehemaliger Regierender Bürgermeister, und Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) für Regina Ziegler beziehungsweise Claus Hipp sein. Wer die Laudatio auf das Ehepaar Sladek halten wird, steht noch nicht fest.

Was braucht der Mensch?

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Die IWF-Gala findet zum neunten Mal statt und firmierte früher unter dem Namen »Baden-Baden Business Night«. Zuvor findet am selben Tag, ebenfalls im Kurhaus, das eigentliche Wirtschaftsforum statt. Motto der fünften Auflage: »Chancen für die Zukunft – was braucht der Mensch?«
Glaubt man Franz Alt (77), Fernsehjournalist, Buchautor und Mitglied es IWF-Kuratoriums, braucht der Mensch vor allem Energie. Damit könne der Hunger in Afrika besiegt werden, sagte er gestern in einer kurzen, engagierten Rede. Es sei Unsinn, in Nordafrika Solarstrom zu produzieren und zu versuchen, ihn nach Mitteleuropa zu transportieren. Solarstrom könne Deutschland selbst produzieren. Zusätzlich solle man mit Hilfe der Sonne in Afrika Wasserstoff herstellen – diesen könne man leicht hierher schaffen und damit Autos mit Brennstoffzellen antreiben. Für Afrika, das reich an Energie sei, sei deren Nutzung lebensnotwendig, so Alt im Gespräch mit der Mittelbadischen Presse. Energie bedeute Mobilität, Bildung und Nahrung: »Ohne Energie sind wir im Mittelalter.« Dank elektrischem Licht könnten die Schulkinder abends Hausaufgaben machen.
Zu den vier Themenschwerpunkten des Forums (Energiewende, Ernährung, Mobilität und Sport) werden prominente Redner erwartet, unter anderem Matthias Wissmann, Präsident des Verbands der Automobilindustrie und ehemaliger Verkehrsminister, die Jungunternehmerin und FDP-Politikerin Lencke Steiner, DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds. Macher Hofmann erhofft sich wichtige Impulse für die Weltklimakonferenz Ende 2015 in Paris.
Das Internationale Wirtschaftsforum Baden-Baden ist nach eigenen Angaben »eine objektive, neutrale, faktenorientierte und deshalb unabhängige Informations-Plattform für Führungskräfte zu aktuellen Zukunftsthemen«. Ins Leben gerufen wurde es 2011 von Reinhard Hofmann, »unter dem Eindruck von Fukushima«, wie er sagt. Er hatte bis dahin als Steuerberater und Steuerfahnder gearbeitet. Eines seiner Mottos lautet: "In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst." Zum IWF gehören ein Beirat und ein Kuratorium, denen Mitglieder aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft angehören.

www.wirtschaftsforum-baden-baden.com

Stichwort

Elektrizitätswerke Schönau

Die Elektrizitätswerke Schönau betreiben seit 1997 das Stromnetz in Schönau und versorgen nach eigenen Angaben bundesweit rund 150 000 Privathaushalte, Gewerbebetriebe und Industrieunternehmen »mit sauberem Strom« (Stand Juli 2014). Sie sind zu 100 Prozent in genossenschaftlichem Besitz und gehen auf die Bürgerinitiative »Eltern für atomfreie Zukunft« zurück – eine Reaktion auf die Reaktorkatastrophe 1986 in Tschernobyl in der heutigen Ukraine. (red/caf)

www.ews-schoenau.de

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