Freiburg

Politische Unternehmer: WVIB wirbt für Demokratie

Autor: 
Moritz Förster
Lesezeit 3 Minuten
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28. März 2017
Der WVIB in Freiburg positioniert sich politisch

Der WVIB in Freiburg positioniert sich politisch ©wvib

Mit seiner ersten politischen Kampagne will der Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen in Baden (WVIB) ein Zeichen setzen. Mit  »Einigkeit. Recht. Freiheit.« wirbt der WVIB für die Grundwerte der Demokratie und der Marktwirtschaft.

Es sei einfach an der Zeit gewesen, erklärte Verbands-Hauptgeschäftsführer Christoph Münzer am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Freiburg. In 71 Jahren hat sich der WVIB nie in dieser Deutlichkeit politisch geäußert. Aber Münzer stellt klar:  »Die Umstände erfordern es.« Der WVIB vertritt eine Wirtschaftsmacht aus der Region, beschreibt sich als »Schwarzwald AG«. Gut 1000 Unternehmen sind Mitglied im Verband. Zusammen beschäftigen sie mehr als 200 000 Menschen.

Kritik auf Akteure im Ausland

Münzer betont, dass die Kampagne eine staatspolitische, keine parteipolitische Aussage habe. Eine Empfehlung für die Bundestagswahl am 24. September sei weder in der aktuellen Kampagne enthalten noch für die Zukunft vorgesehen. Bei der Pressekonferenz richtet sich die Kritik vor allem auf Akteure aus dem Ausland. Der US-Präsident Donald Trump steht dabei in der ersten Reihe, doch auch der türkische Staatspräsident Erdogan und die rechtsextreme Französin Marine LePen bekommen einen Seitenhieb verpasst. 

Ein tolerantes Land

- Anzeige -

»Wir wollen uns einfach als Unternehmer zeigen«, sagt Bernd Neugart, geschäftsführender Gesellschafter des Getriebeherstellers Neugart aus Kippenheim. Nur so sei erkennbar, dass auch Unternehmer eine Haltung haben. Auch Neugart tritt als sogenanntes Testimonial in einer Anzeige auf. Seine Aussage lautet: Deutschland ist ein tolerantes Land für alle, die den Rechtsstaat respektieren. Egal ob Deutsche oder Ausländer.

WVIB-Präsident Klaus Endress hatte die Kampagne mit seiner Rede auf der Hauptversammlung im Januar angestoßen. Er hatte sich damals sorgenvoll über den weltweit zunehmenden Populismus geäußert. So war die Idee zur Kampagne entstanden, die nun fertig ist. Mit Blick auf den Nationalismus und Protektionismus, den der US-Präsident Trump anstrebt, ätzt Endress: »Wenn man die Mauern und Zäune wieder hochzieht, lebt man in einem Schrebergarten.« Er glaube daran, dass jeder das machen solle, was er am besten könne. Das gelte nicht nur für Individuen, sondern auch für Wirtschaftsmärkte. Es sei dann sinnvoller, mit diesen Gütern zu handeln, als das Wissen in einen anderen Markt zu bringen.

Werte plakatieren

Manfred Hornung, Geschäftsführer von Hotec aus Gaggenau, betonte, dass es Unterschiede zwischen den Systemen gebe, in denen Führer wie Trump oder Erdogan aktiv sind: »Trump lehnt sich aus dem Fenster, aber die Demokratie funktioniert und bremst ihn aus. Bei Erdogan ist das anders.« 

Die Unternehmer wollen die Werte Einigkeit, Recht und Freiheit auch verstärkt in ihren Betrieben plakatieren. Der WVIB hat dafür Werbemittel geschaffen, die die Unternehmen über eine eigene Website bestellen können. Die Unternehmer erhoffen sich nicht nur einen positiven Effekt nach außen, sondern auch innerhalb ihrer Betriebe.