Frankfurt/Main

Deutscher Bank-Ökonom sorgt sich um Einkommensungleichheit

Autor: 
dpa
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
06. Dezember 2017
Dem Deutschen Bank-Experten zufolge haben vor allem die Besserverdienenden von der Antikrisen-Politik großer Notenbanken profitiert.

Dem Deutschen Bank-Experten zufolge haben vor allem die Besserverdienenden von der Antikrisen-Politik großer Notenbanken profitiert. ©dpa - Andreas Arnold

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau, sieht die Einkommensungleichheit in den Industrieländern mit Sorge.

«Wir haben das untere Drittel in den entwickelten Volkswirtschaften vernachlässigt», sagte der Ökonom am Dienstagabend in Frankfurt. Vor allem die besser Verdienenden hätten von der Antikrisen-Politik großer Notenbanken profitiert. Die ultralockere Geldpolitik treibt seit Jahren die Kurse an den Börsen an.

Folgen der Globalisierung

Hinzu kämen die Folgen der Globalisierung, sagte Folkerts-Landau. Freihandel sei gut. Doch es brauche ein starkes soziales Netz, um diejenigen aufzufangen, die durch die Globalisierung ihren Job verloren hätten.

- Anzeige -

Zugleich warnte der Ökonom vor Blasen an den Anleihenmärkte durch das milliardenschwere Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Renditen für Staatsanleihen seien zu niedrig. «Ich glaube, dass wir uns inmitten in einer Anleihen-Blase von historischem Ausmaß befinden». Die EZB sollte jetzt mit dem Ausstieg beginnen. Die US-Notenbank hat ihr Kaufprogramm bereits vor einiger Zeit beendet und erhöht die Zinsen in kleinen Schritten.

Investitionen bis September 2018

Die Europäischen Währungshüter kaufen im Kampf gegen die niedrige Inflation noch bis mindestens Ende September 2018 Staats- und Unternehmensanleihen - auch wenn das monatliche Volumen von Januar an auf 30 Milliarden Euro halbiert wird. Sind die neun Monate Verlängerung abgelaufen, wird die EZB 2,55 Billionen Euro investiert haben. Die milliardenschweren Käufe drücken die Renditen von Anleihen. Unternehmen und Staaten kommen so billiger an Geld.

Kommentare

Damit Sie Kommentare zu diesem Artikel lesen können, loggen Sie sich bitte mit Ihren Zugangsdaten ein.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Wirtschaft

München/Offenburg
vor 4 Stunden
Mit dem Druck- und Zeitschriftengeschäft ist der Burda-Verlag groß geworden. Inzwischen ist das Digitalgeschäft das stärkste Standbein des Medienkonzerns.
Jubiläum
vor 5 Stunden
Mit einer neuen Biersorte und der Ausweitung der Kapazitäten geht die Stöckle-Brauerei den 175. Geburtstag an. Das Unternehmen ist auch heute noch in Familienhand.
Die Produktion von Öko-Lebensmitteln ist in der Europäischen Union in den vergangenen Jahren stetig gestiegen.
Straßburg
vor 11 Stunden
Mit neuen Regeln für den Öko-Landbau will die EU künftig Etikettenschwindel bei Bio-Lebensmitteln weiter eindämmen. Das EU-Parlament billigte mit großer Mehrheit eine entsprechende neue Verordnung.
Berlin: Dicht an dicht stehen Münzsammler rund um das Gebäude der Deutschen Bundesbank, um die neue 5-Euro-Sammlermünze zu erwerben.
Frankfurt/Berlin
vor 12 Stunden
Die Ausgabe einer weiteren Fünf-Euro-Sondermünze hat Münzsammler in Scharen gelockt. Unter anderem vor der Filiale der Deutschen Bundesbank in Berlin bildete sich eine lange Schlange von Interessenten.
Eine Boeing 737-800 der deutschen Fluggesellschaft SunExpress Deutschland.
Frankfurt/Main
vor 13 Stunden
Bei der Lufthansa-Beteiligung SunExpress Deutschland müssen Arbeitnehmervertreter einen Rückschlag verkraften.
Das Darmstädter Dax-Unternehmen Merck veräußert seine Sparte mit rezeptfreien Arzneien an den US-Konsumgüterriesen Procter & Gamble. Arne Dedert
Darmstadt
vor 14 Stunden
Kurz vor den Feiern zum 350-jährigen Unternehmensjubiläum kann der Pharma- und Chemiekonzern Merck einen wichtigen Erfolg verbuchen.
Novartis will sich künftig stärker auf das Arzneimittelgeschäft konzentrieren.
Basel
vor 14 Stunden
Der Pharmakonzern Novartis profitiert von neuen Medikamenten sowie positiven Währungseffekten und hält an seinen Zielen für das laufende Geschäftsjahr fest.
Gepäckabfertigung am Flughafen Hamburg.
Genf/Frankfurt
vor 14 Stunden
Flugpassagiere müssen sich weniger Sorgen um ihr aufgegebenes Gepäck machen. Das geht aus einer Studie des IT-Airlinedienstleisters Sita hervor.
Es war bereits der achte Streiktag in Frankreich seit Anfang April, die Eisenbahner hatten insgesamt 36 Streiktage bis Ende Juni angekündigt.
Paris
vor 14 Stunden
Französische Eisenbahner haben mit ihrem Streik gegen die Reform der Staatsbahn SNCF erneut große Teile des Zugverkehrs lahmgelegt.
Kim Hammonds, bisher IT-Vorstand der Deutschen Bank, wird das Finanzinstitut im kommenden Monat verlassen.
Frankfurt/Main
vor 15 Stunden
Nach Vorstandschef John Cryan verlässt jetzt auch IT-Vorstand Kim Hammonds die Deutsche Bank. Die Managerin, die zuletzt mit harscher Kritik am eigenen Haus für Wirbel gesorgt hatte, scheidet in gegenseitigem Einvernehmen zur Hauptversammlung im Mai aus.
Die Mehrheit der Deutschen plädiert dafür, dass die Wirtschaft besser vor ausländischen Wettbewerbern geschützt werden sollte.
Gütersloh
vor 17 Stunden
Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland fordert einer Studie zufolge einen besseren Schutz der deutschen Wirtschaft vor ausländischen Wettbewerbern.
Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) stellt den »Berufsbildungsbericht 2018« vor.
Ausbildungen
vor 20 Stunden
Die neue Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat bei der Bundespressekonferenz gestern in Berlin den »Berufsbildungsbericht 2018« vorgestellt. Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge stieg auf 520 000.