Mit gutturalem Gesang

Offenburger Hick Ups-Chor begeistert in Fautenbach

Roland Spether
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23. Oktober 2019

Ein Konzert mit sozialer Note präsentierte der Offenburger Chor „Hick Ups“ in der Fautenbacher Kirche. ©Roland Spether

Fremdartig und doch magische Klänge präsentierte der Offenburger Chor Hick Ups bei einem Benefizkonzert in der Fautenbacher Kirche. Dabei ging es in den hohen Norden Europas – nach Lappland zu den Samen und Schamanen.

Dahinziehende Rentiere, tanzende Nordlichter, endlose Schneeweiten: Diese typischen Bilder aus dem hohen Norden sah mancher der Gäste von „Hick Ups“, als eine Stimme aus dem Chor freundlich dazu einlud: „Schließen Sie die Augen, wir machen eine Reise nach Lappland zum Volk der Sami.“ 

Das klang abenteuerlich, aber es wurde fantastisch, denn der Chor sang mit „Mu ruoktu lea mu váimmus“ ein Lied in der Sprache der Sami, die als Nomaden mit ihren Rentieren auf der Suche nach Weideland von da nach dort aufbrechen. „Ich trage die Heimat in meinem Herzen“, lautete der Titel des Liedes, dessen fremdländischen und faszinierenden Klänge erahnen ließen, dass sie aus vollem Herzen kommen und das Lachen der Kinder und die Schönheit der Natur ebenso ausdrücken wie die Sehnsucht des Mannes nach einem hübschen Mädchen. 

Das war große gesangliche Kunst und A-cappella-Gesang vom Feinsten, den der Chor aus Offenburg (Leiterin Nicole Seckinger) mit diesem Werk und dem mystischen „Nigh Yoik“ aus der Welt der samischen Schamanen darbot und damit tief in die uralte Welt der Lappländer eintauchte. Bei dem „Yoik“ handelte es sich, ähnlich wie beim Jodler, um einen gutturalen Gesang, bei dem die von menschlichen Stimmen pur geformten Töne wichtiger sind als irgendwelche Worte. Diese beiden Werke gehörten zu den herausragenden Glanzlichtern eines Konzertes, das die Gäste von den ersten Takten an in den Bann zog, oder wie es Claudia Lurz aus den Reihen des Chores formulierte: „Ich glaube, es hat zwischen uns gefunkt, wir müssen öfter hierher kommen“.

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Dass der Chor Hick Ups aus Offenburg nach Fautenbach kam, lag an der besonderen Note des Konzertes, denn die Sängerin Gabriele Frietsch ist im Kriseninterventionsteam (KIT) des DRK-Kreisverbandes Bühl-Achern aktiv. So entschied sich der Chor, mit einem Konzert die wertvolle Arbeit des KIT zu unterstützen, das immer dann aktiv wird, wenn das Leben etwa durch ein schweres Unglück aus den Fugen zu geraten droht. Auch für die Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen kann es zu belastenden Situationen kommen, so dass es gut ist, wenn ihnen erfahrene Partner zur Seite stehen. Dazu braucht das KIT finanzielle Hilfe etwa für die Ausbildung neuer Helfer oder Material für Einsätze, wofür Renate Kopf den Spendern und dem Chor dankte. 

Klasse Leistung

Der sorgte wahrlich nicht für einen „Schluckauf“, wie der Name signalisiert scheint, denn alles andere war der Fall und dies auf überzeugende Art. Ob Dynamik, Prägnanz oder Emotion, ob Jazz, Pop oder Swing – die „nur“ 14 Sänger präsentierten in allen Sparten eine klasse Leistung, waren stimmlich fein aufeinander abgestimmt und verschmolzen bei Liedern wie „Viva la vida“, „Easy“ oder „Englishman in NY“ (Solist Thomas Ernst) zu einer homogen Einheit. 

Die Klasse des Chores wurde auch daran deutlich, dass sehr ausgefallene und schwierig zu singende Arrangements wie bei „Wenn ich ein Vöglein wär“ gewählt wurden, so dass bei den vier-, sechs- und achtstimmig gesungenen Werken jeder Ton sitzen und zu dem Dirigat von Nicole Seckinger Homogenität in Perfektion erklingen muss. Das ist nicht einfach und nicht jede Formation bekommt das „A-capella“ und ohne jede technische Hilfe hin, deshalb war das Konzert rein mit menschlichen, aufeinander abgestimmten Stimmen ein Genuss, bei dem Klassiker wie „Halleluja“, „Mr. Sandman“ von den Frauenstimmen oder „Der kleine grüne Kaktus“ nicht fehlen durften.

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